Gemeinsam gegen jeden Extremismus? Nicht mit uns!

Positionspapier der Initiative gegen jeden Extremismusbegriff

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Aufruf zur kollektiven Verweigerung politischen Unsinns

Die Ankündigung des Bundesfamilienministeriums, zwei Millionen Euro für Projekte gegen Linksextremismus und Islamismus bereit zu stellen, signalisiert, dass die gegenwärtige Bundesregierung stärker als ihre VorgängerInnen dazu bereit ist, den Extremismusansatz auch in der Förderpolitik umzusetzen. Angesichts der Beteuerung, mit 24 Millionen Euro an der Finanzierung von Programmen gegen »Rechtsextremismus« festzuhalten, wirkt die Höhe der zusätzlichen Mittel eher symbolisch. Doch dies sollte nicht über den Kontext der Maßnahme hinwegtäuschen: Wie in der Bundespolitik, so lässt sich auch auf Landesebene, sei es in Berlin, Hamburg oder Sachsen, eine Verschärfung des staatlichen Antiextremismus feststellen. In diesem Zusammenhang werden nicht nur die Gefahren eines angeblichen Linksextremismus beschworen, sondern ganz konkret die Spielräume politischen Handelns eingeschränkt. Zwar regt sich bei Teilen der Zivilgesellschaft Protest gegen die befürchtete Veränderung staatlicher Förderprogramme gegen Rechts. Doch dieser Protest drückt sich einmal mehr um eine konsequente Kritik am Extremismusbegriff herum. Stattdessen reproduziert er dessen Logik und nimmt die daraus resultierenden politischen Konsequenzen billigend in Kauf. Wir fordern deshalb mit diesem Aufruf alle AkteurInnen der Zivilgesellschaft dazu auf, sich endlich analytisch und praktisch vom Extremismusansatz zu verabschieden.

Schwarz-gelbe Kampfansage:
Gegen jeden Extremismus

Der schwarz-gelbe Koalitionsvertrag deutet nur an, ob und wie es mit den Förderprogrammen des Bundes gegen sogenannten »Rechtsextremismus«, für »Vielfalt, Toleranz und Demokratie«, die im Jahr 2010 auslaufen, weitergehen soll. Doch diese Andeutungen haben es – eingebettet in aktuelle Veränderungen des politischen Diskurses – in sich. Als Richtungsanzeiger ist auch die Ankündigung von Bundesministerin Köhler zu verstehen, die jüngst bekannt gab, schon für das Jahr 2010 zwei Millionen Euro für die Bekämpfung von »Linksextremismus und Islamismus« bereitzustellen. Zusätzlich stellt die Ministerin Initiativen gegen Rechtsextremismus unter Generalverdacht: ab 2011 wird sich eine Regelüberprüfung jeglicher Initiativen, die staatliche Fördergelder bekommen durch den Verfassungsschutz, »ausdrücklich vorbehalten«. Im Koalitionsvertrag von FDP und CDU ist der inhaltliche Hintergrund dieser Maßnahme nachzulesen. Hier wurde unter der Überschrift »Jugendliche« ein künftiges Unterstützungsprogramm »für Vielfalt, Toleranz und Demokratie, Menschenwürde und Gewaltfreiheit gegen Rechts- und Linksextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus« vereinbart. Welcher Etat mit dem Programm verbunden ist und ob damit der Fortbestand bestehender Beratungsnetzwerke und Aufklärungsprojekte gesichert ist, bleibt unklar. Deutlich wird nur eines: Die Probleme werden als solche von Jugendlichen, von Gewaltanwendung und extremen Rändern definiert und gehen damit an gesellschaftlichen Ursachen und Realitäten weit vorbei. Dem zugrunde liegt die Extremismusformel, wonach eine politische Mitte der Gesellschaft existiere, die sich von politischen Extremen klar abgrenzen ließe und von ihnen gleichermaßen bedroht sei. Dabei wird weder der vermeintlich politische Normalitätsbereich, noch die Abweichung genau definiert. (mehr…)

Chemnitz Hbf|5.3.|16:00| Das Tränenmeer trocken legen – Wider den Chemnitzer Totenkult!

De­mons­tra­ti­on am 05.​03.​2010. Start: 16 Uhr Chem­nit­zer Haupt­bahn­hof. Ein aus­führ­li­cher Text zur Kri­tik am Ge­den­ken folgt in Kürze.

Am 5. März mar­schie­ren viele Chem­nit­zer_in­nen zum kol­lek­ti­ven Trau­ern auf. Ob nun bür­ger­li­cher Frie­dens­tag oder die Na­zi-​De­mons­tra­ti­on unter dem Motto „Die Opfer waren un­se­re Fa­mi­li­en“, es ver­ei­nen sich beide unter dem Deck­man­tel der Trau­er um die Deut­schen Opfer des Bom­ben­an­grif­fes der Al­li­ier­ten auf Chem­nitz.

Fragt sich nur: Wel­che Deut­schen Opfer? Chem­nit­zer Bür­ger_in­nen nah­men aktiv am Na­tio­nal­so­zia­lis­mus teil oder hat­ten nur ein sehr ge­rin­ges Be­dürf­nis, den sel­bi­gen wie­der los­zu­wer­den. So be­schreibt ein Au­gen­zeu­ge, wie ein grö­len­der Men­schen­auf­lauf an den Po­gro­men vom No­vem­ber 1938 teil­nahm. Noch bes­ser be­sucht war 1944 die all­ge­mei­ne Ver­ei­di­gung zum Volks­sturm, dem meh­re­re 10.​000 Men­schen bei­wohn­ten.

Mit einer De­mons­tra­ti­on möch­ten wir un­se­re Kri­tik an einem Ge­den­ken aus­drü­cken, wel­ches die Rolle der bom­bar­dier­ten Chem­nit­zer Be­völ­ke­rung im Na­tio­nal­so­zia­lis­mus auf eine Op­fer­rol­le re­du­ziert. Ge­nau­so wol­len wir uns gegen frie­dens­be­weg­te Grup­pen po­si­tio­nie­ren, die schein­bar nur Frie­den for­dern, weil es mit der deut­schen Welt­herr­schaft nicht ge­klappt hat.
Wer mit der Ge­schich­te ab­schlie­ßen möch­te, kann keine Lehre aus ihr zie­hen und fin­det sich im Schul­ter­schluss zu be­ken­nen­den Ge­schichts­re­vi­sio­nis­t_in­nen wie­der. Die­ses Ver­hal­ten ent­zieht sich auf meh­re­ren Wegen jeder his­to­ri­schen Ver­ant­wor­tung und An­er­ken­nung der deut­schen Schuld am Zwei­ten Welt­krieg und dem Ho­lo­caust.

Gegen Nazis und Ge­schichts­re­vi­sio­nis­t_in­nen.
Deut­sche Tä­ter_in­nen sind keine Opfer!

mehr Infos: Antifa Chemnitz

Bericht über die Gedenkkundgebung für die Opfer des Nationalsozialismus

Am 27. Januar, dem 65. Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslager Auschwitz durch die Rote Armee, versammelten sich in Freiberg ungefähr 25 überwiegend junge Menschen am Rathaus, um an die Opfer des Nationalsozialismus zu erinnern. Aufgerufen zu der Gedenkkundgebung hatte die Antifaschistische Gruppe Freiberg, die mit der Aktion vor allem an die Opfer des KZ Außenlagers in Freiberg erinnern, sowie eine Kritik am Antisemitismus und am deutschen Nationalismus formulieren wollte.

Über die Geschichte des KZ Außenlagers und das Leben der Opfer konnte man sich auf der Kundgebung beim Besichtigen einer kleinen Ausstellung, die aus drei A1 Plakaten bestand, informieren. Am Infostand gab es zusätzlich die Möglichkeit sich bei der Lektüre von Flyern und diversen Büchern einmal tiefgehender mit dem Thema zu beschäftigen.

Redebeiträge gab es unter anderem von der Antifaschistischen Gruppe Freiberg zum Thema „Was ist Antisemitismus?“ und zur Geschichte des 27. Januar. Dank geht an dieser Stelle noch einmal an die Gruppen Autonome Antifa Westerzgebirge, Antifa Karl-Marx-Stadt, Emanzipatorischer Progress Mittleres Erzgebirge und an die Jugendgruppe des VVN Freiberg für ihre Redebeiträge und Unterstützung.

Mehr Informationen zum KZ Außenlager Freiberg findet ihr bei „Shalom-Mittelsachsen“ oder in den Büchern „Wir waren zum Tode bestimmt – Jüdische Zwangsarbeiterinnen erinnern sich“ von Michael Düsing und in Pascal Cziborras Buch „KZ Freiberg“.

Was ist Antisemitismus?

Redebeitrag für die Gedenkkundgebung für die Opfer des Nationalsozialismus am 27.01.2010 in Freiberg

Wenn wir uns heute hier versammeln um den Opfern des Nationalsozialismus zu gedenken, bedeutet das auch, dass wir uns mit dem Antisemitismus auseinandersetzten müssen. Diese Auseinandersetzung ergibt sich aus der Notwendigkeit eines Begreifbarmachens des nicht Begreifbaren: des Nationalsozialismus und dessen Vernichtungsantisemitismus. (mehr…)

Für den nachhaltigen Rückbau des Dresdner Opfermythos

Ein Text der Gruppe Abriss und Kritik gegen das deutsche Opfergedenken am 13. Februar in Dresden

Am 13. Februar 2010 jährt sich zum 65. Mal der alliierte Luftangriff auf Dresden. Wie in den letzten Jahren werden wieder alle mobilisieren, was das Zeug hält: die Nazis zu ihrem größten Aufmarsch des Jahres, BürgerInnen zur nationalen Trauer und Antifas gegen beide.
Oder? In letzter Zeit scheint es so als würden sich große Teile der antifaschistischen Linken ausschließlich auf die Nazis konzentrieren und das offizielle Dresdner Gedenken an die Luftangriffe aus der Kritik ausnehmen. Sicherlich ist es wichtig, den Nazis in Dresden endlich mal eine empfindliche Niederlage zu bereiten. Dabei sollte aber der nationale Opfertaumel nicht vergessen werden, der immer noch Jahr für Jahr in Dresden inszeniert wird. Wir wollen mit diesem Flugblatt dazu beitragen, die Dresdner Geschichtsverdrehung auch in ihrer modernisierten Variante sichtbar zu machen. Und zwar, indem wir uns einmal detailliert die Dresdner Vergangenheit angucken. (mehr…)

LKA erläßt Verfügung zur Sperrung von www.dresden-nazifrei.de

Dem Provider der Internetseite Dresden-Nazifrei.de wurde heute vom LKA Sachsen eine Verfügung zugestellt. In dieser wird die Abschaltung der besagten Seite gefordert. Kommt der Provider der Aufforderung nicht nach, ist mit einer einstweiligen Verfügung zu rechnen. Mittlerweile ist die Seite nicht mehr erreichbar. Übereinstimmend mit der Argumentation die seitens der Staatsanwaltschaft Dresdens bereits zu Wochenanfang im Rahmen der Razzien vertreten wurde hieß es, mittels der Homepage würde zu Straftaten aufgerufen. In allen Fällen geht es der Staatsanwaltschaft darum, den Aufruf zu Massenblockaden wahlweise als kriminelle oder extremistische Handlung zu diffamieren. Die Regierung- fraktionen des sächsischen Landtages lassen zwar jegliche juristische Präzission missen beim stricken des neuen Versammlunggesetzes mit heißer Nadel, das stört den ermittelnden Staatsanwalt Avenarius aber offenbar wenig. Er bleibt starr auf der Dresdner Totalitarismus Schiene: Extremist ist Extremist.

Bereits am Mittwoch gab es in Dresden und Berlin Hausdurchsuchungen aufgrund des Plakates von „Dresden Nazifrei“

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Aufrufe zum 13. Februar in Dresden

Am 13. Februar jährt sich die Bombardierung Dresdens zum 65. Mal und im Lamentieren um vermeintliche „Deutsche Opfer“ sind sich Staat, Stadt, Zivilgesellschaft und Nazis einig. Zwar will sich die Stadt Dresden laut eigenen Aussagen, allen voran Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU), den Nazis mit einer Menschenkette entgegenstellen, doch ist dies vor allem ein symbolischer Akt. Die Geschichtsbetrachtung der Nazis unterscheidet sich in der Hallozination eines „alliierten Bombenholocausts“ und verzehnfachten Totenzahlen von der der offiziellen Politik, aber auch in dieser ist bereits angelegt, was den Nazis Anschluss ermöglicht und der radikalen Linken Anlass zur Kritik geben muss. Wir dokomentieren hier zahlreiche Aufrufe verschiedener Bündnisse, deren Ansichten wir nicht alle teilen. Während der Vorbereitungskreis „Keine Versöhnung mit Deutschland!“ das Gedenken kritisiert, stehen für das bundesweite Bündnis „no pasaran“ vor allem die Mobilisierungen gegen den Naziaufmarsch im Mittelpunkt. Die fehlende Kritik am Dresdener Opfermythos und der Massenansatz ist unsere Kritik an dieser Mobilisierung. Die Gruppe TOP B3erlin wiederum versucht die Inszenierung Dresdens als unschuldige Stadt in einen größeren Zusammenhang von Standortlogik und Weltmarktkonkurrenz einzuordnen, lässt dabei aber die Ideologiekritik auf der Strecke. Weitere Aufrufe gibt es außerdem von Avanti, die zum bundesweiten „no pasaran“-Bündnis gehört und der Basisgruppe Geschichte .

Aufruf des Vorbereitungskreises „Keine Versöhnung mit Deutschland!“: Keine Versöhnung mit Deutschland!“

Aufruf der Gruppe TOP B3rlin: Staat. Nation. Dresden. Scheisse. Von Bomben und Nazis, Gedenken und Deutschland

Aufruf der Basisgruppe Geschichte: Dresden – ein unzerstörbarer Mythos?

Aufruf von no pasaran: Am Ort der Geschichte Entschlossen entgegenstellen – gemeinsam blockieren!

Aufruf von Avanti: Deutschland, Dresden: Alles Opfer

Nie wieder Volksgemeinschaft !

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Nie wieder Volksgemeinschaft – Nie wieder Deutschland

Gedenkkundgebung für die Opfer des Nationalsozialismus

Mittwoch, 27. Januar 2010 – 16 Uhr – Freiberg – Obermarkt

Am 27. Januar 1945 befreiten die Soldat_innen der Roten Armee die Überlebenden des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau. Etwa 6000 Häftlinge, die für lange Märsche zu schwach oder krank waren, waren dort von den Deutschen zurückgelassen worden. Die anderen etwa 60000 Häftlinge, die noch am Leben waren, wurden bereits vier Tage zuvor auf Todesmärschen in Richtung Westen getrieben. Während die alliierten Truppen unaufhaltsam vorrückten, wurden in den von Deutschen kontrollierten Gebieten weiterhin unablässig Menschen in Konzentrationslager deportiert und dort vergast. Selbst im Angesicht des drohenden Zusammenbruchs wurden große Ressourcen für die sog. „Endlösung“ mobilisiert. Erst die Befreiung durch die alliierten Truppen konnte das deutsche Mordkollektiv stoppen.

In Freiberg befand sich seit August 1944 ein Außenlager des KZ Flossenbürg, das aus rund 1000 weiblichen jüdischen Häftlingen bestand, die zur „Vernichtung durch Arbeit“ im KZ Auschwitz-Birkenau erfasst worden waren. Auf dem Gelände der ehemaligen Porzellanfabrik Freiberg auf der Himmelfahrtsgasse und auf der Frauensteiner Straße mussten die Häftlinge für die „Freia GmbH“, ein Betriebsteil der Arado-Flugzeugwerke GmbH Potsdam-Babelsberg, die zu den führenden Luftrüstungsunternehmen Deutschlands gehörte, Zwangsarbeit leisten. In bis zu 14 Stunden langen Schichten wurden unter anderem Tragflächen des Jagdflugzeugs Me 109 und Zielvorrichtungen für die V2 hergestellt. Ein anderes Freiberger Unternehmen, die Deutsche Seil- und Drahtfabrik, produzierte den Stacheldraht des Vernichtungslagers Treblinka. In Oederan, Flöha und Hainichen mussten weitere 1600 Menschen Zwangsarbeit leisten. (mehr…)

Informationveranstaltung des Vorbereitungskreises „Keine Versöhnung mit Deutschland“

Informationveranstaltung des Vorbereitungskreises „Keine Versöhnung mit Deutschland“ zu den Aktivitäten gegen den Naziaufmarsch und das Gedenken am 13.Februar in Dresden.

20.01.2010 – 19Uhr – Roter Weg 43 – Freiberg

Der 13. Februar 2010 steht ins Haus und es sieht zum Einen nicht danach aus, als hätte Dresden in diesem Jahr ausnahmsweise keine Lust sich selber zu betrauern. Nein, das komplette Gegenteil ist zu erwarten, denn die Bombardierung jährt sich zum 65. Mal. Zum Anderen ist erneut mit etlichen tausend Nazis zu rechnen. Das Interesse an einer Blockade dieses Aufmarsches wächst, allerdings auch nur in der radikalen Linken. Zivilgesellschaft und Politik machen hingegen wenig Anstalten sich dem Aufmarsch wirklich in den Weg zu stellen. Kritik, in welchen Formen auch immer, ob praktisch oder theoretisch, ist also gefragt!

Der Vorbereitungkreis „Keine Versöhnung mit Deutschland“ bemüht sich, eine gedenkkritische Position sicht- und wahrnehmbar zu machen und darauf zu verzichten, sich ausschließlich an den Nazis abzuarbeiten. Das heißt zuallererst, die Differenzen zwischen dem bürgerlichen Gedenken und dem der Nazis richtig einzuschätzen: sie sind vorhanden, aber nur vordergründiger Art und spätestens mit dem Hauptanliegen, der Trauer um vermeintliche deutsche Opfer, erschöpft. Genau hier gilt es anzusetzen und Kritik zu üben. Unterbleibt diese, etwa aus Sorge um die Anschlussfähigkeit der eigenen Position, wird weiterhin die sowohl im bürgerlichen als auch im Nazi-Spektrum kursierende Erzählung von den Deutschen als Opfer des Zweiten Weltkriegs gestärkt und damit auch ein neuer deutscher Nationalismus legitimiert. Eine Linke, die solche geschichtspolitische Kritik aufgibt, würde sich selbst überflüssig machen.

Selbstverständlich folgt hieraus nicht, die Nazis rechts liegen zu lassen. Ein Aufmarsch, der ein offen nationalsozialistisches Weltbild propagiert, außerdem Shoa und Vernichtungskrieg relativiert darf nicht unwidersprochen stattfinden. Ihm kompromisslos entgegenzutreten ergibt sich schon allein aus dessen Größenordnung und dem damit einhergehenden ganz realen Gefahrenpotential.

Deswegen heißt es auch 2010: Keine Versöhnung mit Deutschland. Gegen jeden Geschichtsrevisionismus. Deutsche Täter_innen sind keine Opfer. Naziaufmarsch verhindern.

mehr Infos unter: venceremos.antifa.net

Wie immer gilt: Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die neonazistischen bzw. rechten Parteien oder Organisationen angehören, der neonazistischen bzw. rechten Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

Schneeberg, eine deutsche Stadt

Auf der Fahrt zum Asylsuchendenheim stoppten wir kurz im Zentrum. Dort befragten wir einige Bürger_innen zum vermeintlichen Brandanschlag auf das Heim und den mutmaßlichem rechten Hintergrund. Zwei ältere Herren mit Glühwein in der Hand antworteten uns eher skeptisch. Vom Brand haben sie nichts mitbekommen. Für solche Taten hätten sie kein Verständnis, jedoch findet einer der beiden, dass „90% der Asylanten hier nichts verloren haben“. Das schlimmste für ihn seien die „Russen“, welche mit ihren bis zu 30 Personen umfassenden „Rattenschwanz“ immigrieren.(sic!) Anschließend sprachen wir mit einer Frau. Diese hat ebenfalls nix vom Brand mitbekommen. Auch von einer rechten Szene in Schneeberg wusste sie nichts. Ihrer Meinung nach, müsste mensch doch die Deutschen verstehen, welche sich um ihre Arbeitsplätze fürchten, hinsichtlich der bevorzugten Beschäftigung billigerer arbeitenden Migrant_innen. Abwertend äußerte sie sich über eine „Zigeunerin“, die im Heim lebt und in der Region „bettelt“. Das wäre für „Zigeuner“ üblich. Nach ihren antiziganistischen Ressentiments erzählte sie uns noch das mensch sich „wieder zu deutschen Werten besinnen solle, sowie zu Nationalstolz und erhöhter Geburtenquote“. (mehr…)



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