Archiv für September 2002

NPD-Wahlkampf-Show in Freiberg verhindert!

Gegen den NPD-Stand protestierten über hundert antifaschistische Kids, einige wurden im Anschluss von den Bullen verprügelt, 27 in Gewahrsam genommen.
Die Sache ließ sich ruhig an: gegen 14 Uhr waren auf dem Markplatz von Freiberg einzelne Neo-Nazi-Grüppchen und weitaus mehr Linke versammelt. Die ersten Neo-Nazis wurden bös geärgert, dann begann der Aufbau der provisorischen NPD-Bühne mit Info-Tisch. Am Info-Tisch konnte man sich sogleich mit der Wahl-Kampf-Propaganda der Nazis eindecken, um sie dann z.B. zu verbrennen.

Mit den NPD-Zeitungen „Deutsche Stimme“ (bundesweit) und „Sachsen-Stimme“ versuchten sich die Neo-Nazis zu präsentieren. Beide Blätter boten zu allen möglichen Wahl-Kampf-Themen Nazi-Positionen mit vielen antisemitischen, rassistischen und biologistischen Bezügen, hetzten gegen die Wahlkonkurrenten (sehr polemisch gegen die PDS, ansonsten allgemein gegen die „Herrschenden“). In diesen Zeitungen wirkt schon der Sprachgebrauch (auf den vernünftigen Leser) abschreckend: Vokabular aus dem NS, häßliche Eindeutschungen und Wortungetüme wie „multi- kulturelle Gemeinschaftszerstörung“. In den Forderungen der NPD deutet sich an, was sich die NPD politisch vorstellt: eine Neo-NS-Volksgemeinschaft der Deutschen.

Nazi-Propaganda wirkungsvoll übertönt

Am NPD-Stand versammelten sich schließlich etwa 30 jugendliche Neo-Nazis (siehe Foto, sehr häßliche), die sich locker verteilen mußten, um den weit über hundert Linken, die eine Art Ring vor dem Stand bildeten, keinen direkten Platz neben dem Stand zu bieten. Provozierend blickten die Schläger-Nazis zu den antifaschistischen Subkultur-Kids. Einzelne Bullen noch ganz cool mit Sonnenbrille bauten sich in Richtung der Gegendemonstrantinnen auf, unternahmen aber nichts. Das hoben sie sich sozusagen für später auf.

Die Nazis begannen mit ihrem Programm: Einige hielten Reden, andere spielten „Ordner“ (wohl eher Aushilfskräfte) die anderen mußten klatschen.
Redner waren: Udo Voigt (NPD-Chef) Holger Apfel (Vize) und zur Freude der Fans auch Klaus Menzel (NPD-Landes-Vize), welcher durch die Ablösung des beliebten Paletta-Murmels (IWG) bekannt wurde. Von den Reden waren nur häßliche Fetzen zu hören, da Trillerpfeifen, Sprechchöre, Pöbeleien und lautes Schreien die Anlage der Nazis übertönte.
Voigt wandte sich in seiner Rede gleich fast gänzlich an die Antifas, so ist er es von der Wahl-Kampf-Tour offensichtlich gewohnt, andere „Zuhörer“ hat er nicht.
Holger Apfel bekundete Solidarität mit den Terroristen des 11. September gegen Amerika bzw. dessen „Ostküste“ – für die Nazis bedeutet das synonym „jüdische Weltherrschaft“.

Die Zeit von mehreren Stunden brachten die Nazis zusätzlich mit schlechter Rockmusik und noch schlechteren Liedermachern mit bewegt-zitternder Stimme „Wir sind die nationale Jugend“ etc. herum. Zwischendurch sah es aus, als würde der NPD-Stand gestürmt. Ein Auto hielt neben dem Stand, jemand stieg aus um die Propaganda vom Tisch zu wischen, was die Gegendemonstrantinnen dazu bewegte dichter an den Stand heranzurücken, die Sprechchöre wurden aggressiver, die Bullen setzten Helme auf und trieben die Leute wieder ein Stück zurück.

eine hässliche Polizeimaßnahme – Polizei verlor Kontrolle als sich Linke und Nazis in der Innenstadt trafen

Nach dem der NPD-Stand verschwunden war, standen sich in der Innenstadt die Freiberger Neo-Nazis, welche sehr sauer waren, und linke Kids gegenüber. Diese Situation benutzten die Bullen um brutal auf die antifaschistischen Kids einzuprügeln, 27 wurden teilweise verletzt in Gewahrsam genommen („Landfriedensbruch“). Sie kamen erst in der Nacht frei. Da sich die Neo-Nazis mit Steinen bewaffneten, nahmen die Bullen auch 11 Nazis fest.

Polizei, Stadt und Presse hatten schon seit Monaten öffentlich zur Kenntnis genommen, dass ein Problem mit Nazi-Schlägern besteht, von denen in diesem Zeitraum häufig teilweise extrem brutale Übergriffe bekannt wurden. (Zuletzt in Brand-Erbisdorf, wo ein linker Jugendlicher ins künstliche Koma versetzt werden mußte.)
Freiberger Initiativen, aber auch die allgemeine Meinung, die sich gegen „gegen Gewalt und Extremismus“ stellt, haben mittels totalitaristischem Einschlag dafür gesorgt, dass einige Betroffenen-Gruppen der rechten Gewalt durch dieses Motto als nicht besonders schützenswert gegen Nazis und Bullenrepression (bei ev. Gegenwehr) gelten.
Im Mai hatte es einen Antifa-Angriff auf einen Treffpunkt organisierter Freiberger Neo-Nazis gegeben.

Ein scheußlicher Ort, dieses Freiberg. Bei den linken Gegendemonstrantinnen kursierte ein Flugblatt wo ein workshop mit dem traurigen Titel „Was tun? In der national befreiten Zone“ angeboten wurde.

Artikel auf Indymedia

13. September 2002: NPD-Wahlkampf-Show in Freiberg verhindert!

antifaschistische Proteste und eine Prügelorgie der Polizei gegen linke Kids

Die Sache ließ sich ruhig an: gegen 14 Uhr waren auf dem Markplatz von Freiberg einzelne Neo-Nazi-Grüppchen und weitaus mehr Linke versammelt. Die ersten Neo-Nazis wurden bös geärgert, dann begann der Aufbau der provisorischen NPD-Bühne mit Info-Tisch. Am Info-Tisch konnte man sich sogleich mit der Wahl-Kampf-Propaganda der Nazis eindecken, um sie dann z.B. zu verbrennen.

Mit den NPD-Zeitungen „Deutsche Stimme“ (bundesweit) und „Sachsen-Stimme“ versuchten sich die Neo-Nazis zu präsentieren. Beide Blätter boten zu allen möglichen Wahl-Kampf-Themen Nazi-Positionen mit vielen antisemitischen, rassistischen und biologistischen Bezügen, hetzten gegen die Wahlkonkurrenten (sehr polemisch gegen die PDS, ansonsten allgemein gegen die „Herrschenden“). In diesen Zeitungen wirkt schon der Sprachgebrauch (auf den vernünftigen Leser) abschreckend: Vokabular aus dem NS, häßliche Eindeutschungen und Wortungetüme wie „multi-kulturelle Gemeinschaftszerstörung“. In den Forderungen der NPD deutet sich an, was sich die NPD politisch vorstellt: eine Neo-NS-Volksgemeinschaft der Deutschen.

Nazi-Propaganda wirkungsvoll übertönt

Am NPD-Stand versammelten sich schließlich etwa 30 jugendliche Neo-Nazis (siehe Fotos oben, sehr häßliche), die sich locker verteilen mußten, um den weit über hundert Linken, die eine Art Ring vor dem Stand bildeten, keinen direkten Platz neben dem Stand zu bieten. Provozierend blickten die Schläger-Nazis zu den antifaschistischen Subkultur-Kids. Einzelne Bullen noch ganz cool mit Sonnenbrille bauten sich in Richtung der Gegendemonstrantinnen auf, unternahmen aber nichts. Das hoben sie sich sozusagen für später auf.

Die Nazis begannen mit ihrem Programm: Einige hielten Reden, andere spielten „Ordner“ (wohl eher Aushilfskräfte) die anderen mußten klatschen.
Redner waren: Holger Apfel (NPD-Vize) und zur Freude der Fans auch Klaus Menzel (NPD-Landes-Vize), welcher durch die Ablösung des beliebten Paletta-Murmels (IWG) bekannt wurde. Von den Reden waren nur häßliche Fetzen zu hören, da Trillerpfeifen, Sprechchöre, Pöbeleien und lautes Schreien die Anlage der Nazis übertönte.
Holger Apfel wandte sich in seiner Rede gleich fast gänzlich an die Antifas, so ist er es von der Wahl-Kampf-Tour offensichtlich gewohnt, andere „Zuhörer“ hat er nicht. Ausserdem bekundete er Solidarität mit den Terroristen des 11. September gegen Amerika bzw. dessen „Ostküste“ – für die Nazis bedeutet das synonym „jüdische Weltherrschaft“.

Die Zeit von mehreren Stunden brachten die Nazis zusätzlich mit schlechter Rockmusik und noch schlechteren Liedermachern mit bewegt-zitternder Stimme „Wir sind die nationale Jugend“ etc. herum. Zwischendurch sah es aus, als würde der NPD-Stand gestürmt. Ein Auto hielt neben dem Stand, jemand stieg aus um die Propaganda vom Tisch zu wischen, was die Gegendemonstrantinnen dazu bewegte dichter an den Stand heranzurücken, die Sprechchöre wurden aggressiver, die Bullen setzten Helme auf und trieben die Leute wieder ein Stück zurück.

eine hässliche Polizeimaßnahme – Polizei verlor Kontrolle als sich Linke und Nazis in der Innenstadt trafen

Nach dem der NPD-Stand verschwunden war, standen sich in der Innenstadt die Freiberger Neo-Nazis, welche sehr sauer waren, und linke Kids gegenüber. Diese Situation benutzten die Bullen um brutal auf die antifaschistischen Kids einzuprügeln, 27 wurden teilweise verletzt in Gewahrsam genommen („Landfriedensbruch“). Sie kamen erst in der Nacht frei. Da sich die Neo-Nazis mit Steinen bewaffneten, nahmen die Bullen auch 11 Nazis fest.

Polizei, Stadt und Presse hatten schon seit Monaten öffentlich zur Kenntnis genommen, dass ein Problem mit Nazi-Schlägern besteht, von denen in diesem Zeitraum häufig teilweise extrem brutale Übergriffe bekannt wurden. (Zuletzt in Brand-Erbisdorf, wo ein linker Jugendlicher ins künstliche Koma versetzt werden mußte.)
Freiberger Initiativen, aber auch die allgemeine Meinung, die sich gegen „gegen Gewalt und Extremismus“ stellt, haben mittels totalitaristischem Einschlag dafür gesorgt, dass einige Betroffenen-Gruppen der rechten Gewalt durch dieses Motto als nicht besonders schützenswert gegen Nazis und Bullenrepression (bei ev. Gegenwehr) gelten.
Im Mai hatte es einen Antifa-Angriff auf einen Treffpunkt organisierter Freiberger Neo-Nazis gegeben.

Ein scheußlicher Ort, dieses Freiberg. Bei den linken Gegendemonstrantinnen kursierte ein Flugblatt, wo ein Workshop mit dem traurigen Titel „Was tun? In der national befreiten Zone“ angeboten wurde.