Archiv für März 2007

Rückbau Ost =Vertreibung von Menschen

Das Bund-Länder-Programm „Stadtumbau Ost“ wurde 2002 eingeführt, um dem Leerstand in Ostdeutschland entgegenzuwirken. Bis 2009 stehen rund 2,5 Milliarden Euro für Aufwertungs- und Abrissmaßnahmen zur Verfügung. Die Städte erhalten für den Abriss nicht benötigter Häuser 70 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. In Freiberg (Sachsen) werden deshalb alte Leute aus ihren Wohnungen vertrieben, um an die staatlichen Fördermittel zu gelangen. Deshalb unterstützen junge Leute die alten und gebrechlichen Leute bei ihrem Widerstand.
Der Stadtrat in Freiberg hat dem Abrissbegehren der Städtischen Wohnungsbaugesellschaft (SWG) und seines Geschäftsführers, dem früheren Berater vom regierenden Bürgermeister in Berlin,Eberhard Diepgen (CDU), Marcel Sonntag, zugestimmt. Die Freiberger Oberbürgermeistern Dr. Uta Rensch (SPD, wittert hinter dem Widerstand der BewohnerInnen vom „altersgerechten Wohnen“ eine Kampagne, der sie sich nicht beugen will. Das bedeutet, dass 50 BewohnerInnen, viele über 80 Jahre alt,aus ihrem Wohnumfeld, in dem sie sich erklärtermaßen wohlfühlen, verschwinden müssen. Die „Große Koalition“ im Stadtrat, darunter auch die Linkspartei.PDS, geht praktisch über Leichen. Hintergrund sind die anfallenden Fördermittel in Millionenhöhe und Schulden, die die SWG beim Darmstädter Bauverein, dort sind CDU-SPD-Grüne sich einig,durch einen kriminellen Wohnugsdeal gemacht hat. In Freiberg haben sich junge Leute zusammengeschlossen, um die älteren Menschen bei ihrem Kampf um ihren Wohnraum zu unterstützen. Es wäre gut, wenn sich diesem Widerstand auch Menschen aus Darmstadt anschliessen könnten, um beim Darmstädter Bauverein zu protestieren. Hintergründe, Infos usw. gibt es auf der Internetpräsenz der alternativen Stadtzeitung „FreibÄrger“

Dokumentation
AUFRUF ZUR MAHNWACHE GEGEN ABRISSWAHNSINN IN FREIBERG AM 16. März 17.30 Kurt Handwerkstr. 2

Hände weg von der Kurt Handwerkstraße 2 und der Hornstraße 18!

Uns hat die Courage beeindruckt, mit der sich die BewohnerInnen von der Kurt Handwerk Straße 2 gegen die willkürlichen und unsozialen Maßnahmen ihres Vermieters, der SWG, zu Wehr setzen und ihren Widerstand z.B. in der Ratssitzung am 2. Februar zum Ausdruck gebracht haben. Wir haben erlebt, wie sie sich in einem Gespräch am 9.Februar mit den Verantwortlichen der SWG, der Stadtverwaltung und dem Stadtrat nicht haben einlullen lassen. Macht weiter so! Stay rude, stay rebel!
Wir sind junge Leute aus Freiberg, die auch ihre eigenen Vorstellungen von schöner und besser Wohnen und Leben haben und wir haben nicht vergessen, wie uns die Stadt unsere Jugendtreffs im Schloss und im Münzbachtal (Barrikade) genommen hat.
Wir wollen die alten und mutigen Menschen in ihrem Widerstand nicht alleine lassen! Deswegen rufen wir zu einer Mahnwache am 16. März ab 17.30 Uhr in Friedeburg vor dem Block „altersgerechtes Wohnen“ auf.
Wir fordern den Stop des Abrisswahnsinns in Freiberg ! Hört auf damit, alte gebrechliche Leute aus ihren Wohnquartieren zu vertreiben! Niemand glaubt eurer Propaganda: ihr versprecht den Abriss von leerstehendem, sanierungsbedürftigem Wohnraum, wovon es in Freiberg wahrlich genug häßliche Beispiele gibt, aber ihr wollt den Leerstand künstlich erzwingen, indem ihr Menschen mit Psychoterror aus ihrem Zuhause jagt, um dann Millionen Fördergelder dafür zu kassieren. Ein solches Verhalten kannten wir bisher nur von kapitalen Miethaien.
Wir fordern die Stadt und die SWG auf, eine komplette Abrissliste aller dafür vorgesehenen Projekte zu erstellen und darüber Auskunft zu geben, was nach dem Abriss mit den der öffentlichen Hand (also uns allen!) gehörenden Grundstücken tatsächlich passiert. Wir haben keinen Bock mehr auf krumme Deals und dunkle Geschäfte (Darmstadt) auf Kosten der Armen und Schwachen! Der Stadtrat soll seinen Abrissbeschluss zurücknehmen!

FreibÄrger Jugendinitiative „Buntes Leben“
Antifa Freiberg
Junge Linke Freiberg

Artikel auf Indymedia

Polizisten verhindern Übergabe eines Reisegutscheins an verurteilten SS-Mörder

erschienen in FreibÄrger #54