Freiberg: Aktionstag gegen Thor Steinar

Bericht über die Kundgebung in Freiberg im Rahmen des Bundesweiten Aktionstag gegen Thor Steinar.

Am 15.12.07 fand von 11 bis 14 Uhr im Rahmen des bundesweiten Aktionstags gegen Thor Steinar auch in Freiberg vor dem Laden „Waffen-Army-Shoes“ eine Kundgebung statt.
Es kamen rund 40-50 junge Leute, um mit Redebeiträgen und Flyern über die Marke Thor Steinar, den Laden „Waffen-Army-Shoes“ und dessen Besitzer Tobias Schneider aufmerksam zu machen.
Bei guter Musik, bunter Kreidemalereien auf der Straße, veganer Verpflegung und heißem Tee wurde ausgelassen gegen Thor Steinar gefeiert und viele PassantInnen über das Thema informiert. Das Weihnachtsgeschäft wurde dem Laden zumindest an diesem Tag vermiest.

Kurz nach Beginn der Kundgebung um 11 Uhr telefonierte Ladenbesitzer Tobias Schneider und holte sich Verstärkung durch örtliche Securitys, die sich aber nur im Laden aufhielten. Auf der Heckscheibe des Autos vom Landenbesitzer war der Schriftzug „Zyklon B“ in altdeutscher Schrift zu sehen(siehe Foto!). Nachdem sich zwei der TeilnehmerInnen mit einem Transpi direkt vor den Ladeneingang stellten, schubste sie der Ladenbesitzer vom Eingang weg. Er musste durch Team Green belehrt werden, die angemeldete Veranstaltung nicht zu stören. Danach kam es zu keiner weiteren Störung.

Die wenigen Leute, die nicht davon abgehalten werden konnten den Naziladen zu besuchen, bildeten einen Querschnitt der Gesellschaft: Von Familien, Senioren und Schülern bis Studenten.

Der Naziladen scheint in Freiberg in der Mitte der Gesellschaft angekommen zu sein, so wirbt auch der örtliche „Wochenspiegel“ mit einer Anzeige des Ladens, in welcher auch das Thor Steinar Logo zu finden ist.
Es scheint sich niemand daran zu stören, dass das Angebot neben der Nazimarke „Thor Steinar“ rassistische „White Power“ Aufnäher, Fanartikel von Nazibands wie „Landser“ und „Störkraft“ sowie Reichskriegsflaggen und Buttons, T-Shirts und Aufnäher mit menschenverachtenden Aufschriften wie „Zyklon-B“ oder „88″ umfasst.

Kurz vor Ende der Veranstaltung gab es noch einen Redebeitrag über den Volkstrauertag am 18.11. in Freiberg: Die Oberbürgermeisterin von Freiberg, Uta Rensch, gedachte mit 20 Vertretern der Stadt zusammen mit 16 Neonazis aus NPD und deren Umfeld den toten Deutschen aus den 2 Weltkriegen. Die Oberbürgermeisterin äußerte sich dazu folgendermaßen, O-Ton: „Der Volkstrauertag ist für alle Gruppen offen und man kann ja da niemanden ausschließen. Und die(NPD) sitzt ja auch im Kreistag, da kann man ja nichts machen.“
Auf der Webside der sächsischen „Freien Offensive“(www.freie-offensive.net) feiern sich Freiberger Nazis u.a. damit und werten die Rede der Oberbürgermeisterin als „politisch ausgefeilt“ an der diese „historisch gesehen kaum was aussetzen konnten“.

Es ist erschreckend wie in Freiberg mit dem Naziproblem umgegangen wird. Da können ungestört rassistische Aufnäher, Naziklamotten und Reichskriegsflaggen verkauft werden während die Verterter der Stadt kein Problem damit haben mit Neonazis den toten Deutschen des 2. Weltkrieges zu gedenken. Nazis sind anscheinend schon in der Mitte der Gesellschaft angekommen.

Widerstand gegen Nazis sieht anders aus!
Naziläden dichtmachen! Antifaschistische Strukturen aufbauen!

mehr Infos über das Waffen Army Shoes

Artikel auf Indymedia


Nazi-Securitys?


Tobias Schneider

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