Teil I.: Das Fin de Siècle und die Renaissance des Irrationalen

Teil I.: Das Fin de Siècle und die Renaissance des Irrationalen

von Alfred J Quack

“Es war das Fin de Siècle, ein Mythos ohne Glanz. Man hatte sich so sehr an Schnelligkeit gewöhnt, dass sie nicht mehr leidenschaftlich und hoffnungsfroh beklatscht, sondern als Existenzgrundlage angesehen wurde.”1)
Der Name Fin de Siècle2), der ursprünglich auf eine gleichnamige französische Komödie zurückzuführen ist, dient heutzutage eher der Umschreibung einer bestimmten kulturellen Epoche im ausgehenden 19. Jahrhundert bis etwa zum Ersten Weltkrieg. Sie wird auch das Zeitalter der Dekadenzdichtung genannt.
Historisch betrachtet war jene Ära von umfangreichen sozialen, gesellschaftlichen und politischen Spannungen geprägt. In der persönlichen Wahrnehmung der Zeitgenossen spielte wohl schon deshalb die Dekadenz, also der propagierte Verfall allgemein anerkannter Norm- und Wertvorstellungen eine besondere Rolle. Was war geschehen?
Die Industrialisierung erreichte in den Vereinigten Staaten von Amerika bereits ihren Höhepunkt, während sie in nahezu allen Machtzentren Europas immer weiter voranschritt. Die zweite industrielle Revolution, die mit enormen Innovationen auf allen Gebieten der menschlichen Existenz einherging, beeinflusste jene Gesellschaften sehr nachhaltig. Ein enormes Bevölkerungswachstum, massive Landfluchten, sowie eine bis dato völlig neue gesellschaftliche Fragmentierung waren die Folgen. Traditionelle Gesellschaftsstrukturen wurden vollends aufgelöst, den verbliebenen Resten einer agrarisch-ständischen Ordnung drohte nun die unmittelbare Lysis. Der Technisierungsgrad sich ausbreitender Industriezweige wuchs in einem ungeahnten Tempo. Die Menschen standen unter hohem Mobilitätsdruck, das Abhängigkeitsverhältnis des Einzelnen von der kapitalistischen Verwertungsmaschinerie nahm stetig zu. Die Rationalisierung des Produktionsprozesses erreichte schließlich im so genannten Fordismus3) ihren vorläufigen Höhepunkt.
Im Zuge all dieser Entwicklungen etablierte sich erstmals in der Geschichte eine Massengesellschaft, deren wesentliche Kennzeichen der steigende demographische Index (vor allem in den urbanen Zentren), eine durchaus juvenile Bevölkerungsstruktur, steigende Massenproduktion und damit einhergehend ein auffällig hoher Massenkonsum waren. Neu war auch das Aufkommen erster Massenmedien. Ein zeitgenössischer Autor, der Franzose Charles Péguy, beschreibt die allgemeine Euphorie und Aufbruchstimmung dieser Tage folgendermaßen: Die Welt hat sich in den vorangegangenen dreißig Jahren mehr verändert als in den gesamten zwei Jahrtausenden seit Christus4).
Jene Zeit war also einerseits geprägt von Aufbruchstimmung und Zukunftsoptimismus, auf der anderen Seite konnte eine bizarre Endzeitstimmung beobachtet werden: Eine Furcht vor dem Niedergang sozialer Grundwerte, sowie eine auffallende Anwesenheit diffuser Zukunftsängste. Die Dekadenzdichtung und die Neoromantik entwickelten sich zu weit verbreiteten kulturellen Ausdrucksformen.
Das 19. Jahrhundert stand anfänglich in der Tradition eines durch die Naturwissenschaften beherrschten Materialismus, sowie des politischen Liberalismus. An die Stelle von rationellen Erklärungsansätzen und Positivismus traten nun Subjektivismus, Emotionalismus, Vitalismus und die Renaissance der Irrationalität. Die einflussreichsten Vorboten dieser Entwicklung waren die beiden Philosophen Friedrich Nietzsche und Henri-Louis Bergson. Auf die Rolle Nietzsches werde ich im Rahmen dieser Reihe noch einmal etwas näher eingehen, denn trotz seines ressentimentgeladenen Pathos kann dieser Denker nicht so einfach als typischer Protofaschist abgetan werden. Dennoch sollten sowohl Bergson als auch Nietzsche einen nicht unerheblichen Einfluss auf den wohl wichtigsten Vordenker des italienischen Faschismus ausüben: auf den französischen Sozialphilosophen Georges Sorel, dessen Werk der Politologe und Ideologiekritiker Kurt Lenk den Urschrei des Faschismus nennt5).
Damals konnten die wesentlichen Grundzüge der faschistischen Ideologie völlig problemlos gedeihen. Esoterische, folkloristische, okkulte und mythische Zirkel gewannen große Popularität. Ziemlich populär war zum Beispiel die anthroposophische Schule. Diese wurde zu jenen Tagen von Rudolf Joseph Lorenz Steiner entwickelt. Heutzutage ist sie uns noch immer in Form der Waldorfpädagogik präsent. Eine berechtigte Kritik an ihrer kruden Wurzelrassenlehre, sowie zahlreiche Rassismus- und Antisemitismusvorwürfe sind selbst heute eher marginal.
Die landläufig vertretene Meinung, der Faschismus sei einzig in der unrühmlichen Tradition eines aggressiven Nationalismus und Imperialismus zu verstehen, sowie der Verweis, es handle sich bei ihm um einen Gegenpol zu kommunistischen Gesellschaftsvorstellungen6) greift also viel zu kurz. Die Affirmation kriegerischer Werte war längst common sense. Das Sendungsbewusstsein der imperialistischen Epoche speiste sich vielmehr aus den mehrheitsgesellschaftlichen Einstellungen jener Zeit und nicht umgekehrt. Auch wenn der Faschismus als kohärente Denkform erst in den zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts auftrat, seine ideologischen Wurzeln finden sich bereits in jener kulturellen Epoche. Sie müssen in den Reaktionen auf die gesellschaftlichen Nivellierungstendenzen des ausgehenden 19. Jahrhundert gesucht werden. In den politischen, sozialen und kulturellen Auseinandersetzungen einer sich entwickelnden Massengesellschaft.
“Eine Zeit ist immer ein Durcheinander verschiedener Zeitalter, ist große Abschnitte hindurch undurchgegoren, schlecht gebacken, trägt Rückstände anderer Kräfte, Keime neuer in sich.”7)
Nun ist es allerdings falsch, diese gesellschaftlichen Reaktionen als konservativen Reflex zu deuten. Dies würde nämlich heißen, der Präfaschismus sei nichts anderes gewesen als eine Grundhaltung, die gegenüber dem sozialen Wandel das Bedürfnis nach Identität, Kontinuität und Sicherheit geltend macht. Der Kulturpessimismus jener Tage tat dies oftmals gerade nicht. Er war sich den zahllosen Veränderungen durchaus bewusst und zielte im Kern auf etwas Neuartiges. Der Faschismus war modern und antimodern zugleich, war Revolte gegen die Moderne und speiste sich zugleich aus ihrem Repertoire. Frühzeitig prägten sich so zwei paradoxe Linien einer Zivilisationskritik aus: eine reaktionäre und eine zweite, welche die gesellschaftliche Transformation aus kritischer Distanz erforschte.
In diesem Zusammenhang erscheint es mir wichtig, auf die zyklische Zeitdiagnostik der zeitgenössischen Wahrnehmung hinzuweisen. Die Anamnese eines solchen zyklischen Geschichtsbildes war nur möglich, weil auf einen Aufwärtstrend auch ein erkennbarer Abwärtstrend folgte. Der elementare Widerspruch, der so in der zeitgenössischen Auseinandersetzung mit dem gesellschaftlichen Veränderungsprozess bemerkt werden kann, offenbarte sich bereits bei den meisten Exponenten solcherlei Zivilisationskritik.
Auf der einen Seite haben wir es mit romantischer Verklärung und einer Verweigerungshaltung gegenüber der Realität zu tun, die in der Kritik an einer angeblichen Wurzellosigkeit mündete und eine scheinbar heilere Vorzeit heraufbeschwor. Auf der anderen Seite wurde die gesellschaftliche Verfasstheit als allgemeine Krisis diagnostiziert. Hier waren es eben nicht bloße Rückständigkeit und besondere Traditionsverhaftung, sondern die bewusste Wahrnehmung der gegenwärtigen Entwicklungstendenzen.
Rückblickend muss allerdings konstatiert werden, dass das irrationale Moment obsiegte. Die progressiven Kritiker fristeten ihr Dasein oftmals unbeachtet im akademischen Milieu oder in der ohnehin nonkonformen Bohème, während esoterische Zirkel wie Pilze aus dem Boden schossen. So zum Beispiel die im österreichischen Habsburgerreich etablierte Ostara-Gesellschaft eines Adolf Joseph Lanz.
Die Nation, in der sich die irrationalen Weltanschauungslehren des Fin de Siècle am raschesten verbreiteten, war zweifelsohne Deutschland. Bereits die späte deutsche Romantik verklärte auf groteske Weise die vorherrschende Realität. Die eigene Identität speiste sich aus einem Selbstbewusstsein, zu dem breite Bevölkerungsschichten während der antinapoleonischen Befreiungskriege gelangt waren. Die von oben diktierte Restauration setzte hingegen auf den Status quo, auf eine monarchistisch geprägte und stabile Machtbalance in Europa. Der Versuch die politische Gegenwart in einen vorrevolutionären Zustand zurückzuverwandeln musste allerdings unweigerlich scheitern. Zum einen, weil mit dem politischen Liberalismus und dem aufstrebenden Bürgertum ein neuer Akteur die Bühne der politischen Auseinandersetzung betreten hatte. Anderseits, weil die Interessendivergenzen der einzelnen europäischen Großmächte diesem Vorhaben völlig zuwiderliefen. Diese konfliktreiche Gemengelage bot den idealen Nährboden für irrationale Lehren. Diese wiederum übten enormen Einfluss auf die kulturellen und sozialen Kontroversen der nachfolgenden Epoche aus. Sie sollten kommende Auseinandersetzungen im Wesentlichen mitbestimmen. Die Epoche des Fin de Siècle lässt sich zwar auf das ausgehende 19. Jahrhundert bis etwa zum Vorabend des Ersten Weltkrieges datieren. Ihr prägender Einfluss auf kulturelle, gesellschaftliche und soziale Prozesse der folgenden Zeit war aus heutiger Sicht jedoch sehr prägnant. In Deutschland wurde zum Beispiel die Kulturszene der Republik von Weimar nachhaltig beeinflusst. Insbesondere die Kunst oblag einem Bedeutungswandel und öffnete sich der entstehenden Massenkultur. Das Kunstwerk verlor sein autonomes Moment und ordnete sich dem kapitalistischen Wertprinzip unter. Das Kunstwerk wurde zum reinen Tauschwert transformiert. Deutlich ist diese Tendenz im Übergang zum Spätkapitalismus: Die Expressionisten befreiten die Farbe, die Kubisten die Form endgültig aus ihrer Bindung an die Abbildfunktion des Gemäldes8).
Im Fin de Siècle selbst dominierte der Dekadentismus als eine Form der Auseinandersetzung mit den schnelllebigen Veränderungen jenes Zeitalters. Diese Ära kann aber keineswegs nur auf das wilhelminische Deutschland reduziert werden. Es handelte sich vielmehr um eine gesamteuropäische Epoche, die von Frankreich ausgehend die kulturellen Befindlichkeiten jener Tage widerspiegelte. Formeln aus dem Arsenal des Sozialdarwinismus und der Philosophie Nietzsches gehörten zwischen 1890 und 1914 in den Sphären von Politik und Gesellschaft zur allgemeinen Weltanschauung9).
“Die Menschen haben es jetzt mit der Beherrschung der Naturkräfte so weit gebracht, daß sie es mit deren Hilfe gelernt haben, einander auszurotten. Sie wissen das, daher ein gut Stück ihrer gegenwärtigen Unruhe, ihres Unglücks, ihrer Angststimmung.”10)
Was war nun aber so irrational an der Kultur- und Zivilisationskritik des Fin de Siècle? Waren die neuen Tendenzen in Literatur, Musik und Künsten nicht vielmehr das Abbild des gesellschaftlichen Wandels? Ist es nicht verständlich, dass dieser Transformationsprozess das geistige Klima nur an die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen anpasste?
Die Kultur verabschiedete sich von Realismus und Harmonien. Das Leben des einzelnen Individuums und die Auswirkungen der neuen Welt auf den Menschen standen nun im Vordergrund. Das Besondere daran war, dass tatsächlicher Fortschritt und irrationale Welterklärung miteinander verschmolzen. Klassische politische Lehren waren obsolet geworden. Sie wurden konsequent in Frage gestellt. Die Pseudowissenschaft obsiegte. Der Fortschritt der Naturwissenschaften spiegelte sich nun auch in sozialen und gesellschaftlichen Diskursen wider. So ist es auch nicht verwunderlich, dass im Zuge gesellschaftlicher Auseinandersetzungen ein allumfassender Biologismus obsiegte. Die Eugenik hielt Einzug in die sich entwickelnde Sozialpolitik und dies keinesfalls nur als Domäne der klassischen Rechten.
Der Sozialdarwinismus zum Beispiel projizierte Charles Darwins Hypothesen über die Evolution auf das gesellschaftliche und kulturelle Zusammenleben. Er beeinflusste im zunehmenden Maße soziale und gesellschaftliche Auseinandersetzungen, besonders im sozialwissenschaftlichen Bereich: Der italienische Kriminologe Ceasare Lombroso konstruierte beispielsweise einen kriminellen Menschentypus auf der Grundlage genetischer Disposition und der Sozialpsychologe Gustave Le Bon schlussfolgerte aus einer zweifelhaften massenpsychologischen Analyse die Notwendigkeit der autoritären Führung des Menschen. Wer sich einmal die Zeit nimmt und eine intensive Lektüre der beiden unrühmlichen Schriften Adolf Hitlers betreibt, wird sehr schnell feststellen können, woher Hitler seine Kenntnisse über Massenpsychologie hatte.
Der Tradition des aufgeklärten Denkens drohte ein Rückfall hinter mythische und pseudowissenschaftliche Gedankenkonstrukte. Der christliche Antijudaismus reifte bereits seit längerem zu einer neuen Ideologie heran. Er lud sich nun mit rassistischen und biologistischen Ressentiments auf. Dieser Antisemitismus halluzinierte nun eine jüdische Weltverschwörung herbei, eine Entwicklung, die noch verheerende Folgen haben sollte. Einer der radikalsten Verfechter der antisemitischen Propaganda im deutschsprachigen Raum war Wilhelm Marr. Ursprünglich ein linker Demokrat und Anarchist, entwickelte er im Laufe seines Lebens eine fanatische judenfeindliche Gesinnung, die er offen publizierte. Weitere antisemitische Hassprediger waren Karl Eugen Dühring, Friedrich von Hellwald, Adolf Stoecker, der Historiker Heinrich von Treitschke, die Rassentheoretiker de Gobineau und Chamberlain, sowie der Kreis um den Komponisten Richard Wagner.
Der Antisemitismus wurde keineswegs nur durch bestimmte politische Eliten vertreten – Nationalisten, zahlreiche Frühsozialisten, Nationalliberale, die Anhängerschaft des politischen Katholizismus, viele protestantische Gruppen, Konservative, Alldeutsche und studentische Korporationen waren glühende Verfechter antisemitischer Wahnideen.
Auch der Arierkult, der die nationalsozialistische Lehre sehr bald maßgeblich beeinflussen sollte, konnte in dieser historischen Ära mühelos eine große Anhängerschaft an sich binden: Die Opern von Richard Wagner zum Beispiel heroisierten eine mythische germanische Vergangenheit und ließen breite Kreise der besseren Gesellschaft alljährlich nach Bayreuth strömen. Um Wagner bildete sich zudem ein Kreis von Antisemiten und Rassisten, die den rassistischen Pseudolehren jener Tage zu einiger Popularität verhalfen. Die Werke Arthur de Gobineaus und anderer Rassentheoretiker erfreuten sich einer gewissen Beliebtheit. Die in Deutschland bekanntesten Exponenten rassistischer Konzepte waren der Zoologe Ernst Haeckel sowie der Brite Houston Stewart Chamberlain. Dieser hatte schon vor seiner Hochzeit mit Wagners zweiter Tochter Eva Deutschland zu seiner Wahlheimat auserkoren. Chamberlain konstatierte nun einen endlosen rassischen Kampf um die Reinheit des Ariertums gegen Juden und minderwertige Völker. All diese Lehren, deren Grad an Wissenschaftlichkeit am ehesten mit einem Erich von Däniken11) vergleichbar ist, verbreiteten sich in Windeseile12).
“Unser Kampf ist undankbar, aber er ist schön, denn er verpflichtet uns, daß wir uns nur auf unsere Kräfte verlassen.”13)
Dieser Irrationalismus stellte also alle Konzepte eines zumindest vernunftbegabten Menschen, wie sie in der Aufklärung propagiert worden sind, in den Schatten einer Unvernunft, einem Glauben an triebhafte Kräfte und eines selbstherrlichen Heroismus, der sich als Lösung für sämtliche Probleme anbot. Der Mythos schien endgültig über den Logos zu siegen.
An der Peripherie von Paris gab zu jener Zeit ein zurückgezogen lebender Ingenieur seinen Beruf auf und begann in zahlreichen Publikationen die wesentlichen Grundzüge der faschistischen Ideologie vorwegzunehmen. Er war Verfechter eines revolutionären Syndikalismus und ein guter Schüler von Marx14), dessen Werk er revidierte. Das ökonomische Abhängigkeitsverhältnis, das den Einzelnen in seinem Sein und Werden determiniert, ignorierte er völlig, im Gegensatz zu Karl Marx. In seinen Schriften propagierte er indes die Unbesiegbarkeit eines Willens, der sich einzig aus einem sozialen Mythenkonglomerat speiste. So behauptete er beispielsweise, dass sich Kampfgeist und Stärke einer Bewegung nicht im Glauben an eine Veränderung entwickeln könnten. Dies gelänge nur durch die Vermittlung des Mythos.
Mit seinen Werken sollte dieser Autor den italienischen Faschismus wie kein anderer inspirieren. Es handelt sich um Georges Sorel. Der nächste Teil dieser Reihe befasst sich mit diesem Sorel. Hauptschwerpunkt wird der italienische Faschismus sein: Von Links nach Rechts. Der revolutionäre Syndikalismus und die Geburt des italienischen Faschismus.
Anmerkung: Ich habe in diesem historischen Abriss bewusst auf eine geschlechtsneutrale Grammatik verzichtet. Ich tat dies, weil ich es nicht für sinnvoll erachte, geschichtliche Epochen, die von der Vormachtstellung “männlicher” Protagonisten geprägt waren, im Nachhinein von ihrer patriarchalen Verfasstheit freizusprechen.

1) Die Goldenen Zitronen: Fin de Millénair.
2) aus dem Französischen: “Ende des Jahrhunderts”. Der Name geht auf den gleichnamigen Titel eines Lustspiels von Francis de Jouvenot zurück.
3) Der Fordismus basiert auf einer stark standardisierten Massenproduktion von Konsumgütern, mittels hoch spezialisierter und monofunktionaler Maschinen. Im Zuge der fordistischen Rationalisierung konnten die Produktionskosten enorm gesenkt werden. Die fallenden Preise kurbelten nun auch den Konsum an. Geprägt wurde der Begriff von dem italienischen Kommunisten Antonio Gramsci. Der Fordismus ist nach dem amerikanischen Industriellen Henry Ford benannt, auf den dieses Rationalisierungsprinzip zurückgeführt wird.
4) zitiert nach Stanley Payne: Geschichte des Faschismus. Aufstieg und Fall einer europäischen Bewegung.
5) siehe in Kurt Lenk: Das Problem der Dekadenz seit Georges Sorel. in: Heiko Kauffmann, Helmut Kellershohn, Jobst Paul (Hg.): Völkische Bande. Dekadenz und Wiedergeburt – Analysen rechter Ideologie.
6) siehe in Ernst Nolte: Der europäische Bürgerkrieg 1917–1945. Nationalsozialismus und Bolschewismus.
7) zitiert nach Alfred Döblin.
8) zitiert nach Detlef Peukert: Die Weimarer Republik.
9) zitiert nach Arno Joseph Mayer: Adelsmacht und Bürgertum. Die Krise der europäischen Gesellschaft 1848-1914.
10) zitiert nach Sigmund Freud: Das Unbehagen an der Kultur.
11) Erich von Däniken ist Verschwörungstheoretiker und selbsternannter UFOloge. Seine Bücher genießen eine gewisse Popularität.
12) zitiert nach Uli Krug: Links trifft Rechts. Zur Entstehung der faschistischen Ideologie.
13) zitiert nach Benito Mussolini: Navigare necesse. Veröffentlicht im Januar 1922 in: Popolo d‘Italia.
14) zitiert nach Zeev Sternhell, Mario Sznaijder, Maia Asheri: Die Entstehung der faschistischen Ideologie.

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