Archiv für Juli 2009

Vor 11 Jahren: 7 Tote bei Verfolgungsjagd mit BGS

In der Nacht vom 30. auf den 31. Juli 1998 starben sieben Flüchtlinge aus dem Kosovo in Weißenborn bei Freiberg. Bei dem Versuch in die BRD zu flüchten wurde der Transporter mit 29 Insassen von BGS-Einheiten verfolgt. Der Fahrer aus Tschechien raste gegen eine Mauer als er aufgrund des Verfolgungsdrucks eine scharfe Rechtskurve nicht schaffte. Sieben Tote un einige z.T. schwer verletzte Flüchtlinge (die prompt abgeschoben wurden) sind inzwischen vergessen. Statt eines Gedenksteins ist in der unmittelbaren Nähe des Unglücksortes eine neue Verkehrsinsel errichtet worden.

(aus FbÄ #57, Aug/Sept 2007)

Offener Brief an den neuen Vermieter des „Waffen Army Shoes“

Betreff: Offener Brief an den neuen Vermieter der Räumlichkeiten des „Waffen Army Shoes“

RWR Objektwert GmbH
z.H. Uwe Richter
Obermarkt 1
09599 Freiberg

Sehr geehrter Herr Richter,

vor kurzem hat Tobias Schneider, Geschäftsinhaber des „Waffen Army Shoes“, Räumlichkeiten an der
Olbernhauer Straße 14 angemietet. Sie sind nach unseren Erkenntnissen Vermieter dieser Räumlichkeiten. Aus diesem Grund möchten wir Ihnen mit diesem Schreiben Informationen über den Hintergrund des Geschäftes zukommen lassen. (mehr…)

Naziladen „Waffen-Army-Shoes“ zieht um

Der auf dem Freiberger Schlossplatz ansässige Naziladen „Waffen-Army-Shoes“ wird aufgrund von Baumaßnahmen nächste Woche umziehen müssen. Sein neues und kleineres Geschäftslokal wird der Inhaber Tobias Schneider am 08.08. auf der Olbernhauer Str. 14 eröffnen. Für Samstag, den 01.08, plant er eine Abschiedsfeier am alten Standort.
Der „Waffen-Army-Shoes“ wurde schon des öfteren von Freiberger Antifaschist_Innen thematisiert, da sein Hauptangebot aus der bei Neonazis beliebten Marke „Thor Steinar“ besteht und der Laden auch mit dem Runen-Logo der Marke wirbt.
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Grimma: „Kirchenbesetzung“ endet

Pressemitteilung der kritisch intervenierenden AntirassistInnen

Grimma: Über zwei Wochen Protest in der Kirche gehen zu ende – Dokumentation, Analyse, Erlebnisberichte

Rückblick – Rassismus und Staat siegen:
Am 23. Juni 2009 entschlossen sich 4 Asylbewerberfamilien aus dem Asylbewerberheim Bahren bei Grimma in die Grimmaer Frauenkirche zu gehen. Mit dem Umzug in die Kirche sahen die Familien den letzten Ausweg um gegen die zum Teil menschenunwürdigen Heimunterbringungen zu protestieren. Die Zustände im Asylbewerberheim können sie nicht mehr ertragen, sie fordern eine dezentrale Unterbringung in privaten Wohnungen. Die 18 Migrannt_innen, darunter 10 Kinder wollten solange ausharren bis ihre Forderung erfüllt werde. Sie nahmen dafür einen unbeheizten Kirchenraum, harte und schmale Kirchenbänke, Verzicht auf warmes Essen und Dusche, böse Blicke, fremdenfeindliche Parolen und die ständige Angst eines Angriffs in Kauf. Die Belastung der Familien und besonders der Kinder war hoch, da sie von zivilgesellschaftlicher Seite fast keine Unterstützung erfahren haben.

Nachdem die Lokalpresse die miserablen Zustände im Heim und die Forderungen der Menschen verharmloste sowie die Migrannt_innen kriminalisierte, wurde die ohnehin geringe Unterstützung der Asylbewerber_innen stetig geringer. Selbst die Grimmaer Kirchgemeinde wollte die Familien so schnell wie möglich aus ihrer Kirche haben: „Man habe denen deutlich zu verstehen gegeben, dass die Anwesenheit in der Kirche nicht länger erwünscht sei“(1). Nur wenige Einzelpersonen stellten sich dem entgegen. Nachdem auch noch die NPD und die Nazigruppierung „Freies Netz“ rassistische Hetze betrieben und die Räumung der Kirche forderten, wurde die Unterstützung fast vollständig eingestellt. (mehr…)

BREAK THE SILENCE – Demo gegen rassistische Polizeigewalt

Donnerstag, den 13. August 2009:
Demo gegen rassistische Polizeigewalt und für die Unterstützung einer Internationalen Unabhängigen Kommission zur Aufdeckung der rassistischen Mord von Oury Jalloh und staatlicher Gewalt vor dem Innen- und Justizministerium 15.00 UHR HAUPTBAHNHOF MAGDEBURG

Hintergrund:

Am 7. Januar 2005 verbrannte Oury Jalloh, ein Flüchtling aus Sierra Leone, qualvoll in einer Polizeizelle in Dessau, Sachsen- Anhalt. Freunde, Flüchtlingsorganisationen und antirassistische Initiativen forschten nach möglichen Ursachen dieses schrecklichen Todes und stießen auf einen Verdacht: Mord. (mehr…)

Freies Netz offline!

Für Westsachsen stellt das sog. „Freie Netz“ eine bedeutende Internetplattform für Nazis dar. Dieses gibt es für folgende Städte: Altenburg – Burg – Borna – Geithain – Chemnitz – Erzgebirge – Leipzig – Merseburg – Nordsachsen – Vogtland – Zwickau. Das „Freie Netz“ wird von „Nationalen Sozialisten“ und „Autonomen Nationalisten“ betrieben, die sich stärker in der Tradition des Nationalsozialismus sehen und der NPD Anpassung ans System vorwerfen. Dennoch gibt es auch hier personelle Überschneidungen. So profitieren Freie Kräfte von den Strukturen der NPD und unterstützen diese teilweise im Wahlkampf.
Das „Freie Netz“, bzw. die „Freien Netze“ der verschiedenen Städte versuchen außerdem, linke Styles und Codes für sich zu besetzen. So ziert das Symbol der Antifaschistischen Aktion (eine rote und eine schwarze Fahne) viele Aufkleber, lediglich der Schriftzug wurde durch „Nationale Sozialisten“ ersetzt. Inhaltliche Themen sind vor allem Antiamerikanismus und Antisemitismus in Form einer völkischen Kapitalismuskritik und die Umdeutung der deutschen Täter_innen in Opfer der alliierten Bombardierungen und Umsiedlungen. „Todesstrafe für Kinderschänder“ ist eine weitere oft verbreitete Parole. Zusätzlich spielen vermeintlich „grüne“ Themen, wie Tier- und Umweltschutz eine Rolle, die in ihrer ideologischen Aufladung allerdings vor allem „Heimatschutz“ zum Ziel haben. Das Freie Netz ist gut organisiert und sehr aktiv. Seit heute sind die Internetseiten der einzelnen Städte allerdings offline. Über Gründe ist bislang nichts bekannt.


Neonazis ungebremst auf Werbetour im Internet
Von Katia Rathsfeld

Grimma: Asylsuchende flüchten in Kirche

Vergangene Woche flüchteten 4 Familien, darunter 10 Kinder, in die Grimmaer Kirche, um ihrer Forderung nach externen Wohnungen, also außerhalb der Sammelunterbringung im Asylbewerberheim, durchzusetzen. 2 Familien sind zudem von Abschiebung bedroht. Die miserablen und z.T. menschenunwürdigen Bedingungen in den Heimen, nicht nur in Bahren bei Grimma, sondern ÜBERALL sind nicht mehr zu ertragen.

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Bußgeld für Zivilcourage in Dresden

Darf man mit »lauter, jüdischer Musik« einen Aufmarsch von Nazis stören? Nein, findet die Staatsanwaltschaft Dresden und fordert 150 Euro Bußgeld von einem Stadtrat der Grünen.

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Nazifest in Gera verhindern

banner gera

Am 11.07.09 jährt sich das rechtsradikale Musikfestival „Rock fuer Deutschland“ zum sechsten mal. Unter dem diesjährigen Motto „Hier bleiben – Anpacken“ versuchen Nazis und Rassisten unterschiedlicher Strukturen ihrem lebensfeindlichen Weltbild eine Plattform zu geben und gleichzeitig den Wahlkampf der NPD finanziell zu unterstützen. Dieses Jahr sind u.a. als Redner Udo Voigt und als Hauptact „Die Lunikoff Verschwörung“ geplant. Bis zu 1000 Neonazis nutzen in den letzten Jahren die Gelegenheiten auf dem zweitgrößten Nazi-Fest, nach dem Fest der Völker, um Hass und Xenophobie zu huldigen. Gleichzeitig versuchen sie insbesondere seit den letzten Wochen mit einer sich immer weiter zuspitzenden Gewaltspirale Angst und Schrecken zu verbreiten und sich somit die passende Kulisse für ihre Selbstinszenierung zu verleihen. Ignoranz oder gar falsches Verständnis sind hier völlig fehl am Platz. Nazis können kein Dialogpartner sein. Kommt am 11.07.09 nach Gera und beteiligt euch an den Protestaktionen!

weitere Informationen unter http://kabelbruch.blogsport.de

Antifaschistische Demonstration gegen das iranische Regime

Am 04. Juli fand in Dresden eine antifaschistische Demonstration gegen das iranische Regime statt, zu der die Socialist Party of Iran aufgerufen hatte. Verschiedene Gruppen aus Dresden und Umgebung unterstützten den Aufruf, u.a. die Antifa Dresden und der bak shalom. Anliegen der Demonstration war vor allem Solidarität mit den kämpfenden Arbeiter_innen, Frauen und Homosexuellen, Student_innen und all jenen, die gegen religiöse Unterdrückung und faschistischen Terror aufbegehren. Außerdem wurde sofortiges Bleiberecht für alle Verfolgten aus dem Iran gefordert und damit Bezug auf die katastrophale Asylgesetzgebung in Deutschland genommen.

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„Ladenschluss-Bündnis-Sachsen“ gegründet !

Da sind wir !
Ladenschluss-Bündnis Sachsen gegründet!
Internetseite online!

Am Dienstag, 26.5.2009, gründete sich in Freiberg das sachsenweite Ladenschluss-Bündnis. Das sächsische Ladenschluss-Bündnis ist ein breiter Zusammenschluss aus bestehenden Ladenschluss-Gruppen in Sachsen, sowie Einzelpersonen, die die Problematik der Naziläden in Sachsen im Zusammenhang mit deren Verbreitung rechten Lifestyles aufgreifen und dagegen agieren werden.
In verschiedenen Städten Sachsens sind in den letzten Jahren verstärkt Naziläden entstanden, die sich leider nicht selten auch vor Ort etablieren konnten.

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