Antifaschistische Demonstration gegen das iranische Regime

Am 04. Juli fand in Dresden eine antifaschistische Demonstration gegen das iranische Regime statt, zu der die Socialist Party of Iran aufgerufen hatte. Verschiedene Gruppen aus Dresden und Umgebung unterstützten den Aufruf, u.a. die Antifa Dresden und der bak shalom. Anliegen der Demonstration war vor allem Solidarität mit den kämpfenden Arbeiter_innen, Frauen und Homosexuellen, Student_innen und all jenen, die gegen religiöse Unterdrückung und faschistischen Terror aufbegehren. Außerdem wurde sofortiges Bleiberecht für alle Verfolgten aus dem Iran gefordert und damit Bezug auf die katastrophale Asylgesetzgebung in Deutschland genommen.

Das Verhalten der Bundesregierung, der EU und der USA gegenüber dem Iran wurde stark kritisiert. Stattdessen wurden scharfe Sanktionen gefordert, um das von Importen aller Art abhängige iranische Regime unter Druck zu setzen und deutlich ausgesprochen, dass als Konsequenz aus dem Scheitern der Verhandlungen um die Beendigung des iranischen Atomprogramms ein schärferes Vorgehen gegen den Iran notwendig ist. Vor allem Deutschland als größter Handelspartner des Iran spielt hier eine entscheidende Rolle, da der Iran auf Technologien deutscher Firmen, wie Siemens, RWE und Linde, angewiesen ist, die andere Handelspartner nicht liefern können. Ein „kritischer Dialog“ mit den Machthabern in Teheran, wie er von der Bundesregierung und auch US-Präsident Obama forciert wird, stärkt hingegen das Regime und liefert die iranischen Demonstrant_innen dem Folterregime der Mullahs aus.

Obwohl die Wahlen am 12.06. aller Voraussicht nach eine Farce waren, ging es den Demonstrat_innen in Dresden nicht um eine Neuauszählung der Stimmen, sondern den Sturz der Mullahdiktatur. Auch Mussavi repräsentiert das islamische Regime und seine Prinzipien. Der Wächterrat, dem die Auswahl und Zulassung der Kandidaten obliegt und der neben dem religiösen Oberhaupt Ajatollah Ali Chamenei die eigentliche Macht im Iran innehat, ist der Fortführung der Islamischen Revolution verpflichtet.

Gegen 14:00 Uhr startete die Demonstration mit etwa 90 Teilnehmenden und einem Redebeitrag am Bahnhof Neustadt, in dem ein Überblick über die aktuellen Entwicklungen im Iran gegeben wurde, und der zu dem Schluss kam, dass es um die Aussicht der Protestierenden, einen Sturz der Mullah-Diktatur zu erreichen, inzwischen eher schlecht steht. Am Albertplatz folgte ein Redebeitrag der Antifaschistischen Aktion Bautzen, der die Appeasement-Politik Europas und der USA gegenüber dem Iran, sowie den Antizionismus und Antiimperialismus der deutschen Linken kritisierte.
Auf dem Weg zur Synagoge gab es noch einen Redebeitrag anlässlich des rassistischen Mordanschlags im Dresdner Landgericht.
An der Synagoge und auf der Abschlusskundgebung am Pirnaischen Platz beendete ein längerer Redebeitrag zur Frage nach der Spezifik des islamischen Antisemitismus und seinem Verhältnis zum westlichen Antisemitismus die Demonstration.

Der Abschlussredebeitrag wird hier erscheinen: http://ahsgdd.blogsport.de/

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1 Antwort auf “Antifaschistische Demonstration gegen das iranische Regime”


  1. 1 human 10. Juli 2009 um 22:04 Uhr

    bei mir ging ne diskussion los, um die iran-flagge. die sybolisierte nähmlich die alte monarchie. die exil-iraner machten mir aber keinen kronloyalen eindruck. bla… hier gibts mehr bilder:

    http://humantraffic.blogsport.de/2009/07/04/was-fuer-parolen-gibt-es-eigendlich-gegen-den-iran-ich-ueberleg-auch-schon-die-ganze-zeit/

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