28.11.2009 / Döbeln: Zukunft Nationalsozialismus?

ein Bericht von Recherche Ost

Am letzten Novembersamstag demonstrierten 150 Neonazis aus Sachsen und Sachsen-Anhalt durch Döbeln. Ihr Motto: „Volkstod stoppen – Recht auf Zukunft“ ist seit der misslungenen Demonstration am 17.10.2009 in Leipzig ein Dauerbrenner in der deutschen Neonaziszene.
Spontandemonstrationen im Nachgang der gescheiterten Großveranstaltung in Leipzig fanden unter anderem in Leipzig, Chemnitz, Borna, Eilenburg und Halle statt.Zeitgleich zur Demonstration in Döbeln demonstrierten im nordrehien-westfälischen Recklinghausen etwa 500 Neonazis unter dem selben Motto. Die Döbelner Veranstaltung verstand sich dabei als Alternative für diejenigen Neonazis, denen der Weg nach Recklinghausen zu weit war.Angeführt wurde der Aufmarsch von den Organisatoren der lokalen Kameradschaft, den „Nationalen Sozialisten Döbeln“.

Bereits im November 2008 hatten sie eine ähnliche Veranstaltung durchgeführt. Damals noch für „Härtere Strafen für Kinderschänder“, was zu diesem Zeitpunkt ein übergreifendes Thema der sächsischen Neonazis war.
Weitere TeilnehmerInnen kamen vom „Freien Netz Nordsachsen“, dem „Freien Halle“, „Freiem Leipzig“ und „Freiem Frohburg“. Sie stehen alle für lose organisierte Zusammenhänge so genannter „Autonomer Nationalisten“ der Region.
Ebenfalls wie im Vorjahr hatte ein Bündnis, bestehend aus verschiedenen Organisationen und Vereinen der Stadt, eine Gegenkundgebung durchgeführt. Direkte Störungen der Neonazidemonstration verhinderte ein Großaufgebot der Polizei.Die Demonstration vom 28. November ist als ein Zeichen für eine sich stetig verfestigende Neonazistruktur in und um Döbeln zu verstehen.Die „Nationalen Sozialisten Döbeln“ waren in der Vergangenheit in ähnlicher Personenkonstellation noch unter dem Namen „Initiative für Döbeln“ und „Division Döbeln“ aufgetreten. Das neue Label ist dabei nur die Bestätigung für eine bundesweite Tendenz, das sich Neonazis aus dem Spektrum der „Freien Kräfte“ als „nationale Sozialisten“ mit national-revolutionärem Habitus gerieren.
Protagonisten der „Nationalen Sozialisten Döbeln“ waren immer wieder an Angriffen auf Personen und Objekte in Döbeln beteiligt gewesen. Einige Mitglieder sind zudem in neonazistischen Szenebands aktiv. Die Zunahme ihrer Aktivitäten wird begünstigt durch einen festen Szenetreffpunkt in einem Döbelner Industriegebiet. Von hier aus wurden mehrfach Angriffe auf Nicht-Rechte und andere Straftaten verübt. Auch dient der Treff als Band-Proberaum und Veranstaltungsraum für Schulungen und Konzerte. Zuletzt hatte hier am 26. September ein Konzert der „Hausband“ der Döbelner Neonazis „Inkubation“ gemeinsam mit den Rechtsrockbands „Storm of mind“ (Wurzen), „Aryan Hope“ (Wurzen) und „Priorität 18“ (Dresden) stattgefunden.

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2 Antworten auf “28.11.2009 / Döbeln: Zukunft Nationalsozialismus?”


  1. 1 Zwei weitere Naziangreifer aus Brandis « Brandis Pingback am 03. Juni 2010 um 12:42 Uhr
  2. 2 LokalFilmer » Nix mit “Unsterblich” – „Nationale Sozialisten Döbeln“ tot Pingback am 18. Februar 2013 um 16:46 Uhr
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