Weitere Brandanschläge auf ausländische Gaststätten in Freiberg

Gemeinsame Presseerklärung des Netzwerkes Migration Mittelsachsen und der Opferberatung RAA Sachsen e.V.

Freiberg, 29. Juli 2010

In der vergangenen Nacht wurde erneut ein Brandsatz in einen Dönerimbiss im Zentrum der Stadt Freiberg geworfen. Dabei entstand ein solcher Sachschaden, dass das Geschäft vorläufig geschlossen bleiben muss. Des weiteren warfen Unbekannte die Scheiben zweier ausländischer Imbisse ein.

Heute Morgen war ein Teil der Burgstraße in der Freiberger Altstadt gesperrt, weil die Kriminalpolizei die Spuren von den Anschlägen auf ausländische Imbisse sichern wollte. In der vergangenen Nacht hat möglich der gleiche unbekannte Täter wie bei dem Brandanschlag auf ein indisches Lokal vor zwei Tagen sein Unwesen getrieben. An einem irakischen und vietnamesischen Lokal wurden die Scheiben eingeworfen. Am stärksten betroffen ist das Kebab Haus „Dürüm Döner “, das von kurdischen Irakern geleitet wird. Die Angreifer warfen mindestens einen Brandsatz ins Geschäft, welcher sich dort entzündete. In Folge dessen entwickelte sich ein Brandherd, der wesentliche Teile der Einrichtung zerstörte und das ganze Lokal durch Russ unbrauchbar machte.

„Es liegt auf der Hand, dass diese Anschläge das Werk von Neonazis sind. Offenbar gezielt soll Migranten ihre Lebensgrundlage genommen und kulturelle Vielfalt in der Stadt zerstört werden“, so André Löscher von der Opferberatung RAA Sachsen.

„Das Kebabhaus Dürum Döner muss grundlegend renoviert werden, um wieder eröffnet werden zu können. Der Inhaber steht jetzt vor der Frage, wie er seinen Lebensunterhalt finanzieren und die Gelder für die Renovierung aufbringen soll?“, so Löscher weiter.

Dazu hat die Opferberatung ein Spendenkonto eröffnet:
RAA Sachsen e.V.
Dresdner Bank AG
Kontonummer: 0643998600
Bankleitzahl:85080200
Verwendungszweck: „Kebabhaus Freiberg“

Das Netzwerk Migration Mittelsachsen verurteilt diese feigen Anschläge auf die wirtschaftliche Existenz von Migranten auf Schärfste. Diese Angriffe sind Angriffe gegen alle Bürger und Bürgerinnen der Stadt Freiberg.

„Wir vom Netzwerk appellieren an die Entscheidungsträger der Stadt, sowie an alle Einwohner und Einwohnerinnen Zeichen der Solidarität mit den Betroffenen zu setzen!“, so Hans de Lange vom Netzwerk Migration Mittelsachsen.

Für Rückfragen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung.

Hans de Lange -Sprecher Netzwerk Migration Mittelsachsen

c/o CJD Chemnitz / Außenstelle Freiberg, Interkulturelles Café InCa

Domgasse 2a
09599 Freiberg
Telefon: 03731-3009995
Fax: 03731-3009742
E-Mail: inca@cjd-chemnitz.de

André Löscher -Opferberatung RAA Sachsen e.V.

Weststraße 49
09112 Chemnitz
Telefon: 0371 4819451
Mobil: 0172 9743674
E-Mail: opferberatung.chemnitz@raa-sachsen.de

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