Die Geschichte des Faschismus. Teil VIIb Das F-Wort: Über zahllose Versuche das Unsägliche zu interpretieren

von Alfred J. Quack

Kurz vor seinem Tod hatte sich der marxistische Historiker Mason folgende Frage vorgelegt: „Whatever happened to Fascism?“ In seinem anschließenden Versuch, diese Fragestellung zu beantworten, beklagte selbiger sich dann über den mangelnden Erkenntnisgehalt zeitgenössischer Faschismustheorien.1 Dem kann ich uneingeschränkt zustimmen. Man begegnet dem Terminus „Faschismus“ heutzutage nämlich entweder in einer inflationär entstellten Form, als ein pejoratives Attribut oder als Kampfbegriff. Gleiches gilt in gewisser Weise auch für die wissenschaftliche Beschäftigung mit dem Faschismus. Was der Faschismus tatsächlich gewesen ist und wie er sich überhaupt zum Gegenstand von wissenschaftlichen, politischen, aber auch von lebensweltlichen Debatten2 etablieren konnte, darüber wird in der Regel kaum Auskunft erteilt. Im Übrigen definiert sich eine attributive Zuschreibung dessen, was „faschistisch“ sein soll, zumeist ohnehin bloß ex negativo. So ist nur zu erfahren, was der Faschismus gerade nicht sein soll: Demokratisch, liberal, pluralistisch, usw.
Ich selbst würde freilich lügen, wenn ich behaupte, meine vorangegangene Analyse hätte sowohl Wesen als auch Erscheinung ihres Gegenstandes völlig durchdrungen. Dies ist aber niemals meine Absicht gewesen. Wenn es mir auch nur ansatzweise gelungen ist, den geneigten Leser_innen aufzuzeigen, dass der Faschismus sich nicht einfach mal eben so nebenbei erklären lässt, dass spezifische Interpretationen immer an ihren immanenten Widersprüchen scheitern3, ist bereits eine Menge gewonnen. Halten wir also abschließend fest: Es scheint ein viel bescheideneres Unterfangen zu sein, darzustellen, was der Faschismus gerade nicht war.4

Als ein überzeugter Materialist muss ich freilich darauf insistieren, den Begriff nicht einfach einer Beliebigkeit der Deutung preiszugeben. Eine materialistische Interpretation wird ihren Redegegenstand gerade nicht dergestalt betrachten, dass dessen Explikation stets auf ein catch-all-Konzept hinausläuft. Eine materialistische Faschismusanalyse fragt folglich nicht nur nach den bloßen Erscheinungen, sondern gerade auch nach dem Wesen des Faschismus.
Freilich, andere Interpretationen bemühen sich ebenso genau dies zu tun. Der Unterschied ist jedoch, dass es einer materialistischen Analyse nicht bloß um die simple Darstellung von Kausalitätsketten geht. Um ganz banale Ursache-Wirkungs-Verhältnisse. Eine materialistische Deutung des Faschismus muss immer eine ideologiekritische Analyse sein, sie muss sich ihrem Gegenstand deshalb immer vom Standpunkt einer immanenten Kritik nähern. Das heißt konkret: Sie muss einerseits darüber aufklären, welche Potentiale innerhalb einer gesellschaftlichen Totalität angelegt sein können und wie diese sich konstituieren. Andererseits muss sie auch aufzuzeigen im Stande sein, dass diese spezifischen Potenzialitäten immer von kontingenter Natur sind. Dies gelingt freilich nur, wenn sich der dialektischen Methode bedient wird.5 Demnach geht es einer materialistischen Faschismusanalyse sowohl um die Verschränktheit von Ursache und Wirkung, sowie letztlich darum, wann, wie und warum diese Verschränktheit gewisse Potentiale zutage fördert.
Es geht einer materialistischen Faschismusanalyse also sowohl um die Frage nach den Rahmenbedingungen für eine faschistische Negation: Nach dem selbst generierten und dennoch nicht selbsttätig erkannten, faktisch gar nicht erkennbaren Prozess einer Veräußerlichung seitens der einzelnen gesellschaftlichen Subjekte. Gleichzeitig muss aber auch die als Antwort auf eben diese Verhältnisse erfolgende (Selbst-)zurichtung der Individuen untersucht werden, ausgehend von der Konfrontation mit deren materieller Lebenswirklichkeit, also den ökonomischen Verwertungsimperativen und der abstrakt vermittelten staatlichen und rechtsförmigen Herrschaft.
Eine materialistische Analyse dessen, was als das wirklich faschistische erkannt werden soll, muss folglich aufzeigen, dass der Faschismus zwar immer die Konsequenz von eben diesen Lebensbedingungen war, jedoch nicht notwendigerweise deren kausale Folge. Das er vielmehr immer nur eine Art der regressiven Reaktion auf diese Vorfindlichkeiten gewesen ist. Das er einer falschen, einer pathischen Projektion aufsaß, welche das Bestehende zwar entschieden ablehnte, jedoch nicht in dem Sinne aufhob, dass es auch wirklich beseitigt wurde.

Die Möglichkeit über eine Aufklärung des gesellschaftlich Unbewussten6 ist beim Faschismus nicht nur still gestellt, sondern vielmehr bereits eliminiert: Der Faschismus war folglich immer das Resultat einer ideologischen Verselbständigung des notwendig falschen Bewusstseins. Er wollte die vorgefundene Wirklichkeit zwar aufheben, wie sein voluntaristisches Wesen deutlich zeigt, allerdings ohne etwas von ihren realen Erkenntnisinhalten zu wissen. Er musste demnach aus einer Nicht-Bewusstheit der realen gesellschaftlichen Prozesse resultieren. Folglich konnte er auch immer nur eine negative Aufhebung der gesellschaftlichen Realität sein. Eine Form der Aufhebung jedoch, deren barbarische Konsequenzen uns heutzutage zumindest historisch bewusst sein sollten. Was aber nicht gleichzeitig heißen soll, dass es mit dem Faschismus schon allein deshalb bereits vorbei sei.

Die Herrschaft konkurrierender Gewalten – die Polykratiethese:

„Und wenn man auch häufig die Tatsache betonte, dass der Faschismus die widersprüchlichen Interessen verschiedener Klassen repräsentiere, so scheinen (…) die Widersprüche auf der institutionellen Ebene der faschistischen Partei und des faschistischen Staates in wunderbarer Weise verschwunden zu sein.“
Poulantzas, Nicos

Zurück zu unser Untersuchung von etwaigen Deutungen. Wir haben uns letztens sowohl den traditionellen als auch den progressiveren marxistischen, sowie den totalitarismustheoretischen Interpretationen zugewandt. Entgegen dem linken Mainstream habe ich letztere sogar verteidigt und zwar gerade ausgehend von einer Perspektive, welche an der Einlösung eines Weltzustandes festhält, der den Namen Kommunismus wirklich verdient. Des weiteren habe ich einen sozialpsychologischen Ansatz vorgestellt, welcher schließlich in der Kritischen Theorie der Frankfurter Schule seine prominenteste Entsprechung fand. Zum Abschluss hatte ich eine Position präsentiert, in welcher der Faschismus als Resultat einer Transformation von spätkapitalistischen Gesellschaften gedeutet wurde. Eine Position, welche untrennbar mit den Namen Horkheimer, Langerhans, Marcuse, Pollock und Neumann verbunden ist.
Den letztgenannten Theoretiker hatte ich bereits in einer der vorangegangenen Ausgaben als einen der prominentesten Vertreter der so genannten Polykratiethese vorgestellt. Mit selbiger These möchte ich nun auch fortfahren. Weil ich den „Behemoth“7 von Neumann bereits umfassend behandelt habe, werde ich mich heute nur kurz auf einige weitere Ansätze von dieser Art beschränken. Ich verweise deshalb nochmals auf meine Ausführungen zum Nationalsozialismus.

Fraenkel und ausgehend davon kurze Zeit später auch Neumann sind bei ihren Analysen eines Patchworks konkurrierender Interessen, welche nur aufgrund von ideologischen Formationen still gestellt werden, immer von einer formal-juristischen Staatsformbestimmung ausgegangen. Deshalb haben sie auch immer die Erosion des positiven Rechts beklagt, welches zugunsten einer eher funktionalen und der nationalsozialistischen Ausgrenzungspraxis von politischen Gegner_innen, sowie der Stilisierung des jüdischen Gegenmenschen völlig entsprechenden Rechtsauslegung suspendiert wurde. Daneben gab es aber noch weitere Theoretiker, welche ebenfalls einer Art von Polykratiethese folgten, sich dabei jedoch nicht bloß auf staatsrechtliche Kategorien stützten.

Einer der prominentesten Theoretiker von dieser Art Faschismusinterpretation war der griechische Neomarxist Poulantzas. In seiner Staatstheorie spiegeln sich sowohl der gramscianische Hegemoniediskurs, Althussers Theorem der ideologischen Staatsapparate, als auch einige postrukturalistische Ansätze wider. Folgerichtig verstand auch er den Faschismus als eine Art Ausnahmeregime, das sich nur aufgrund einer interessenbedingten Spaltung zwischen einem bürokratischen, politischen und ökonomischen Machtblock etablieren konnte, wobei jeder Machtblock unterschiedliche Klassen und Machtgruppen repräsentierte. Aufgrund eines hegemonialen Patts zwischen zwei solcher Machtgruppen – in diesem Fall der aufstrebenden Arbeiterklasse und der Bourgeoisie – kommt es zu einer Machtverlagerung zugunsten einer anderen Gruppe. Dabei wird Hegemonie immer als ein psychischer Prozess gedeutet, welcher zuvor immer schon gewisse sozio-politische Bedingungen voraussetzt. Etwas physikalischer gesprochen: Es löschen sich zwei gleich starke Frequenzen aus. Demnach werden die Massen in der Folge von der faschistischen Propaganda erfasst und in Richtung eines gewissen politischen Konzepts gelenkt. Allerdings ist der Faschismus dabei auch auf die Kooperation mit anderen Interessengruppen angewiesen, weshalb eine polykratische Herrschaft die direkte Folge ist.

Aufmerksamen Leser_innen wird sicher aufgefallen sein, dass dieses Konzept dem Verselbstständigungstheorem von Thalheimer ziemlich ähnlich ist. Tatsächlich sind Anleihen aus dem bonarpartistischen Deutungs-Repertoire mehr als nur zufällig. So muss auch Otto Bauer, der ebenso eher der bonarpartistischen Schule zugerechnet werden kann, als weiterer Vertreter des Polykratieansatzes vorgestellt werden. Auch Bauer vertrat ein Konzept des Klassengleichgewichts. Folglich war für ihn der Faschismus nur deshalb möglich, weil die demokratischen Kräfte ihre Hegemonie verloren haben und reaktionäre und faschistische Ideologien dieses Vakuum füllten.

Der Radikalismus der Mitte – Faschismus als Resultat einer Radikalisierung des mittelständischen Milieus

„Die kurze Rolle der Mittelschichten in der großen Politik ist ein Paradox der Gesellschaftsgeschichte:
Eine Klasse leugnet mit Entrüstung, Klasse zu sein, und führt einen erbitterten Klassenkampf
gegen Wirklichkeit und Idee des Klassenkampfes“

Geiger, Theodor

Das Mittelklassentheorem ist Bestandteil von zahlreichen Faschismustheorien. Wir haben bereits schon gesehen, dass sowohl klassisch marxistische, aber auch zahlreiche bürgerliche Faschismus-interpretationen dieser Annahme folgten. Es sei demnach zu einer Radikalisierung des mittelständischen Milieus gekommen, deren direkte Konsequenz der Faschismus war. Faschismus ist also bloß der Ausdruck einer radikalisierten Mittelklasse.
In der Tat konnte eine auffallend hohe Zustimmung von Angehörigen des mittelständischen Milieus beobachtet werden. Allerdings ist es falsch den Faschismus deshalb als reines Mittelklassenphänomen zu deuten. Das integrative Moment faschistischer Bewegungen wird dabei nämlich völlig ignoriert. Es wird also nicht erklärt, warum es gerade die faschistischen Parteien waren, welche bereits den Charakter von Volksparteien hatten, deren Mitglieder und Sympathisanten sich aus allen gesellschaftlichen Schichten rekrutierten.

Neben denjenigen Theorien, für die das Mittelklassentheorem nur ein Bestandteil der eigenen Analyse war, gab es auch einige soziologische Deutungsversuche, die sich einzig auf die Annahme stützten, der Faschismus sei die Konsequenz einer radikalisierten Mittelklasse. Diese Theorien beschäftigen sich allesamt mit der zwar korrekten Feststellung, dass es im Zuge der gesellschaftlichen Modernisierung zu Divergenzen innerhalb der Sozialstruktur kam. Richtig ist auch die Feststellung, dass dieser Erosionsprozess, welcher von sozialen, politischen und ökonomischen Krisen ausgelöst wurde, die Mittelschichten am allermeisten betraf. Der Statusverlust bei ihren Vertretern war enorm. Das Auseinanderdriften des traditionellen Sozialgefüges barg demnach ein enormes Potential zur Proletarisierung. Große Teile der alten aber auch der neuen Mittelklasse waren davon betroffen: Beamte, Freiberufler, usw. Aus diesem Grund strebten sie, folgt man dieser Interpretation, auch die Umstrukturierung des Staates und der Gesellschaft an.

Das dabei die integrative Komponente faschistischer Bewegungen und die gesamtgesellschaftliche Zustimmung zu ihnen außer Acht gelassen wurde, habe ich bereits erwähnt. Die Sache hat aber noch einen weiteren Haken. Für das bereits nachhaltig modernisierte Deutschland trifft diese quantitative Analyse in weiten Teilen zwar tatsächlich zu, selbst wenn der klassenübergreifende Charakter der NS-Bewegung in der eigenen Analyse sträflich vernachlässigt worden ist. Wie wir aber bereits wissen, existierten die Mehrzahl faschistischer Gruppierungen jedoch gerade in vormodernen Gesellschaften: In Italien und in zahlreichen Ländern Osteuropas. Der Austrofaschismus stellt insofern eine Sonderform dar, dass hierbei der Zusammenbruch der Österreich-ungarischen Monarchie gewisse Effekte auf den Ultranationalismus der österreichischen Faschisten zeitigte. Der spanische Semifaschismus wurde ohnehin schon als ein Sonderfall betrachtet.
Es ist also schwer, dass Mittelklassentheorem als allumfassendes Erklärungsmuster aufrecht zuhalten. Diese Art von Interpretationen tragen keineswegs in sinnvoller Weise zu einer allgemeinen Theorie des Faschismus bei.

Abschließend sollen noch einige bekannte Vertreter dieses Ansatzes vorgestellt werden. Zu nennen sind hier besonders Theodor Geiger, Hendrik de Man und Seymor Lipset. Letztgenannter hat die Debatte um den Extremismus der Mitte geprägt, auf die sich auch neuere sozialwissenschaftliche Studien im Kontext von gesamtgesellschaftlichen Zustimmungen zu den Ideologien der Ungleichwertigkeit stützen.

Faschismus als Folge einer kulturellen Erosion

„Die Attraktivität der Lösungen, die die radikale Rechte anzubieten hatte, war umso größer, da die faschistische Ideologie einfach den harten Kern und die radikalste Variante eines sehr viel weiter verbreiteten und sehr viel älteren Phänomens darstellte: eine umfassende Revision der essentiellen Werte des humanistischen, rationalistischen und optimistischen Erbes der Aufklärung. Am Ende des 19. Jahrhunderts nahm die Abwendung von der Aufklärung wahrlich katastrophale Ausmaße an und fegte über weite Teile des kulturellen Europa hinweg.“
Sternhell, Zeev

Bereits in meinem ersten Artikel habe ich versucht aufzuzeigen, dass eine kulturelle Erosion als direkte Reaktion auf die Folgen des Modernisierungsprozesses zu beobachten war. Besonders die Renaissance des Irrationalen während der Kulturkrise des Fin de Siècle kann als exemplarisches Beispiel für dieses Kulturparadigma angeführt werden: Der Sieg der Gegenaufklärung über das Primat der Vernunft.
Diese kulturelle Transformation ist ebenfalls ein wesentlicher Bestandteil von zahlreichen Interpretationsversuchen des Faschismus. Und zwar sowohl auf der gegenaufklärerischen Seite als auch auf Seiten progressiver Faschismustheoretiker. Als Beispiel für erstgenannte, eher rechte Theorietradition können Friedrich Meinecke und Gerhard Ritter genannt werden. In gewisser Weise müssen hier auch die Apologeten der Fortsetzung einer Gegenaufklärung in der Denktradition der historischen Rechtsschule, also einer Linie Savigny – Schmitt angeführt werden. Dies ist beispielsweise einer der bedeutendsten Vordenker der neoliberalen Ideologie, der österreichische Nobelpreisträger Friedrich von Hayek. Progressive Deutungen finden sich hingegen unter anderem bei Georg Lukács, Zeev Sternhell oder George L. Mosse.

Kulturhistoriker wie Ritter und Meinecke interpretierten den Faschismus als das Produkt einer kulturellen Dissoziation. In deren Folge kam es dann zu einem moralischen Relativismus, einem Verfall althergebrachter Wertvorstellung und traditioneller Lebensweisen. Letztlich deuten diese Denker den Faschismus als den Einbruch eines dämonischen Prinzips in die Geschichte. Im Vordergrund ihrer Analyse steht die gesamtgesellschaftliche Krise nach Ende des Ersten Weltkrieges. In deren Konsequenz kam es zu ökonomischen Erschütterungen, bislang undenkbaren gesellschaftlichen Konflikten und letztlich zu einer kulturellen Anomie. Dies alles führte dann zu einer Art geistigen Zusammenbruch, welcher den Weg für völlig neuartige radikale Nationalismen freimachte.

Eine etwas andere Interpretation findet sich hingegen bei Lukács. Er betonte schon recht frühzeitig, dass der Nationalsozialismus das Produkt einer eigentümlichen irrationalen deutschen Kulturentwicklung war, die von der Romantik über lebensphilosophische Doktrinen und pseudowissenschaftliche Konzepte bis hin zum kulturellen und sozialen Faschismus verlief. Dabei hebt Lukács mit Blick auf die geistigen Vordenker der faschistischen Ideologie immer schon eine gewisse intellektuelle Genealogie des Faschismus hervor.

Ganz ähnlich äußert sich auch Zeev Sternhell. Seine Untersuchungen zum so genannten Präfaschismus weisen eine ähnliche Traditionslinie auf und widerlegen Ernst Noltes kausalen Nexus, also die Annahme die Vorgeschichte des Nationalsozialismus sei der GULAG, recht eindrücklich.

Ein weiterer Vertreter des kulturellen Paradigmas war George L. Mosse, wobei dessen Analyse bereits sehr vielschichtig war und nicht bloß auf einen kulturellen Transformationsprozess verweist. Er kann deshalb in gewisser Weise auch als wichtiger Vordenker des so genannten generischen Ansatzes angeführt werden, dessen prominenteste zeitgenössische Vertreter Roger Griffin, aber auch der Mosse-Schüler Stanley Payne sind. Laut Mosse waren die faschistischen Bewegungen kulturrevolutionäre Erscheinung, deren Hauptziel die Erschaffung eines revolutionären „Neuen Menschen“ war. Der Faschismus bemühte sich um die Entwicklung einer neuen politischen Kultur, anstelle der materialistischen, pragmatischen und liberalen Weltanschauung. Zudem verwarf Mosse die weit verbreitete These einer plötzlichen Explosion des Irrationalen. Der Faschismus ist für ihn vielmehr eine spezifische Revolution von Rechts, die neue kulturelle Formen öffentlicher Ästhetik und Liturgie zutage förderte und den Massen das Gefühl der Erfüllung durch die Gemeinschaft versprach. Auch deshalb, weil eine neue gesellschaftliche Hierarchie propagiert wurde, die gerade nicht auf Status, sondern auf Funktion beruhte.

Modernisierungsdiktatur oder anti-moderner Reflex? Das Verhältnis von Faschismus und Moderne

„Traditionalismus beinhaltet die Verwerfung des Modernismus. Beide, Faschisten als auch Nazis huldigten dem technologischen Fortschritt, während zugleich traditionalistische Denker diesen für gewöhnlich als Negation von spirituellen Werten ablehnen. Bei alledem; selbst wenn der Nazismus stolz auf seine industriellen Errungenschaften war, war dessen Lob des Modernismus nur die Oberfläche einer Ideologie, die auf „Blut und Boden“ basierte. Die Ablehnung der modernen Welt war maskiert als Zurückweisung der kapitalistischen Lebensart, aber sie fußte hauptsächlich auf der Verwerfung des Geistes von 1789 (und natürlich auch von 1776)“
Eco, Umberto

Ich habe in den vorangegangenen Beiträgen bereits mehrmals thematisiert, dass der Faschismus als eine Modernisierungsdiktatur gedeutet werden kann, welche sich gleichzeitig bemüht, von der Moderne abzugrenzen. Nur wenige Theoretiker lösen dieses Dilemma auf, in dem sie beide Paradigmen zusammen denken. Aus diesem Grund etablierten sich auch zwei konkurrierende Denkschulen. Eine erste legte ihren Fokus eher auf die Modernisierungseffekte faschistischer Regime. Eine zweite betonte gleichzeitig auch den genuin anti-modernen Charakter faschistischer Ideologie.

Betrachten wir zunächst einige Theoretiker, welche den Faschismus als Gegenbewegung zur Moderne deuteten. Wolfgang Sauer etwa meinte, im Faschismus eine politische Bewegung von Modernisierungsverlierern zu erkennen und knüpfte damit direkt an das Mittelklassentheorem an. Allerdings reduzierte er den Faschismus nicht bloß auf das mittelständische Milieu.

Barrington Moore Jr. ging von einem verzerrten Modernisierungsprozess aus, der unter der Kontrolle ländlicher und militärischer Eliten verlief. Dies mag in Deutschland für große Teile des ostelbischen Gebiets zutreffen und hat auch für den italienischen Faschismus gewisse Geltung. Das komplexe Phänomen Faschismus wird damit jedoch noch lange nicht erklärt.

Der linke Historiker Detlev Peukert hat in seinen sozialhistorischen Studien zur Weimarer Republik die Ursprünge von zeitgenössischen sozial- und kulturpolitischen Phänomenen untersucht. Dabei fielen ihm zahlreiche komplexe Verschränkungen auf. Die Sozialstruktur Deutschlands unterlag demnach einem nachhaltigen Wandel. Traditionelle Wertvorstellungen und Lebensweisen kollidierten mit völlig neuartigen Lebensentwürfen und -möglichkeiten. Es bildeten sich in der Folge ganz neue Milieus heraus, traditionelle Milieus differenzierten sich hingegen aus. Die Zustimmung zur Nationalsozialistischen Ideologie beobachtete er vor allem in traditionalistisch orientierten, konservativen und anti-westlichen Milieus. Peukert wies zudem auf die Tatsache hin, dass es im Deutschland jener Tage bereits recht schwierig war, eine exakte Bewertung anhand von traditionellen Klassen- und Schichtvorstellungen vorzunehmen. Er differenziert in seiner Analyse dahingehend, dass er auch nach weiteren Faktoren (etwa Religionszugehörigkeit, urbane und nicht urbane Milieus, usw.) unterscheidet.

Henry Ashby Turner verwirft hingegen als einer der Ersten die weithin gültige Vorstellung einer Finanzierung der nationalsozialistischen Bewegung durch die deutsche Großindustrie. Stattdessen konstatierte auch er einen Modernisierungsschub durch den Faschismus, interpretierte diesen jedoch als Mittel zu anti-modernistischen Zwecken. Er kann also als einer derjenigen Theoretiker angeführt werden, die beide Paradigmen zusammen gedacht haben. Dabei vertrat er unter anderem die Ansicht, dass „die Nationalsozialisten (…) Industrieprodukte haben (wollten), aber keine Industriegesellschaft“.8 Eine wesentliche Essenz des Faschismus sieht er in „eine(r) Revolte gegen die moderne Industriegesellschaft“ und im Versuch „eine ferne mythische Vergangenheit zurückzuerobern.“9

Die zweite, eher modernisierungstheoretische Schule, arbeitet mit der für Modernisierungstheorien sehr typischen Zeitmetaphorik. Der Faschismus wird als mitteleuropäische Variante einer autoritären Regierungsformen in der Krise gedeutet. In dieser Krise kam es zu heftigen Konflikten und Verschiebungen des Machtgleichgewichts zwischen den unterschiedlichen sozialen und ökonomischen Gruppen. Die traditionelle Gesellschaftsstruktur hat sich durch den Modernisierungsprozess völlig verändert. Die meisten dieser Theorien vermeiden dabei jedoch bewusst den typischen Reduktionismus eines Konfliktes zwischen Arbeit und Kapital. Stattdessen wird ein breites Spektrum von sozialen und strukturellen Kräften, vor allem auch von nationalen Interessen hervorgehoben.

A. James Gregor sah im Faschismus einen Prototyp für eine die Massen mobilisierende Entwicklungsdiktatur. Er konnte sich vor dem Hintergrund einer destabilisierenden Krise des bestehenden Staatswesens zahlreicher Bündnispartner bemächtigen. In Folge wandelte er den Staat sukzessive vermittels bestimmter Eliten und bürokratischer Verwaltungsstrukturen in ein faschistisches Gemeinwesen um. Dabei kombinierte der Faschismus ökonomische und staatlich-bürokratische Modernisierungsprozesse mit einem diktatorischen System.

Wo genau liegt aber nun die Modernisierungsfunktion? Sie kann einerseits im Versprechen des Faschismus zur Integration von bisher aus der Nation Ausgestoßenen gesucht werden. Gleichzeitig propagierten faschistische Bewegungen immer schon einen Dritten Weg zwischen Liberalismus und Sozialismus. Neu war zudem der Charakter einer integrativen, von traditioneller Klassen- und Schichtzugehörigkeit völlig losgelösten Massenbewegung. In seiner Herausbildung adaptierte die faschistische Ideologie moderne Triebkräfte und verband diese mit einem eher konservativen Gründungsmythos.

Whatever happened to Fascism? Aktualität und Relevanz einer Auseinandersetzung mit dem Faschismus

„Der spezifisch historische Faschismus kann niemals von neuem geschaffen werden, aber der Beginn des 21. Jahrhunderts mag insbesondere in Osteuropa, Afrika und Asien den Aufstieg von sowohl neuen Formen eines autoritären Nationalismus als auch teilweise mit ihm verwandten Formen erleben.“
Payne, Stanley

Ich habe in allen meinen Ausführungen versucht, den historischen Charakter des Faschismus darzustellen. Dabei habe ich den Faschismus immer als ein bereits abgeschlossenes, ein historisches Phänomen begriffen. Den gegenwärtigen autoritative turn habe ich immer deutlich von den klassischen Faschismen abgegrenzt und seine Ursachen in gegenwärtigen Krisenprozessen verortet. Dabei ging es mir nicht darum, den Faschismus als Erklärungsmodell zu delegitimieren oder zu entsorgen. Ich finde es vielmehr problematisch, den Faschismus als ein überhistorisches Konzept zu deuten. Gerade auch, weil dies die Möglichkeiten einer kritischen Gesellschaftsanalyse oft versperrt. Zu unterschiedlich waren bereits schon diejenigen Kontexte, welche den historischen Faschismus zeitigten. Wird der Faschismus jedoch als eine überhistorische Konstante begriffen, dann fällt es umso schwerer, die zeitgenössischen Regressionsformen genau zu beurteilen: Etwa die gegenwärtige Entwicklung in Ungarn, die neuen kulturellen identitären Bewegungen islamistischer Prägung, den hinduistischen Ultranationalismus, die Entwicklungen in Nordkorea, den iranischen Gottesstaat, die ultranationalistischen und ethnizistischen Genozide in einigen afrikanischen Ländern, aber auch die zahlreichen populistischen Bewegungen in Lateinamerika und deren etwas harmlosere rechtspopulistische Pendanten in Europa.

Wenn der Faschismus, so wie wir ihn kennen, also tatsächlich nur ein epochales Phänomen war, was demnach nicht heißen soll, dass keine Renaissance des Faschismus mehr stattfinden könne: Wie bewertet man dann all die genannten faschistoiden Erscheinungsformen? Wenn in den westlichen Ländern gegenwärtig der autoritäre Etatismus viel präsenter ist als neofaschistische Gruppierungen, die in die westlichen Parlamente einziehen oder vermittels Bündnis mit anderen reaktionären Kräften die politische Herrschaft übernehmen: Wie sollen dann Phänomene dieser Art gewertet werden?
Ist es aufgrund der Vernichtungsdrohung von einigen islamistischen Gruppierungen deshalb tatsächlich wichtiger, sich vordergründig einer Kritik von diesen Bewegungen (und natürlich auch ihren nicht-islamistischen Pendanten, etwa der hinduistischen Shiv Sena) zu widmen. Ich möchte abschließend einige Argumente gegen ein Festhalten am historischen Faschismusbegriff anführen.

Für die Verwendung des Faschismusbegriffs, für eine Bewertung von zeitgenössischen religiös motivierten Vergemeinschaftsungsideologien, spricht die Tatsache, dass der säkulare Charakter des klassischen Faschismus nie wirklich existent war. Wir wissen das von der katholischen Prägung des rumänischen Faschismus. Auch die Rolle des Katholizismus innerhalb der Franco-Diktatur zeigt dies recht deutlich. Andererseits kennen wir den Arier-Kult der nationalsozialistischen Bewegung. Dem Faschismus lag demnach immer schon eine eher pseudoreligiöse Komponente und folglich eine irrational-neoidealistische Transzendenz zugrunde.
Am Beispiel des Iran kann jedoch das entscheidende Moment des Verhältnisses von Religion und Staat nicht wirklich als notwendige Vorbedingung gewertet werden. Auch die Fragestellung nach einem gescheiterten säkularen Gemeinwesen stellt sich hier nicht wirklich. Das Modernisierungstheorem greift schon deshalb nicht, weil die iranische Revolution als eine säkulare, pro-moderne Revolte (anti-westliche Akzente lassen sich eher mit einer Parteinahme westlicher Länder für das Regime des Schah begründen) begonnen hat. Der anti-westliche und anti-moderne Reflex der islamischen Republik Iran muss also ganz andere Ursachen haben.
Innerhalb der islamischen Welt sind bislang kaum demokratische Formen der gesellschaftlichen Vermittlung hervorgebracht worden. Ob der heraufbeschworene Demokratisierungsprozess dieser Tage hier eine Zäsur darstellt, bleibt deshalb auch abzuwarten. Das negative Beispiel des Iran sollte kritische Kritiker_innen deshalb, bei aller Sympathie für die aktuellen Entwicklungen, von jedweder Euphorie abhalten.

Dennoch dient gerade die Religiosität im Islam immer als entscheidender Impuls für einen Eintritt der Massen in die Politik. Lädt sich diese Tendenz dann mit regressiven Elementen auf, dann besteht zumindest immer auch eine Möglichkeit der negativen Aufhebung des bürgerlichen Subjekts als projizierte Antipode der religiösen Subjektkonstituierung. Nur muss das bürgerliche Subjekt dazu bereits die politische Bühne betreten haben.
Im Islam scheint das faschistoide Potential anderen Ursprungs zu sein: Es existiert dort vielmehr ein immanenter Konflikt im Versuch einer Konstitution der islamischen Moderne in Abgrenzung zur traditionellen Moderne. Dabei fallen zahlreiche Bestrebung auf, die den Verlust mythologischer Orientierung durch Entwurf neuer Mythenkonstrukte zu kompensieren versuchen. Die Exegese religiöser Schriften kann der faschistoiden Vergemeinschaftungsform dann immer als Reservoir für eine Mythenkonstruktion dienen.

Da es bereits schwer ist, die traditionellen faschistischen Bewegungen und Regime des vergangenen Jahrhunderts unter einen geeigneten Sammelbegriff zu subsumieren und weil eine überhistorische Analyse immer Gefahr läuft, ihren Redegegenstand zu relativieren, schlage ich deshalb vor, den begriff als analytische Kategorie zu fassen. Ein geeigneter terminus technicus, welcher zudem die Potenzialität hervorhebt, ist deshalb die Betonung des faschistoiden Charakters, von solch neuartigen kulturellen und politischen Bewegungen.
Was eine materialistische Faschismusanalyse zu leisten hat, habe ich Eingangs versucht zu illustrieren. In diesem Sinne will ich den historischen Faschismus auch als abgeschlossenes System verstanden wissen. Neuartige regressive Erscheinungen müssen ihren jeweiligen Kontexten entsprechend gedeutet werden. Das die Ursachen jenen von damals ähneln oder sogar entsprechen, impliziert meine Mahnung, die ich im Sinne von Adorno als eine Warnung verstanden wissen will: Dass die Ursachen von Faschismus und Nationalsozalismus weiterhin existent sind, weshalb eine erneute Gefahr der negativen Aufhebung, ein erneuter Siegeszug der Unvernunft, der Triumph des Mythos über den Logos, ein Rückfall in die Barbarei niemals ausgeschlossen werden kann. Nur benötigt man für die Darstellung einer solchen Katastrophe einen Begriff, der enorme Unschärfen impliziert?

Ich bedanke mich nochmals recht herzlich bei der Redaktion des FreibÄrgers für die Veröffentlichung dieser Reihe und hoffe einige Impulse zur eigenen Theoriebildung geliefert zu haben.

Anmerkungen:

  1. MASON, TIMOTHY W.: „Whatever happened to ‚Fascism‘?“, in: CHILDERS, THOMAS; CAPLAN, JANE (Eds.): „Reevaluating the Third Reich“, New York, 1993. pp. 253-262.[zurück]
  2. So hat sich vor einigen Jahren bei einem meiner Referate zum Thema „Die Genese des Faschismus“ in Tübingen ein älterer BdA-Aktivist darüber beschwert, dass sein Bekannter die Straßen der Stadt als „faschistisch“ betitelte. Noch krasser bringt es dann schon etwas senile TV-Hauptkommissar Peter Sodann auf den Begriff. Als Linkspartei- Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten fand dieser schon mal, dass Graffiti-Sprühereien auch eine Art von „Faschismus“ seien. Das zudem in weiten Teilen der eher theorieresistenten Linken in der alten BRD alles bereits irgendwie „faschistisch“ war, davon zeugen auch heutzutage noch zahlreiche Flugblätter in Sammelbänden, etwa über die autonome Bewegung. Und einem Punk wird man auch nicht wirklich ausreden können, dass „Bullen“ nur die „Büttel des faschistischen Systems“ sind. [zurück]
  3. So kann eine sozialwissenschaftliche Deutung sich dem Gegenstand immer nur aus einer sozialwissenschaftlichen Perspektive nähern, eine politologische Beschreibung wird nach politikwissenschaftlichen Prämissen urteilen und eine sich weltanschaulich eher links verortende Interpretation ist folglich ebenso in ihren weltanschaulichen Maßstäben befangen. Historische Konzepte stellen hier zwar eine Ausnahme dar, unterliegen aber letztlich doch nur jener Weise, von wo aus und wie sich dem Gegenstand genähert wird. [zurück]
  4. Vgl. dazu etwa ALLARDYCE, GILBERT: „What Fascism Is Not: Thoughts on the Deflation of a Concept“, in: American Historical Review, No. 84 (1979), pp. 367-398. [zurück]
  5. Dialektik soll hier gerade nicht als das berühmte und alles erklärende Prinzip einer marxistischen Gesellschaftsanalyse verstanden werden, sondern als ein Instrument, vermittels dessen der Erkenntnisgehalt einer in Widersprüchen erscheinenden Wirklichkeit überhaupt erst aus seiner bloßen Scheinform heraus extrahiert werden kann: „Was die dialektische Bewegung ausmacht, ist gerade das Nebeneinanderbestehen der beiden entgegengesetzten Seiten, ihr Widerstreit und ihr Aufgehen in eine neue Kategorie. Sowie man sich nur das Problem stellt, die schlechte Seite auszumerzen, schneidet man die dialektische Bewegung entzwei“ (MARX, KARL 1959: Das Elend der Philosophie. Antwort auf Proudhons ‚Philosophie des Elends‘, in: MEW 4: p. 133, Hervorhebung n.i.O.). [zurück]
  6. Der klassische Liberalismus hat sich diese Möglichkeit noch offen gelassen, wie sich recht nachdrücklich an Kants Postulat eines „Ewigen Friedens“ oder der „invisible hand“ von Adam Smith aufzeigen lässt. Ein weiterer Versuch der Aufklärung über das gesellschaftlich Unbewusste ist das berühmte Fetischkapitel im Ersten Band des Marxschen Kapital. Mit dem Nationalsozialismus hat sich jede Möglichkeit einer solchen Aufklärung jedoch von Vornherein erledigt. Gesellschaftskritik auf der Höhe der Zeit kann also nur noch auf jene Kontingenz einer Barbarei rekurrieren. [zurück]
  7. NEUMANN, FRANZ L.: „Behemoth. Struktur und Praxis des Nationalsozialismus 1933-1944“, Frankfurt am Main, 2004. [zurück]
  8. TURNER, HENRY ASHBY: „Faschismus und Kapitalismus in Deutschland“, Göttingen, 1972, p. 178 [zurück]
  9. Ebd. p. 181 [zurück]
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