»Verzweiflung sublimieren«: Interview mit Herbert Marcuse

Herbert Marcuse ist für die akademisierte wie außerakademische kritische Theorie heute eigentlich ein toter Hund. Zuletzt zog der Hamburger Soziologe Tim Müller Marcuse als vermeintlichen CIA-Agenten und »praktischen« Gegenpart zum un-praktischen Adorno auf. Detlev Claussen hat dies scharf kritisiert und dafür plädiert, Marcuse lieber einmal selbst zu lesen. In der seit 1979 laufenden Reihe »Zeugen des Jahrhunderts«, deren Gesprächspartner gemäß der intellektuellen gesellschaftlichen Regression mit der Zeit immer langweiliger wurden, findet sich auch ein Interview mit Herbert Marcuse, das nun in seinen ganzen 50 Minuten gesehen und gehört werden kann.

Auf Youtube wurde die Sendung nämlich kürzlich erneut zugänglich gemacht. Post mortem wird der kritische Theoretiker dort im tödlichen Würgegriff des Nationalen präsentiert: auf dem Youtube-Kanal »Gedächtnis der Nation«. Im deutschen Kulturkanon kann Marcuse nationale Befindlichkeiten nicht befriedigen, sondern nur zerstören.

via Beatpunk

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