Bürgermob und Nazis in Freiberg

Letzten Samstag, am 30. November, führten sogenannte TddZ -Aktivisten (Tag der deutschen Zukunft) eine Kundgebung am Freiberger Postplatz durch. Unter dem Motto „Zukunft statt Überfremdung“ versuchten sie dabei an fremdenfeindliche Stimmungen in der lokalen Bevölkerung anzuknüpfen und von den aktuellen Aufmärschen gegen Asylbewerberheime in Ostdeutschland zu profitieren. Allerdings folgten dem Aufruf lediglich etwa 20 Nazis aus der Region. Auf Schildern, Transparenten und Redebeiträgen wurde gegen Ausländer und Asylbewerber gehetzt.

Die unsägliche Initiative „Wir sind Freiberg“ rief bereits am Freitag zu Gegenprotesten unter dem Motto „Wir sind Demokratie“ auf und verblieb damit ganz in der Symbolik der Schneeberger Nazis, die mit der Forderung „Mut zur Demokratie jetzt!“ ihre Hetze untermalen. Neben der MdL Veronika Bellmann (CDU) folgten dem Aufruf von „Wir sind Freiberg“ unter anderem Oberbürgermeister Schramm und der Landtagsabgeordnete Benjamin Karabinski (FDP). Zwar hat die als Imagekampagne der Stadt gestartete Inititive mittlerweile gelernt von Ausländerfeindlichkeit anstelle von Gewalt und Extremismus zu reden. Jedoch verbleibt ihre Aktionsform beim medialen Spektakel, das für die 20 Nazis kaum angemessen ist. Im Aufruf heißt es:

Es ist uns wichtig, in diesem Zusammenhang ein aktives Zeichen für Weltoffenheit, Toleranz und vor allem Menschlichkeit zu setzen. (…) Lassen Sie uns gemeinsam den Blick darauf lenken, dass Fremdenfeindlichkeit in der traditionsreichen Berg- und Universitätsstadt Freiberg weder Tradition noch Platz hat. Lassen Sie uns gemeinsam zum Ausdruck bringen, dass wir uns in aller Form von ausländerfeindlichen und rechtsradikalen Bewegungen distanzieren und gerade mit Blick auf die vorweihnachtliche Zeit die Botschaft eines friedlichen Miteinanders im Mittelpunkt steht.

Wir möchten Sie bitten, diese Information im Rahmen Ihrer Möglichkeiten weiterzutragen, um möglichst viele Teilnehmer zu aktivieren.
Bitte bringen Sie zur Kundgebung Rasseln, Trillerpfeifen, Trommeln und Ähnliches mit, verzichten Sie aber bitte auf Glasflaschen, Stöcke, Masken und offenes Feuer.
Werden Sie aktiv und unterstützen Sie uns.

Im Vordergrund steht also vor allem der traditionsreiche Standort Freiberg, zu dem die Nazis nicht gehören sollen und für den man sich eine aktive Bürgerschaft wünscht. Entsprechend bietet der irrelevante Aufmarsch der seit Jahren weniger werdenden Freiberger Nazis den Initiatoren der Stadt eine Gelegenheit für Provilierung und Vergemeinschaftung zugleich. Dass bei der Darstellung als „weltoffene Stadt“ die Realität notwendig verdrängt werden muss, versteht sich dabei von selbst.


Freiberger Neonazis vor der Post.

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1 Antwort auf “Bürgermob und Nazis in Freiberg”


  1. 1 Zahl rechter Übergriffe in Sachsen steigt | Alternative Dresden News Pingback am 26. Februar 2014 um 13:33 Uhr
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