Frei.Wild Konzert in Freiberg

Am 11. Dezember gab die umstrittene Rechtsrockband Frei.Wild im Freiberger Tivoli ein Konzert vor über 1500 Menschen. Die Karten für das Konzert waren nach dem Verkaufsstart innerhalb von vier Tagen ausverkauft gewesen.

Zur Problematik der Band:
Frei.Wild-Dossier
Antifaschistisches Infoblatt: Zwischen Kitsch und Subkultur

Ausnahmezustand im „Tivoli“ Freiberg

erschienen in Freie Presse vom 13. Dezember 2013

Die Band Freiwild hat am Mittwochabend ein ausverkauftes Konzert in der Bergstadt gegeben. Von der deutschlandweit geführten Kontroverse war hier nichts zu spüren.

Von Thomas Reibetanz

Freiberg – Schon ab dem späten Mittwochnachmittag herrschte vor dem Freiberger „Tivoli“ Ausnahmezustand, nach dem Einlass auch drinnen. Denn 1500 Fans aus ganz Deutschland waren in die Stadt gekommen, um eine der meistdiskutierten Bands dieses Jahres live zu erleben: Freiwild. Die Südtiroler um Sänger Philipp Burger singen vom Stolz auf ihre Heimat und stellen sich auf die Seite derer, die sich eher als Deutsche denn als Italiener fühlen. Das hatte deutschlandweit zu Diskussionen um rechtsradikale Töne geführt. Dafür wurde die Band nach dem angedrohten Boykott einiger Bands auch von der Nominierungsliste für den Musikpreis „Echo“ gestrichen.

Von all dem war beim Konzert in Freiberg, das nach Verkaufsstart im August binnen vier Tagen restlos ausverkauft war, nichts zu spüren. „Hier waren ganz normale Menschen, die das Akustik-Konzert einer Rockband gefeiert haben“, sagte „Tivoli“-Geschäftsführer Roland Säurich. „Dieser Ausnahmezustand herrschte nur, weil es so viele Fans waren und, weil es besondere Sicherheitsvorkehrungen gab, welche die Band selbst fordert.“ So entschuldigte sich Sänger Burger während des Konzertes für die intensiven Einlasskontrollen. „Damit wollen wir vermeiden, dass Nazis unsere Konzerte als Plattform nutzen“, sagte er.

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