Asyl-Forum: Krüger mahnt sachliche Debatte an

erschienen in Freie Presse vom 04. September 2015

OB: Info-Veranstaltung soll nicht für politische Zwecke missbraucht werden

Freiberg. Oberbürgermeister Sven Krüger (SPD) hat die Freiberger aufgerufen, die morgige Informationsveranstaltung zur Notunterkunft für Asylbewerber nicht für politische Zwecke zu missbrauchen. „Wer erwartet, dass es eine politische Veranstaltung sein wird, ist dort falsch“, sagte Krüger gestern. Das Treffen im Kinopolis diene dazu, die Fragen der Anwohner zu beantworten. Neben Krüger werden Vertreter der Landesdirektion und des Polizeireviers Freiberg zugegen sein. Geleitet wird die Veranstaltung von Superintendent Christoph Noth von der Evangelischen Kirchgemeinde.

Die Polizeidirektion teilte auf Anfrage mit, dass definitiv Beamte vor Ort sein werden, um die Veranstaltung abzusichern. Der Oberbürgermeister machte noch einmal deutlich, dass die Plätze im Saal des Kinopolis begrenzt sind. Dort finden 250 Personen Platz.

Krüger widersprach zudem einer Mitteilung von Freigida. Die Gruppe hatte gestern angegeben, dass Krüger sie gebeten habe, mit für die Sicherheit am Samstag zu sorgen. Das Freiberger Stadtoberhaupt räumte zwar ein Telefonat mit dem Freigida-Kopf Roy Humpisch ein. Er habe ihm deutlich gemacht, dass die Veranstaltung sich an die Anwohner der Notunterkunft richte, sagte Krüger auf Anfrage. Zudem habe er an die Verantwortung von Herrn Humpisch appelliert, eine Eskalation zu verhindern. Freigida ruft auf, möglichst zahlreich im Kinopolis zu erscheinen.

Die Grünen fordern OB Krüger auf, morgen klare Worte gegen mögliche rassistische Äußerungen zu finden. Dies teilte Kreispressesprecher Markus Scholz mit. Gleichzeitig sehen sie Landrat Matthias Damm (CDU) in der Pflicht, den Druck auf die Landesregierung zu erhöhen. Auch die mittelsächsische CDU setzt ein Zeichen. Angesichts der Ereignisse in Heidenau oder in Berlin, wo Flüchtlinge attackiert wurden, sprach sich der Kreisvorstand gegen die Gewaltanwendung radikaler Gruppen gegenüber Asylbewerbern und Polizisten aus.

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