Ulbig kritisiert OB Krüger

erschienen in Freie Presse vom 16. Oktober 2015

Freiberg. Die Kommunikationspanne in der Landesregierung, wegen der der Ausbau der Freiberger Notunterkunft zunächst nicht Oberbürgermeister Sven Krüger (SPD) mitgeteilt worden war, schlägt Wellen. Innenminister Markus Ulbig (CDU) kritisierte gestern das Verhalten des Stadtoberhaupts. Grund dafür ist ein Kommentar Krügers im sozialen Netzwerk Facebook. Darin machte er noch einmal deutlich, dass er erst auf mehrmalige Nachfrage erfahren habe, was rund um die Glückauf-Turnhalle im Gange sei. „Ich bin immer noch sprach- und fassungslos, mit welcher Respektlosigkeit man behandelt und auch noch für dumm verkauft wird“, schreibt Krüger.

„Wir nehmen den Fehler auf uns“, sagte Ulbig gestern. „Aber in solcher Art und Weise vorzugehen, trägt nicht dazu bei, den Eindruck zu erwecken, dass man die Herausforderungen gemeinsam bewältigt.“ Er habe mit Finanzminister Unland gesprochen. Beim Staatsbetrieb Immobilien- und Baumanagement sei die vorgeschriebene Kommunikationsstrecke nicht eingehalten worden. „Ich habe aber kein Verständnis, was daraus gemacht wurde. Minister Unland hat noch versucht, mit dem OB zu reden. Der hat sich in den Urlaub verabschiedet“, so Ulbig.

Der mittelsächsische SPD-Chef Henning Homann schlug sich auf die Seite seines Parteifreundes Krüger. Die Kritik sei berechtigt, sagte er: „Leider ist es nicht die erste Informationspanne im Innenministerium. Es entsteht in diesem Fall nicht zu Unrecht der Eindruck, dass über die Köpfe der kommunalen Verantwortungsträger hinweg gehandelt wird.“

Reik Kneisel, der Vorsitzende der Linksjugend Freiberg, warf Krüger dagegen Stimmungsmache vor. „Mit seinem Schuss gegen die Verantwortlichen schürt er nur den ohnehin schon großen Hass und die Wut der Bürger der Stadt und nicht zuletzt des ganzen Landkreises“, so Kneisel.

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