Linksjugend kritisiert Krüger

erschienen in Freie Presse vom 28. Oktober 2015

Die Jugendorganisation wirft dem Stadtoberhaupt vor, keine Präsenz am Sonntag während der Ausschreitungen am Bahnhof gezeigt zu haben. Der Amtsinhaber will das nicht kommentieren.

Von Kai Kollenberg

Freiberg. Die parteinahe Jugendorganisation der Linken in Freiberg, die Linksjugend, hat Oberbürgermeister Sven Krüger (SPD) wegen seines Verhaltens rund um die Ausschreitungen am Sonntagabend am Freiberger Bahnhof scharf angegriffen. Ihr Vorsitzender Reik Kneisel warf dem Stadtoberhaupt vor, dass er nicht vor Ort präsent gewesen sei, als der Flüchtlingszug ankam.

„Er hätte sich zeigen müssen, gerade um ein für ihn wichtiges Zeichen zu setzen“, sagte Kneisel. Aber der OB ziehe nicht die richtigen Schlüsse, sondern wehre sich immer noch dagegen, dass man ihm eine Mitschuld gebe, weil er zuletzt deutliche Worte zur Informationspolitik des sächsischen Innenministeriums in Sachsen Asyl gefunden hat. Am 3.November, wenn die AfD in Freiberg demonstriere, müsse sich zeigen, „ob sich OB Krüger zur Freiberger Willkommenskultur bekennt“.

Krüger wollte gestern die Anschuldigungen nicht kommentieren. Er stellte aber klar, dass er über die Polizei immer über das Geschehen informiert gewesen sei. Bei der Ankunft des ersten Flüchtlingszuges vor zwei Wochen war Krüger mit Landrat Matthias Damm und Landtagsabgeordnetem Steve Ittershagen (beide CDU) vor Ort gewesen.

Der OB hatte bereits am Montag die Demonstranten kritisiert. „Ich verurteile auf das Schärfste die Gewalt, die gestern am Freiberger Bahnhof von einigen Wenigen, davon zum großen Teil Nicht-Freibergern, ausgeübt wurde“, sagte er. „Wenn Rettungskräfte bei Einsätzen behindert und Polizisten tätlich angegriffen werden, ist dies durch nichts zu rechtfertigen. Es hat jeder seine eigene Sicht auf die aktuelle Flüchtlingssituation, doch das darf nicht dazu dienen, Gewalt zu legitimieren.“

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