Freiberg: Rund 700 Personen bei Demos


Am Rande der NPD Demonstration zeigt ein Teilnehmer den Hitlergruß.

erschienen in Freie Presse vom 7. November 2015

Sowohl die NPD-Kund- gebung als auch die Gegenveranstaltung bleiben friedlich. OB Krüger zeigt Gesicht gegen Rechtsextremismus.

Von Steffen Jankowski und Kai Kollenberg

Freiberg – Bei der Demonstration der NPD zum Thema Asyl und der Gegenveranstaltung für Willkommenskultur in Freiberg hat es gestern Abend keine Zwischenfälle gegeben. Bis zum Redaktionsschluss dieser Ausgabe blieb die Lage ruhig.

Zwar musste die Polizei zwischenzeitlich die Bahnhofstraße absperren, weil die NPD-Gegner zu nahe an die Rechtsextremen herangerückt waren. Es kam aber nicht zu Ausschreitungen. Als sich der NPD-Zug in Bewegung setzte, versuchten einige Gegendemonstranten, ihm zu folgen. Sie wurden aber von der Polizei abgefangen, die mit einer Hundertschaft vor Ort war.

Die Gegendemonstranten hatten bereits vorher die NPD bei ihren Reden zu stören versucht. Immer wieder erklang ein Pfeifkonzert, auch Sprechchöre ertönten. „Nazis raus, Nazis raus“, rief die Menge. Die NPD skandierte bei ihrem Marsch durch die Wohngebiete Wasser- und Seilerberg „Merkel muss weg“ und „Hier marschiert der nationale Widerstand“.

Gegen 18 Uhr hatten sich zunächst die Gegendemonstranten an der Ecke Roter Weg/Bahnhofstraße versammelt. Die NPD-Kundgebung startete gegen 18.30 Uhr auf dem Bahnhofsvorplatz. Beide Veranstalter sprachen gegenüber der „Freien Presse“ von mehreren hundert Teilnehmern. Demnach sollen bei der NPD-Demonstration rund 350 Teilnehmer, bei der Gegendemonstration bis zu 400 Teilnehmer zugegen gewesen sein. Als die NPD-Kundgebung nach ihrem Weg über Beust-, Marien-, Karl-Kegel- und Käthe-Kollwitz-Straße wieder zum Bahnhofsareal gelangte, waren aber deutlich weniger Gegendemonstranten vor Ort. Von Seiten der Polizei gab es keine Angaben zu der Anzahl der Teilnehmer.

Auch Oberbürgermeister Sven Krüger (SPD) war unter den Gegendemonstranten. „Ich bin hier, weil ich ein Zeichen setzen möchte.“

Ticker: NPD-Demo und Gegendemo in Freiberg

erschienen in Freie Presse vom 6. November 2015

20.24 Uhr: Die NPD-Kundgebung löst sich langsam auf. Die ersten Teilnehmer verlassen das Bahnhofsareal.

20.12 Uhr: Die NPD-Demonstration ist wieder am Bahnhof angekommen. Die Gegendemonstranten haben hier auf sie gewartet. Es sind aber deutlich weniger als noch vor zwei Stunden.

19.53 Uhr: Die Lage bleibt ruhig. Der NPD-Zug bewegt sich auf der Käthe-Kollwitz-Straße Richtung Bahnhof zurück.

19.44 Uhr: Unter den etwa 300 bis 400 Gegendemonstranten befand sich auch Oberbürgermeister Sven Krüger (SPD). „Ich bin hier, weil ich ein Zeichen setzen möchte“, erklärte das Stadtoberhaupt.

19.19 Uhr: Die NPD-Organisatoren sprechen mittlerweile von 350 Teilnehmern. Die Kundgebung bewegt sich nun durch Freiberg. Vom Bahnhof ging es von der Beuststraße über die Marienstraße auf den Forstweg. „Hier marschiert der nationale Widerstand“, war aus der Menge zu hören.

18.58 Uhr: Die Gegendemonstration ist deutlich näher an die NPD-Kundgebung herangerückt. Die Polizei sperrt die Bahnhofstraße ab. Mit fünf Einsatzfahrzeugen bildet sie einen Wall zum Bahnhofsvorplatz.

18.50 Uhr: Die NPD-Kundgebung in Freiberg auf dem Bahnhofsvorplatz hat begonnen. „Merkel muss weg“, skandierten die Demonstranten. Laut den Organisatoren nehmen 150 bis 200 Personen an ihr teil. Die Gegendemonstration, die in Rufweite stattfindet, ist deutlich größer. Die Veranstalter sprechen von 300 bis 400 Teilnehmern. „Nationalismus raus aus den Köpfe“, ruft die Menge zur NPD herüber.

18.16 Uhr: Kurz vor der NPD-Kundgebung in Freiberg ist die Lage noch ruhig. Wie die Polizei mitteilte, gab es bisher keine Auffälligkeiten. Am Bahnhofsvorplatz sammelten sich ein paar Dutzend Demonstranten. Die Demonstration soll offiziell um 18.30 Uhr beginnen. Die Gegenkundgebung in unmittelbarer Nähe ist um 18 Uhr gestartet. Sie steht aktuell am Roten Weg/Ecke Bahnhofsstraße und erhält noch immer Zulauf. Offizielle Teilnehmerzahl gibt es noch nicht. (kok)

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