AfD-Kundgebung auf dem Schlossplatz

Laut Polizeiangaben nahmen am 20. Februar etwa 400 Personen an einer Kundgebung der mittelsächsischen AfD unter dem hetzerischen Slogan: „Asylchaos stoppen!“ auf dem Freiberger Schlossplatz teil. Es war bereits das dritte Mal, dass die AfD eine solche Kundgebung organisiert hatte. Neben dem Kreisvorsitzenden René Kaiser sprachen der Landtagsabgeordnete Jörg Urban und Prof. Heiko Hessenkemper, der bereits als Redner auf den letzten Kundgebungen aufgetreten war. Hessenkemper ist Professor für Glas- und Emailtechnik an der TU-Bergakademie Freiberg.

Während der Kundgebung verteilten Versammlungsteilnehmer ein Flugblatt der „Bürger Initiative Freiberger Land“, das von Seiten der AfD Unterstützung erfuhr und vom Podium aus beworben wurde. Darin werden Steuererhöhungen durchgerechnet und mit der Flüchtlingskrise in Zusammenhang gebracht. Es heißt u.a.: „Die Frage ist nicht, wie wir die Probleme lösen, die durch Ausländer und Asylanten entstehen! Sondern, ob wir es weiter zulassen, dass Millionen von Fremden in unsere Heimat kommen, hier siedeln und uns verdrängen (…) Es muss endlich Schluss sein mit dieser von uns Deutschen nicht gewollten Völkerwanderung. Asylflut endlich stoppen!“ Neben der „CDU-Regierung und den anderen Einheitsparteien“ hat man auch schon einen Schuldigen für die Krise ausfindig gemacht – es sind – in guter deutscher Traditon, Amerikaner und Juden, die Deutschland durch die Flüchtlingskrise destabilisieren: „Ein sofortiges Ende der imperialistischen Kriegstreiberei durch die USA und Israel, welche viele Flüchtlinge hervorruft“


Trotz Dauerregen: Zwei Demonstrationen auf dem Freiberger Schlossplatz

erschienen in Freie Presse vom 22. Februar 2016

Das Wetter war nicht gerade gut, wie auch die AfD gleich zu Beginn feststellte: Im Dauerregen waren dennoch laut Polizei rund 400 Personen am Samstagnachmittag auf den Freiberger Schlossplatz gekommen, um gegen die deutsche Asylpolitik zu demonstrieren. AfD-Mittelsachsen-Chef René Kaiser verwahrte sich in seiner Eröffnungsrede gegen die Kritik, dass seine Partei Rechtsextreme anziehe. „Wir sind keine Asylgegner, wir sind keine Fremdenhasser“, sagte Kaiser. „Wir sind keine Nazis.“ Die AfD lehne Gewalt gegen Flüchtlinge, gegen Flüchtlingshelfer und Flüchtlingsheime ab. Neben Kaiser sprachen auch Kreisrat Heiko Hessenkemper und der Landtagsabgeordnete Jörg Urban aus Dresden. „Wir lassen nicht zu, dass Sie Deutschland der Plünderung preisgeben“, sagte Urban in Richtung von Angela Merkel. Nach der Kundgebung hatte das Bündnis „Freiberg Grenzenlos“ eine Gegenaktion geplant: Es reinigte symbolisch mit Besen und anderem Putzwerkzeug den Schlossplatz. Gestern bedankte sich Bündnissprecher Markus Zschorsch bei den rund 150 Teilnehmern, die laut den Organisatoren trotz des widrigen Wetters das Areal symbolisch von „Hetzspuren“ reinigten. Anschließend hätten einige Teilnehmer die Gelegenheit genutzt, um gemeinsam nach Clausnitz zu fahren, „um den Geflüchteten einen zweiten würdigeren Empfang zu bieten“.

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