Zuzugsstopp als Atempause

erschienen in FAZ vom 26. Mai 2018

In Freiberg funktioniert die Integration von Flüchtlingen beispielhaft. Dennoch kämpft das Rathaus für einen Zuzugsstopp, auch um die Erfolge nicht zu gefährden. Doch nun gerät der Bürgermeister zwischen die Fronten.

von Stefan Locke

Vor gut zwei Jahren wurde Firas Almohamed aus Bayern in die Erstaufnahmeeinrichtung nach Chemnitz überstellt. Ihm war nicht wohl dabei. „Alle haben gesagt: Sachsen ist schlecht für Leute wie mich“, erzählt er. „Meine Mutter hat sich große Sorgen gemacht.“ Heute kann der 33 Jahre alte Mann darüber lachen. Er hat inzwischen viel von Sachsen gesehen. Von Chemnitz aus schickte man ihn erst nach Meißen und dann nach Freiberg. „Ist überhaupt nicht schlimm hier. Persönlich habe ich nie etwas Schlechtes erlebt“, erzählt Almohamed an einem Abend im Mai. Zusammen mit seiner Frau und vielen Freunden sitzt er in einem Hof im Zentrum der Bergstadt, wohin der Verein „Grenzenlos“ einmal im Monat Alt- und Neufreiberger einlädt. Es gibt Salate, Wurst und Brot, Kinder toben, vor allem aber wird erzählt. (mehr…)

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