AfD stützt Wirt: Dreikampf um Chefsessel im Rathaus Bobritzsch

erschienen in Freie Presse vom 24. November 2018

Neben der CDU schicken auch die Freien Wähler einen Kandidaten bei der Bürgermeisterwahl ins Rennen. Darüber hinaus tritt ein Gemeinderat an – als Einzelkandidat, aber mit Unterstützung einer ehrgeizigen Partei.

Von Frank Hommel

Bobritzsch-Hilbersdorf – Drei Kandidaten buhlen bei der Bürgermeisterwahl in Bobritzsch-Hilbersdorf Anfang kommenden Jahres um die Gunst der Wähler. Das steht fest, nachdem der Wahlausschuss am Donnerstagabend die entsprechenden Kandidaten bestätigt hat. Demnach geht, wie bereits bekannt, der Gemeinderat und jetzige zweite stellvertretende Bürgermeister René Straßberger aus Oberbobritzsch für die CDU ins Rennen. Für die Freien Wähler hat der Feuerwehr-Beamte Jens Merkel aus Niederbobritzsch seinen Hut in den Ring geworfen. Darüber hinaus erreichte Jens Uhlemann, Wirt das Gasthofs „Goldener Löwe“ in Niederbobritzsch, als Einzelkandidat die Anzahl der für eine solche Kandidatur nötigen Unterstützungsunterschriften.

Der erste Wahltermin ist der 27. Januar 2019. Erreicht an diesem Tag keiner der drei die absolute Mehrheit, ist ein zweiter Wahlgang notwendig. Dafür ist der 10. Februar vorgesehen. Der neue Bürgermeister soll im Frühjahr die Nachfolge des langjährigen Amtsinhabers Volker Haupt von der CDU antreten. Haupt hatte im September offiziell verkündet, nach fast 30 Jahren im Chefsessel im Niederbobritzscher Rathaus nicht noch einmal antreten zu wollen. Er hatte die Gemeinde zunächst mit Oberbobritzsch und Naundorf und später auch mit Hilbersdorf zusammengeführt.

Er freue sich, dass drei Kandidaten zur Wahl stehen und dass es damit eine richtige Wahl für die Bobritzscher gibt, sagte der scheidende Amtsinhaber in einer ersten Stellungnahme. Freilich gilt der 37-jährige Abteilungsleiter Straßberger, der sich Ausbau und Erhalt der Bildungslandschaft sowie Verbesserung der Versorgungssituation und mehr Bauland auf die Fahnen geschrieben hat, als Haupts Wunschkandidat. Bei der Nominierungsveranstaltung der CDU bekam Straßberger alle Stimmen.

Nun sieht sich jener zwei Gegenkandidaten gegenüber. Für ihn kein Problem, versichert Straßberger. „Das ist gut und richtig so. Es gehört zu einer Wahl dazu, dass sich die Bürger zwischen verschiedenen Möglichkeiten entscheiden können.“ Einen seiner beiden Kontrahenten kennt Straßberger schon aus dem Gemeinderat: Den 56- jährigen Jens Uhlemann, Gemeinderatsmitglied und bis 2014 auch Kreistagsabgeordneter für die Freien Wähler.

Uhlemann tritt aber diesmal nicht für die Wählergemeinschaft, sondern als Einzelkandidat an. Mit 96 Unterstützungsunterschriften hat er die Hürde dafür genommen. Dabei geholfen hat ihm auch der AfD-Kreisverband, der Uhlemann im Wahlkampf unterstützen will. Auch wenn aus rechtlichen Gründen wohl kein AfD-Logo auf eventuellen Plakaten prangen darf.

Uhlemann nimmt Abschied bei den Freien Wählern und hat bei der AfD einen Aufnahmeantrag gestellt. Wer ihn kenne, wisse, dass er nicht extremistisch, aber mit den Verhältnissen im Land nicht zufrieden sei und er keiner der etablierten Parteien zutraue, die Lage zu bessern. In der Kommunalpolitik würde die Partei aber auf den zweiten Platz rücken, so Uhlemann. „Ich sitze seit 2004 im Gemeinderat. In Bobritzsch-Hilbersdorf ist in der Zeit eigentlich alles sehr gut gelaufen. Ich fühle mich in der Lage, diese Arbeit fortzusetzen“, sagt er.

Der 38-jährige Jens Merkel, der für die Freien Wähler ins Rennen geht, betont demgegenüber seine Unabhängigkeit gegenüber jeglicher politischen Partei. Er stehe für Bürgernähe – und „für eine stabile Kommunalverwaltung ohne Einfluss von Parteien des Freistaats und des Bundes“, sagt der Feuerwehr-Beamte, der in der Dresdner Berufsfeuerwehr im Einsatzdienst, Rettungsdienst und auch als Leitstellendisponent arbeitet. Er habe gedacht, „wenn schon ein neuer Bürgermeister, warum dann nicht ich“, sagt der 38-Jährige, dessen Mutter aus Oberbobritzsch stammt und der seit seiner Kindheit in Niederbobritzsch lebt. Bobritzsch-Hilbersdorf bedeute für ihn Heimat, Verbundenheit der Leute untereinander, ländliche Kultur und Lebensweise. „Ich arbeite in der Großstadt“, sagt er. „Dort leben möchte ich nicht.“

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