Archiv der Kategorie 'Demoaufrufe'

Der Storch bringt die Kinder…

…die Storch bringt sie um

Am Freitag, dem 22. April um 18h30 wird die umstrittene AfD-Politikerin und MdEP Beatrix von Storch auf Einladung des Kreisverbandes der AfD Mittelsachsen im Freiberger Brauhof u. a. zur Euro-“Rettung“ und „Flüchtlingskrise“ sprechen, wie es in einer Pressemitteilung der AfD heißt. Um 18h00 hat die Initiative Freiberg.grenzenlos zu einer Protestkundgebung gerufen. Mehr Infos.

Straight to Hell!

Weg mit den braunen Zonen! Weg mit der AfD!

Demonstration an Himmelfahrt (Donnerstag, 5. Mai 2016),
15:00 Uhr in Bornhagen/Thüringen.

Bornhagen ist ein Nest im Thüringischen Eichsfeld. Dort wohnt nicht nur der Thüringer AfD-Chef Björn Höcke, die wohl unangenehmste Gestalt der an unangenehmen Gestalten nicht gerade armen Führungsriege der Partei. Bornhagen steht vielmehr pars pro toto für die Dutzenden Käffer, in denen die Alternative Futterneid, Enthemmung und Wutbürgertum heißt. Vermiesen wir dem Thüringer AfD-Häuptling und seinem Wahlvolk durch unsere bloße Anwesenheit ihr Himmelfahrtsvergnügen und sagen: Go straight to Hell!

Spätestens seit den letzten Landtagswahlen sind sich alle einig. Selbst diejenigen, die angesichts von Pegida, der Nazi-Riots von Freital oder Heidenau noch von einem ostzonalen Problem sprachen, glauben seit dem Einmarsch der AfD in die Landtage von Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt zu wissen: Der wutbürgerliche Anti-Establishment-Gestus, der seinen organisatorischen Ausdruck in der Truppe um Frauke Petry, Alexander Gauland und Björn Höcke gefunden haben, ist ein gesamtdeutsches Phänomen. In der Tat zeigen die Wahlergebnisse von bis zu 15 Prozent im Westen, dass die AfD auch dort über eine große Anhängerschaft verfügt. Dennoch basiert die Rede von einem gesamtdeutschen Phänomen oder, direkt damit verbunden, einem flächendeckenden rassistischen Normalzustand vielfach auf einem interessierten Missverständnis. Vor allem den Vertretern des etablierten ostdeutschen Politbetriebes – von den ehemaligen Blockflöten bis zur Linkspartei – ist daran gelegen, die Amokläufe der Landeskinder/Ost zu verharmlosen, indem sie diese mit den Vorgängen jenseits der ehemaligen Zonengrenze aufwiegen.

Die Ossis des Westens

In letzter Konsequenz ist die Rede von den gesamtdeutschen Phänomenen AfD ein Angriff auf die Unterscheidungsfähigkeit, die zu den zentralen Voraussetzungen von Erkenntnis und Kritik gehört. Allen Angleichungen zum Trotz gibt es im Hinblick auf die Alternative für Deutschland nämlich ein dreifaches Gefälle: Die Partei ist eher – und darauf liegt die Betonung – ein Ost- als ein Westphänomen, sie findet ihre Wähler eher im ländlichen und mittelstädtischen Raum als in den Ballungszentren und sie ist eher in abgewirtschafteten als in boomenden Regionen erfolgreich.

Der Aufstieg der AfD im Westen geht nicht zuletzt darauf zurück, dass als Folge von Deindustrialisierung, dem Ende des Wohlfahrtsstaates, Arbeitslosigkeit und Prekarisierung auch dort in einigen Regionen ein Sozialtypus entstanden ist, dessen Vertreter wissenschaftlich exakt als Gefühlszonis bezeichnet werden können. Seiner Herausbildung kam eine Veränderung der öffentlichen Meinung entgegen: Gilt der qualifizierte Ausländer inzwischen als Bereicherung der Gesellschaft, sorgen die Angewohnheiten und Verhaltensweisen der vielbeschworenen Modernisierungsverlierer überall für Spott. Das ist nicht nur ein Signal an die bereits Abgehängten, sondern auch an den traditionellen, vom Abstieg bedrohten Mittelstand, der aufgrund fehlender Fremdsprachenkenntnisse und Computerskills befürchten muss auf der Strecke zu bleiben. Wie ihre Gesinnungsgenossen im Osten sehnen sich die Zornis des Westens nach dem traditionellen Volksstaat zurück, der vor den Anforderungen des internationalen Marktes beschützt und zumindest teilweise von der Sorge um den Verkauf der Ware Arbeitskraft befreit. Sie kämpfen gegen die drohende oder bereits stattgefundene Deklassierung und für eine staatliche Sozialpolitik, bei der wieder der Geburtsort darüber entscheidet, wer bei der Verteilung der Staatskohle bevorzugt wird. (mehr…)

Demonstration der AfD auf dem Schlossplatz geplant

Nachdem der Kreisverband der mittelsächsischen AfD bereits am 3. November eine Demonstration mit 1500 Teilnehmern vor dem Landratsamt auf der Frauensteiner Straße abhielt, ist nun für den 8. Dezember eine erneute Demonstration auf dem Schlossplatz geplant. Die Kundgebung in Freiberg bildet den Abschluss der sogenannten „Herbstoffensive“, mit der die AfD in Sachsen seit Wochen versucht, an die ausländerfeindliche Stimmung in den Kommunen anzudocken. Mit Infoständen, Demonstrationen und Kundgebungen war sie in vielen sächsischen Städten unterwegs; allein in Mittelsachsen in Mittweida, Frauenstein, Freiberg, Frankenberg, Flöha und Waldheim. Dabei setzt die Partei auf Stimmungsmache gegen Flüchtlinge, redet ein sogenanntes „Asylchaos“ herbei und bedient die dumpfen Ängste vor steigender Kriminalität und vermeintlicher Überfremdung. Diese Hetze trägt Früchte: In diesem Jahr gab es einen rasanten Anstieg der Übergriffe auf Flüchtlinge und Asylunterkünfte. Allein bis Mitte Oktober geht das Bundeskriminalamt von fast 600 Angriffen in ganz Deutschland aus. Im Raum Freiberg gab es mindestens zwei Brandanschläge auf Unterkünfte sowie gewalttätige Ausschreitungen am 25. Oktober, als 400 Personen ankommende Flüchtlinge mit Hasstiraden in Empfang nahmen und die Abfahrt ihrer Busse zu verhindern suchten.

Die AfD in Sachsen galt bereits bei der Parteigründung als rechtspopulistischster Verband in Deutschland. Parteichefin Frauke Petry, die für den 8. Dezember als Rednerin angekündigt ist, klüngelte bereits vor ihrer Wahl in den sächsischen Landtag mit Akteuren wie Jürgen Elsässers Compact Magazin, das sich mittlerweile zum inoffiziellen Stichwortgeber der Dresdner PEGIDA-Proteste entwickelt hat. Auch der Kreisverband Freiberg lud bereits im Februar letzten Jahres, als die AfD noch als Professorenpartei gehandelt wurde, den Blaue Narzisse Redakteur Felix Menzel in den Gasthof „Letzer 3er“ ein. Menzel ist ein namhafter Akteur der sogenannten Neuen Rechten und der völkischen Identitären Bewegung. Die Ausrichtung des Freiberger Kreisverbandes zeigte sich dann konsequenterweise auch am 3. November, als sich zahlreiche Neonazis unter die Teilnehmenden der AfD-Kundgebung mischten und Professor Dr. Heiko Hessenkemper auf der Bühne von „Medienfaschismus“ und „Linksfaschismus“ sprach. (mehr…)

Insel fluten! Gegen den Volksmob, seine Apologeten und Aufstachler

Demonstration: 08. Juli 2012 | Insel, bei Stendal
Treffpunkt: 14:30 UHR, Dorfplatz, Insel
Beginn: 15:00 UHR
Informationen zu Anreise, Route usw.: novolksmob.blogsport.de

Aufruf zur Demonstration in Insel am 8. Juli 2012

In Insel im nördlichen Sachsen-Anhalt finden sich seit letztem Sommer regelmäßig Dorfbewohner zusammen, um zwei Männer, die in den 1980er Jahren wegen Vergewaltigung verurteilt wurden, aus dem Ort zu vertreiben. Zu diesem Zweck haben sie auch den Schulterschluss mit Neonazis geprobt. Ihre Forderungen fanden bei der Landesregierung, bei „Bild“ & Co. zumindest zeitweise Gehör. Anfang Juni versuchte ein 50-köpfiger Lynchmob, das Haus der beiden Männer zu stürmen. Er konnte nur durch vehementen Polizeieinsatz davon abgehalten werden. Die Demonstration „Insel fluten!“ richtet sich weniger gegen die Beteiligung von Neonazis am Protest, sondern gegen die ganz gewöhnliche Lynchmeute vor Ort, gegen die Zugeständnisse der Landesregierung an den Dorfmob und die Hetzkampagne von „Bild“ & Co.

FÜR DIE CHANCE AUF RESOZIALISIERUNG! FREIE WOHNORTWAHL FÜR ALLE!

Die 400-Seelen-Gemeinde Insel im nördlichen Sachsen-Anhalt ist ein ganz normales ostdeutsches Dorf. Es herrscht die Tristesse, die in diesem Landstrich überall beobachtet werden kann. Seit dem Sommer 2011 geriet der Ort jedoch immer wieder in die Schlagzeilen. Regionale und überregionale Medien berichteten aus Insel. Der Grund dieser Aufmerksamkeit war, dass die Bewohner des Dorfes deutlich machten, welches bedrohliche Potenzial sich hinter der Idylle aus Vorgärten, Geranien und sanierten Fassaden verbirgt.

DER HINTERGRUND

Im Juli 2011 zogen zwei Männer nach Insel, die vor 25 Jahren in Baden-Württemberg wegen der Vergewaltigung von Frauen verurteilt worden waren. Nach jeweils fünfjähriger Haft waren beide in Sicherheitsverwahrung gekommen, bis diese 2010 vom Europäischen Gerichtshof für rechtswidrig erklärt wurde. Die beiden Männer kamen frei und wurden zunächst von der Polizei überwacht. Sieben Monate später urteilte das LKA Baden-Württemberg in Abstimmung mit Psychologen und den anderen einschlägigen Instanzen in einem Gutachten, dass die Männer kein herausragendes Gefahrenpotential mehr darstellen würden. Sie hätten sich vorbildlich verhalten. Die Überwachung wurde eingestellt.
Wenige Wochen nach ihrem Umzug nach Insel begannen die Proteste gegen die neuen Nachbarn. Einwohner sammelten Unterschriften für ihren Wegzug, beriefen Versammlungen ein und fanden sich regelmäßig zu Kundgebungen vor dem Haus der beiden Männer zusammen. Gegenüber der angereisten Presse präsentierten sich die Demonstranten immer wieder als Opfer „der Politik“. Sie erklärten zugleich, dass sie Angst um sich und vor allem um ihre Kinder hätten, die sie dann auch prompt mit zu den Protesten vor dem Haus der beiden Männer brachten. Zur Sicherheit der Ex-Häftlinge wurde daraufhin ein Streifenwagen vor der Tür ihres Hauses postiert. Diesen Schutz hatten die beiden Männer auch bitter nötig: Schon wenige Tage, nachdem die Dorfbewohner von der Vergangenheit ihrer neuen Nachbarn erfahren hatten, versuchten einige besonders Engagierte, das Haus anzuzünden.

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Extrem_ist_in

Antifaschistische Demonstration – Dresden – 18.02.2012

Gegen das sächsische Demokratieverständnis und die Kriminalisierung von Antifaschismus

erstens.

Nachdem im November 2011 bekannt wurde, dass ein Netzwerk von Nazis jahrelang Menschen ermorden, Banken überfallen und mitten in Deutschland untertauchen konnte, war die öffentliche Empörung groß. Doch so gut Menschen- und Lichterketten, Konzerte und Erklärungen auch gemeint sein mögen, sie helfen weder den Betroffenen noch verhindern sie rassistische Übergriffe und Morde. Solange eine rassistische Grundstimmung dazu führt, dass eine Mordserie über Jahre als „Dönermorde“ durch die mediale Berichterstattung geistern kann und solange es wahrscheinlicher scheint, dass die Ermordeten Streitigkeiten in einem „kriminellen Milieu“ zum Opfer gefallen sind, als dass Nazis ihr mörderisches Versprechen in die Tat umgesetzt haben, solange können öffentliche Anteilnahmen und Versprechungen nicht gut, sondern nur gut gemeint sein. Sie dienen leider bloß dazu, das eigene Gewissen zu beruhigen, sowie das Image einer Stadt, einer Region, letztlich Deutschlands aufzupolieren und zum Normalbetrieb zurückzufinden. (mehr…)

Nie wieder Zwickau!

25. No­vem­ber – 18 Uhr – Georgenplatz – Zwickau: Den Op­fern der Na­zi­ge­walt wür­dig ge­den­ken! Na­zi­struk­tu­ren of­fen­le­gen & be­kämp­fen! Deut­scher Schuld­ab­wehr wi­der­spre­chen!

Am 11. No­vem­ber 2011 wur­den zwei Nazis nach einem miss­glück­ten Bank­über­fall in Ei­se­nach tot in ihrem Wohn­mo­bil ge­fun­den. Kurz dar­auf ex­plo­dier­te im Zwi­ckau­er Stadt­teil Wei­ßen­born eine Woh­nung. Wie sich bald her­aus­stel­len soll­te, war diese Woh­nung jah­re­lang zen­tra­ler Kno­ten­punkt und Un­ter­schlupf einer Na­zi-​Ter­ror­zel­le, die sich selbst als „Na­tio­nal­so­zia­lis­ti­scher Un­ter­grund“ (NSU) be­zeich­net. Die wei­te­ren Un­ter­su­chun­gen er­ga­ben, dass die Grup­pie­rung in den ver­gan­ge­nen elf Jah­ren mut­maß­lich zehn Morde und meh­re­re An­schlä­ge ver­übt hatte.

Der Staat soll’s rich­ten

Die me­dia­le Em­pö­rung über diese Ver­bre­chen kennt keine Gren­zen. Wie konn­te das pas­sie­ren? Wer trägt die Schuld? Die Mehr­zahl der Me­di­en sieht im Ver­sa­gen des Ver­fas­sungs­schut­zes die zen­tra­le Ur­sa­che. In deut­scher Tra­di­ti­on rich­tet sich die An­kla­ge an die staat­li­che Au­to­ri­tät, schließ­lich haben der Staat und seine Or­ga­ne für Ord­nung in die­sem Land zu sor­gen. So­fern ihm dies nicht ge­lingt, ist er zu schwach und muss mit wei­te­ren Kom­pe­ten­zen aus­ge­stat­tet wer­den. Mit die­ser Er­klä­rung kön­nen sich die Deut­schen ent­spannt zu­rück­leh­nen. Nur in Zwi­ckau ist es in den ver­gan­ge­nen bei­den Wo­chen nicht mehr ganz so ge­müt­lich. Die bun­des­wei­ten Me­di­en haben die Na­zi-​Ter­ro­ris­ten zur »Zwi­ckau­er Zelle« ge­tauft und das passt den Wür­den­trä­gern in die­ser Stadt nun über­haupt nicht.

„Mit Zwi­ckau hat das Ganze nichts zu tun!“

So er­klärt die Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te aus Zwi­ckau Sa­bi­ne Zim­mer­mann in der »Frei­en Pres­se« vom 21. No­vem­ber: „Mit Zwi­ckau hat das Ganze nichts zu tun!“ Diese Aus­sa­ge bil­det den Auf­takt für eine um­fas­sen­de Schuld­ab­wehr, wie sie nur aus dem Land der Auf­ar­bei­tungs­welt­meis­ter kom­men kann. In glei­chem Ar­ti­kel wird sich dar­über be­schwert, dass sich Zwi­ckau­er in der gan­zen Welt nun für die Taten der zu­fäl­lig in die Stadt ge­kom­me­nen Nazis recht­fer­ti­gen müs­sen. Von ver­hee­ren­den wirt­schaft­li­chen Fol­gen ist die Rede. Doch die Stadt­obe­ren wol­len sich nun gegen den dro­hen­den Ima­ge­scha­den zur Wehr set­zen. Auch die Ober­bür­ger­meis­te­rin der Stadt Zwi­ckau Pia Find­eiß ist nun krampf­haft be­müht das Image ihrer Stadt wie­der auf­zu­po­lie­ren.

Be­trof­fen­heit soll Image ret­ten

Dabei kam den bei­den eine an ekel­er­re­gen­der Raf­fi­nes­se kaum zu über­bie­ten­de Idee. Knapp zwei Wo­chen nach Be­kannt­wer­den der »Zwi­ckau­er Zelle« wurde den Me­di­en ein »Ap­pell für De­mo­kra­tie und To­le­ranz« zu­ge­spielt. Die­ser Be­trof­fen­heits­ap­pell – be­ste­hend aus sie­ben Sät­zen – will der Öf­fent­lich­keit nun eine glat­te Lüge auf­ti­schen, näm­lich „dass Zwi­ckau keine Heim­stät­te rechts­ex­tre­men Ter­rors ist und dem brau­nen Ge­dan­ken­gut eine klare Ab­sa­ge er­teilt“. Das Ge­gen­teil ist der Fall! Als wäre das nicht schon genug der heuch­le­ri­schen An­teil­nah­me, wer­den die Morde der »Zwi­ckau­er Zelle« noch re­la­ti­viert, indem darin auf die im ver­ei­nig­ten Deutsch­land „über 130 durch rech­te Ge­walt zu Tode ge­kom­me­nen Men­schen“ ver­wie­sen wird.

Zwi­ckau is in Ger­ma­ny

Um es kurz zu ma­chen: Zwi­ckau ist für Nazis seit vie­len Jah­ren eine aus­ge­zeich­ne­te Adres­se. Es exis­tiert eine um­fang­rei­che na­zis­ti­sche Er­leb­nis­welt aus Kla­mot­ten-​ und Ta­too­lä­den, aus Kampf­sport­ver­an­stal­tun­gen und Kon­zer­ten mit ein­schlä­gi­gen Na­zi-​Bands. Eine ehe­ma­li­ge Be­ra­te­rin von Hel­mut Kohl hat der NPD ein Bür­ger­bü­ro ver­mie­tet und auf dem dies­jäh­ri­gen Stadt­fest durf­ten or­ga­ni­sier­te Nazis meh­re­re Pun­ker ver­prü­geln, ohne dass es der Lo­kal­zei­tung auch nur eine Rand­be­mer­kung wert war. Die Stadt hat sich einen Pa­pier­ti­ger na­mens »Bünd­nis für De­mo­kra­tie und To­le­ranz« ge­schaf­fen, der zwar eine kom­mu­na­le Ein­rich­tung vor dem fi­nan­zi­el­len Kol­laps be­wahrt, aber an­läss­lich einer De­mons­tra­ti­on von Nazis zum Weg­se­hen auf­ruft. Kein Mensch in die­ser Stadt wi­der­spricht die­sen Zu­stän­den! Wer sich den­noch gegen Nazis stellt, gilt als be­dau­erns­wer­ter, pa­ra­no­ider Spin­ner oder links­ex­tre­mis­ti­scher Nest­be­schmut­zer. Fol­ge­rich­tig wird eine Grup­pe Ju­gend­li­cher, die der igno­ran­ten All­tags­kul­tur ein »Al­ter­na­ti­ves Ju­gend­zen­trum« ent­ge­gen­set­zen möch­te, von der Ober­bür­ger­meis­te­rin zur kri­mi­nel­len Ver­ei­ni­gung er­klärt. Diese Auf­zäh­lung ließe sich pro­blem­los fort­füh­ren. So steht es also um die Stadt, die mit der »Zwi­ckau­er Zelle« an­geb­lich nichts zu tun hat.

Nie wie­der Zwi­ckau!

Nicht zu­letzt mit dem »Zwi­ckau­er Ap­pell« wird ex­em­pla­risch vor­ge­führt, dass Teile Deutsch­lands von de­mo­kra­ti­schen Min­dest­stan­dards ab­ge­kop­pelt sind! Die­sem wi­der­wär­ti­gem Lehr­bei­spiel deut­scher Schuld­ab­wehr muss von Sei­ten eman­zi­pa­to­ri­scher Über­bleib­sel deut­lich wi­der­spro­chen wer­den!
Am 25. No­vem­ber fin­det um 18:00 Uhr der so­ge­nann­te »Marsch der An­stän­di­gen« in Zwi­ckau statt. Wir rufen zu einer kri­ti­schen Teil­nah­me auf und tre­ten für ein wür­di­ges Ge­den­ken an die Opfer der »Zwi­ckau­er Zelle« ein. Wir for­dern eine öf­fent­li­che Aus­ein­an­der­set­zung mit all­täg­li­cher Dis­kri­mi­nie­rung und na­tio­nal­so­zia­lis­ti­scher Ideo­lo­gie! Na­zi­struk­tu­ren of­fen­le­gen und be­kämp­fen! Nie wie­der Deutsch­land!

via: aaz.blogsport.de
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Die Zi­ta­te stam­men aus dem Ar­ti­kel „Zwi­ckau kämpft um sein Image“ in der Ta­ges­zei­tung »Freie Pres­se« vom 21.​11.​2011 und dem »Ap­pell für De­mo­kra­tie und To­le­ranz« der Stadt Zwi­ckau.

Konservatives Denken brechen – Provinzen alternativ gestalten. Für eine emanzipatorische Gesellschaft!

Was heißt eigentlich Konservatismus?
Konservativismus ist – neben dem Liberalismus und dem Sozialismus – einer der drei großen politischen Ideologien bzw. Weltanschauungen. Er entstand als Reaktion auf die Französische Revolution. Es gibt verschiedene konservative Strömungen, die allesamt eines gemeinsam haben: das Ziel, die bestehenden politischen, kulturellen und sozialen Zustände zu bewahren, solange nicht etwas Neues als eindeutig vorzugswürdig angesehen wird.

Aber es geht eben nicht nur um politischen Konservativismus…
Konservatives Denken macht sich gesamtgesellschaftlich bemerkbar und ist nicht nur ein Merkmal einiger politischer Strömungen. Konservatives Denken ist weit verbreit und geht weit über die CDU-Wählerschaft hinaus. Wer kennt sie nicht – Sätze wie: „Aber das war doch schon immer so“, „Also früher hätte es so etwas nicht gegeben“ oder im schlimmsten Falle noch „Damals hätte man Leute wie DIE weggesperrt“. Sie kommen von unseren Eltern und Großeltern, vom Lehrer, von unserem Freund und Helfer, vom Feuerwehrchef oder vom Opi an der Supermarktkasse. Genau diese Äußerungen sind es, die für uns den Inbegriff von konservativen Denkmustern darstellen.

Aber was genau stört denn nun eigentlich daran?
Wenn Konservativismus heißt, die bestehenden Verhältnisse auf allen Ebenen zu bewahren oder beim Anblick der heutigen gesellschaftlichen Verhältnisse in Nostalgie zu versinken, weil „früher ja eh alles besser war“, dann ist das für uns ein Zustand, der bekämpft werden muss. Denn was sind denn die herrschenden Verhältnisse? Eine korrupte Politik, die eher die Interessen großer Lobbyisten vertritt, als die der Menschen und die politisch Andersdenkende marginalisiert und als extrem stigmatisiert. Eine deutsche Leitkultur, die Sexismus, Rassismus, Xenophobie, Homophobie und Patriotismus als ihre Grundpfeiler sieht und dem Neuen und Anderem immer etwas misstrauisch begegnet. Soziale Verhältnisse, die Menschen, die in dieser Gesellschaft nicht das große Los gezogen haben, als parasitär diffamieren, da sie nicht zur Reproduktion der Gesellschaft im kapitalistischen Verwertungssinne beitragen und von Sozialleistungen abhängig gemacht werden – somit ihr Leben nicht mehr selbstbestimmt leben können. Das sind die bestehenden Verhältnisse – Verhältnisse, die für uns schon lange nicht mehr tragbar sind.
Es geht uns eben nicht nur um die Nazis, die uns Tag für Tag ein Stück Lebensqualität nehmen, und die in einer Gesellschaft, in der konservatives Denken den Mainstream darstellt, leicht Fuß fassen können. Es geht uns eben auch um den Bürger, der wegschaut, wenn der braune Mob wieder auf unseren Straßen marschiert, um den, der den Gemüsehändler um die Ecke immer noch als „Fitschi“ bezeichnet, um den, der den Punk im Park als asozial ansieht, weil er eine andere Frisur hat. Es geht um den Arbeiter und Angestellten, der Hartz-IV- Beziehern mit Hass entgegen tritt, weil diese seiner Meinung nach ja gar nicht arbeiten wollen und denen das Geld, für das er hart schuften muss, hinterhergeschmissen wird. Das dies meist nicht die eigenen Meinungen der Menschen sind, sondern die der Hetzmedien, hinterfragt in unserer Gesellschaft kaum jemand. Es ist eben einfacher, sich der Meinung von Anderen anzueignen, anstatt sich unabhängig zu informieren und sich so ein eigenes Weltbild zu entwickeln. Durch solches Denken, wird jedem Versuch, einem alternativen Lebensentwurf zu folgen, seine Umwelt innovativ und neu – entgegen der Tristesse – zu gestalten und andere, freiheitlichere Formen von gesellschaftlichen Zusammenleben, ohne Hierarchien und Diskriminierung, zu entwickeln, der Boden genommen.

Die Situation in Burgstädt…

Das Naziproblem.
Schon in der Blütezeit der mittlerweile verbotenen Neonazikameradschaft „Sturm 34“ kamen viele aktive Mitglieder aus Burgstädt. Immer wieder zeigten große Nazigruppen Präsenz in der Stadt und machten durch rechten Terror vielen Bürgern das Leben zur Hölle. Obwohl die Kameradschaft heute offiziell nicht mehr existiert, sieht das Bild in Burgstädt nicht viel anders aus. Große Nazigruppen treffen sich immer wieder z.B. am Kaufland, am Bahnhof oder in Parks. Von dort aus greifen sie immer wieder Andersdenkende Jugendliche an – Bedrohen, Verfolgen und Verprügeln diese. Neues Objekt der Gewaltbegierde: das dieses Jahr entstandene alternative Hausprojekt „LW1“ des „Freiraum e.V. Burgstädt“.

Und was macht die Stadt?
Die bietet dem kürzlich gegründeten „Freiraum e.V.“ eine Mitgliedschaft im „Bündnis gegen Extremismus in Burgstädt“ an und möchte die Extremismusbeauftragte als deeskalierende Begleiterin des Projektes an die Seite der jungen Menschen stellen. Also mal wieder: kräftig die „Extremismuskeule“ schwingen und am besten versuchen diese „Linken Chaoten“ ein wenig mit ins Boot zu holen, damit Kontrolle möglich ist.
Außerdem findet die Stadt, dass man das ganze Naziproblem nicht an die große Glocke hängen sollte, wie dies durch mehrere Medienberichte in Limbach- Oberfrohna der Fall war. Verständlich, denn ein Terror von Rechts macht sich als Werbeslogan für die eigene Stadt nicht so gut.
Und weil man immer noch einen drauf setzen kann, verteidigt die Stadt dann noch einen Feuerwehrchef, der die Mitglieder des „Freiraum e.V.“ bei einem Einsatz im Hausprojekt als „Zecken“ und als Tiere beschimpft.

Und was soll man nun mit all dem Scheiß anfangen?
Gerade weil es in der sächsischen Provinz schwer ist Freiräume zu erkämpfen und eine alternative Umgestaltung seiner Umwelt vorzunehmen, als dies in größeren Städten der Fall ist, wollen wir den Status quo nicht hinnehmen. Wir nehmen es nicht hin, wenn offizielle Organe den Versuch von der Etablierung eines Freiraumes als extrem darstellen. Wir nehmen es nicht hin, wenn Bürger uns und andere Menschen, die an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden, als weniger wertvoll oder asozial darstellen. Wir nehmen es nicht hin, wenn sich auf den bestehenden Verhältnissen ausgeruht wird, weil es uns ja „gar nicht so schlecht geht“. Wir wollen mit solchen Denkmustern und Verhaltensweisen brechen. Wir wollen Neues schaffen- neue Orte, an denen sich Menschen begegnen können um sich endlich selbst eine Meinung bilden zu können. Wir wollen zeigen, dass alternative Projekte eine Stadt bereichern, und keine Schandflecke sind. Nur so werden Provinzen wieder attraktiv für junge Menschen und nur so kann eine Gesellschaft entstehen, in der Privilegien wie Freiheit und Selbstbestimmung verwirklicht werden, Toleranz und Akzeptanz nicht nur Phrasen sind und das Leben somit wieder lebenswert wird.

Deshalb:
Konservatives Denken brechen – Provinzen alternativ gestalten.
Für ein Leben, Lieben und Lernen in Freiheit!

Iniciativa v Ústí (neo)nacisty nechceme aktivně vystoupí vůči protiromskému pochodu DSSS Krupkou

Am 9. April 2011 plant die Nazi-“Arbeiter-Partei der sozialen Gerechtigkeit“ (DSSS) einen Marsch in Krupka (ca. 50 Autominuten von Dresden und knapp 60 km in der Nähe der Kreisstadt Usti nad Labem.) Der Marsch wurde zwar von den örtlichen Behörden verboten, jedoch sieht sich die DSSS mit dieser Entscheidung nicht einverstanden und hat Beschwerde bei der Gemeindeverwaltung sowie vor dem Landgericht in Usti nad Labem eingelegt. Die Initiative „Wir wollen keine Nazis in Usti“ plant den Protest gegen den Nazispuk. „Wir fordern alle diejenigen auf, mit uns gegen den Naziaufmarsch zu protestieren, die sich mit der mörderischen Ideologie der DSSS nicht einverstanden sehen.“ Bereits am 12. März marschierten Neonazis im tschechischen Novy Bydzov.

weitere Infos: http://www.romea.cz

antiziganism and neo-nazi activity

Von der (linken) deutschen Öffentlichkeit so gut wie unbeachtet herrscht in vielen osteuropäischen Staaten seit Langem eine regelrechte Pogromstimmung gegen Sinti und Roma. So auch im tschechischen Novy Bydzov, wo Neonazis für den 12. März eine Demonstration angekündigt haben. Dass die tschechischen Neonazis in ihrer Aggressivität ernst zu nehmen sind, zeigten immer wieder Eskalationen auf vergangenen Demonstrationen. Wir dokumentieren deshalb den Aufruf der Antifascist solidarity group, die dazu aufruft, sich den Neonazis am 12. März entgegenzustellen.

Call for blockade of neo-nazi march in the town of Novy Bydzov

Novy Bydzov is a small town of around 7.000 people located on the east from Prague, about one hour driving away. Recently it hit news because of the so-called racial tension between Roma population and white inhabitants, followed by the official statement of the Major of the town saying „Roma people rape, steal and loot in the middle of the day“. Neo-nazis smelt their chance and call for a march through the town.

Their march is organized by the same people as the serious attempt to mass attack on Roma population in Litvinov two years ago. Translated call for action follows:

On Saturday March 12th neonazis are trying to march through the town of Novy Bydzov. The aim of their march is not to propagate nazi ideology in open or more hidden way nor it is to commemorate the death of one of the nazi leaders. Their aim is to directly terrorize, chicane and to try to attack the Roma population of the town.

History and current praxis of neonazi movement teach us that we have to face it any time it tries to stand up. „Never send to know for whom the bell tolls; it tolls for thee!“, Ernest Hemingway quoted English poet John Donne and in this quote he precisely described the essence of the coming neo-nazi attack on Roma population of Novy Bydzov. Because tomorrow any of you could be the target of their perverse hate; spectrum of their enemies is really wide in the end: Roma people, homeless people, trade unionist, homosexuals, Jews, communists, social democrats and other leftists, alternative youth, feminists, unemployed, anarchists, immigrants…

We are not saying that there are no troubles in the town of Novy Bydzov. But neonazis are coming with the final solution; perverse, inhuman idea which manifested itself with gas chamber during the World War II. We saw how their solution looks like in praxis two years ago, when the same people marched in the town of Litvinov attacking with Molotovs, home made grenades and bricks. Antifascist movement ignored the event which we regard as our fault. Short time after that the group of people attending this kind of events attacked Roma family in the town of Vitkov, burning small Roma girl almost to death…

Every time nazis attacked some majority without any resistance, they are stronger. Every time they marched without being faced by the much bigger group of those who they want to eliminate, they are a step further. In their heads the self-esteem for some similar attack is growing. So never ask for whom the bell tolls; it tolls for thee!

We call all antifascists to come and block the place of gathering of the nazi demo. The meeting point is Masarykovo namesti in the town of Novy Bydzov at 11:00 (two hours before announced nazi assembly on the same place).

There would be no organizers on the place as this action could only be describe as something like „civil disobedience“. So have a talk with your friends and come together in bigger or small groups. Have a talk about to what extend do you want to resist the neo-nazi demo and to what extend are you ready to resist police. The diversity of tactic doesn’t prevent the unity in our aim to block the nazi march. Sit-in blockade, human chain or street barricade do not eliminate each other, but support each other. Just stick to one simple rule: do not criticize actions of other antifascists whatever their tactic is.

Stay united.

Antifascist solidarity group

Map of the place here:
http://maps.google.com/maps?f=q&source=s_q&hl=cs&geocode=&q=Masarykovo+n%C3%A1m%C4%9Bst%C3%AD,+Nov%C3%BD+Byd%C5%BEov,+%C4%8Cesk%C3%A1+republika&aq=0&sll=37.0625,-95.677068&sspn=34.724817,79.013672&ie=UTF8&hq=&hnear=Masarykovo+n%C3%A1m%C4%9Bst%C3%AD,+504+01+Nov%C3%BD+Byd%C5%BEov,+%C4%8Cesk%C3%A1+republika&t=h&z=16

Damit’s mal richtig sitzt – Antifaschistische Demonstration am 5. März 2011 in Chemnitz

Polizeiliche Repression gegen Antifaschist_innen, eine zahnlose bürgerliche Demonstration und durch die Stadt ziehende Geschichtsrevisionisten/-innen und Antisemiten/-innen – Grund genug auf die Straße zu gehen!

Start um 11:00 Uhr am AJZ Chemnitz (Chemnitztalstraße 54)

Jährlich marschieren am 5. März, dem Jahrestag der Bombardierung von Chemnitz 1945, mehrere hundert Neonazis auf. Dies wird zum Anlass genommen einen städtischen Ausnahmezustand sowie einen zivilgesellschaftlichen Aufstand auszurufen. Eine Stadt mit dem Wunsch, neben der Universität und der Beherbergung der ältesten Bewohner_innenschaft Europas, Technikcampus-Firmen und Fachkräfte anzulocken, benötigt ein weltoffenes, friedliches und tolerantes Image. Ganz im Sinne moderner Bürgerlichkeit schreiten Demokratiebewegte jedes Jahr gegen Nazis und für Frieden ein. Leider normal ist dabei das Zusammenspiel von sogenannter Zivilgesellschaft, die die Stadt im antifaschistischen Massenspektakel verteidigen wollen, und städtischer Verwaltung und Polizei, die darum bemüht sind alles in geordnete Bahnen zu lenken.
Die geschätzten Kolleg_innen der Chemnitzer Wachtmeisterei waren immer vor Ort, um dafür zu sorgen, dass neben zivilgesellschaftlich-kommunalen Unmutsbekundungen ein reibungsloser Ablauf der Nazi-Aktionen möglich ist. Gegen einen Großteil derer, die dem neonazistischen Gedenken etwas entgegenzusetzen versuchten, steigerte sich von Jahr zu Jahr der Repressionsdruck. Die Chemnitzer Bereitschaftspolizei fiel dabei wiederholt wegen ihres aggressiven oder schlicht vorzivilisatorischen Verhaltens auf. Das Bild vom Gruppenführer, der seine abgerichteten und wild gewordenen Beamten gerade noch unter Kontrolle hat, ist ein bekanntes Motiv.
Am 5. März 2011 gilt es zu intervenieren, um den Frieden im Rahmen des Gedenkens sowie die Ordnung im Umgang mit Neonazis in der Stadt aufzukündigen!
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Auf nach Döbeln! Den Nazis am 6.11.2010 entgegentreten.

Wir dokumentieren hier für Euch den Aufruf des Anti-Nazi-Bündnisses für den 6. November 2010.

Für Samstag, den 06.11.2010 rufen die „Nationalen Sozialisten Döbeln“ zu einer Demonstration unter dem Motto: „Steht auf gegen die Übermacht der Demokraten – Nationalen Sozialismus durchsetzten“ auf.
Nachdem die Nazis im November der beiden Vorjahre in der Stadt Döbeln relativ ungestört demonstrieren konnten, soll ihnen das in diesem Jahr nicht gelingen!

Die Aktivitäten der hiesigen Szene haben sich in der letzten Zeit sowohl qualitativ als auch quantitativ verstärkt: Erinnert sei dabei unter anderen an die beiden Brandanschläge im Juli und August diesen Jahres. Einmal betraf es die Autos von zwei MitarbeiterInnen des soziokulturellen Vereins Treibhaus e.V., ein anderes Mal wurde ein Transparent am Gebäude des Vereins angezündet.

Die Nazis mobilisieren von 13 – 17 Uhr zum Hauptbahnhof Döbeln. Die genaue Route steht noch immer nicht fest – sicher ist aberschon, dass sie vom Hauptbahnhof durch die ganze Innenstadt laufen wollen. Die Demonstration ist von den „Nationalen Sozialisten Döbeln“ für 80 – 130 Personen angemeldet.

Wir wollen die Aufmärsche nicht nur in Großstädten verhindern, sondern insbesondere im ländlichen Raum, wo sie sich vermeidlich sicher und ungestört fühlen! Wir wollen keinen antidemokratischen und menschenverachtenden „Nationalen Sozialismus“ sondern eine offene, pluralistische und demokratische Gesellschaft, in der soziale Rechte jedem und jeder zustehen!

Zeigt euch solidarisch und kommt am Samstag, 06.11.2010 mit nach Döbeln! Wir treffen uns um 10.00Uhr am Kundgebungsort Lindenallee (neben Hauptbahnhof). Bringt so viele Leute wie möglich mit. Rechte Aufmärsche verhindern – den Nazis keinen Meter!

weitere Infos: buendnisdoebeln@googlemail.com oder: http://buendnisdoebeln.blogsport.de/ .

Aufruf online: Aber hier leben? Nein danke!

Plakat:


Flyer mit Kurzaufruf (PDF)

gesamter Aufruf:

Aufruf als PDF

Aber hier leben? Nein danke!
Gegen die alltäglichen Zumutungen in der Provinz!

Antifaschistische Demonstration
9. Oktober – 14 Uhr – Freiberg – Bahnhof

Als am 7. Oktober letzten Jahres Freiberger und Dresdner Neonazis gemeinsam zur alljährlichen Opferzeremonie anlässlich der Luftangriffe auf Freiberg 1944 aufriefen, ließ es sich der Freiberger Verein gegen Extremismus auf Druck der TU Bergakademie nicht nehmen, dagegen mit einem eigens angefertigten Banner „Kein Krieg – Kein Extremismus“ zu protestieren. Parallel dazu lud man zum „Friedensgebet“ in die Petrikirche, denn „Krieg soll nach Gottes Willen nicht sein!“

Um dem Geschichtsrevisionismus der Neonazis auf der einen und der Relativierung deutscher Schuld durch die Stadt und dem „Verein gegen Extremismus“ auf der anderen Seite etwas entgegenzusetzen, entschlossen wir uns dazu, dem Spektakel dieses Jahr eine eigene kritische Demonstration entgegenzusetzen. Das war irgendwann vor ein paar Monaten. Seitdem hat sich eine Menge ereignet,weshalb wir es für unerlässlich halten, den Rahmen der Demonstration zu erweitern und zu benennen, welche Entwicklung sich gegenwärtig abzeichnet. (mehr…)

Aber hier leben? Nein danke! : Antifaschistische Demonstration am 09.10. in Freiberg

Flyer als PDF

Kurzaufruf:
Seit Beginn des Jahres gab es in Sachsen bereits 13 Brandanschläge auf linke Wohn- und Vereinsprojekte, sowie auf von Migrant_innen betriebene Gaststätten, davon allein drei in Freiberg und zwei in Döbeln. Bei einigen Anschlägen wurde der Tod von Personen billigend in Kauf genommen, da auch Wohnhäuser betroffen waren.
So erreicht die neonazistische Gewalt im Jahr 2010 einen neuen Höhepunkt und einiges erinnert an Zustände Anfang der neunziger Jahre. Umso unverständlicher sind die öffentlichen Reaktionen. In Freiberg wollte man lieber den Ruf als „weltoffene“ und „tolerante“ Stadt verteidigen, anstatt sich die Taten, die ihnen zugrunde liegenden Ideologien und deren Entstehung wirklich bewusst zu machen und Wege zu finden, diesen effektiv etwas entgegenzusetzen.

Obwohl das alles schon nervig genug ist, werden voraussichtlich am 7. Oktober Neonazis den Termin der Bombardierung Freibergs nutzen, um mittlerweile das fünfte Jahr in Folge eine geschichtsrevisionistische und antisemitische Kundgebung zu organisieren. Der Stadt und dem „Verein gegen Extremismus“ fiel auch letztes Jahr nichts Besseres ein, als einen Banner mit der geschichtsvergessenen Aufschrift „Kein Krieg – Kein Extremismus“ zu drucken und verpasste so dem revisionistischen Spektakel das i-Tüpfelchen.

Mit unserer Demonstration wollen wir uns nicht als Politikberater_innen aufspielen, sondern einfach das sagen, was uns nicht passt; sagen, was das Leben in der sächsischen Provinz so hässlich macht. Wir wollen Menschen ermutigen, sich kritisch mit Neonazimus, Geschichtrevisionismus, Standortdenken, Lokalpatriotismus, menschenfeindlichen Ideologien, Anpassungszwang und nicht zuletzt auch mit Verhältnissen auseinanderzusetzten, die all dies immer wieder aufs Neue hervorbringen. Das heißt einen Einspruch zu formulieren, gegen ein Leben, das zu führen wir gezwungen sind; gegen ein Leben, das sich in kapitalistischen Bahnen abspielt.

Plakate, Aufrufe und Flyer können hier bestellt werden.

Aufruf und weitere Infos folgen.

Aufruf zur Antifademo in Jena: kein Volk – kein Fest – kein Volksfest

Kein VOLK kein FEST kein VOLKSFEST – destroy the spirit of Dresden!

Auch dieses Jahr findet wieder das Fest der Völker in Pößneck statt. Und auch dieses Jahr wird es wieder ein Volksfest gegen Nazis geben, ob als Bratwurstessen oder Blockade (In Dresden bezeichnete sich 2010 die Hauptblockade am Albertplatz selbst als „Volksfest“. ).
Wie auch beim „Trauermarsch“ in Dresden oder anderen nazistischen Großveranstaltungen geht es bei den Gegenaktivitäten nicht um eine Kritik rassistischer, antisemitischer, sexistischer oder anderweitig diskriminierender Ideologien, sondern in erster Linie um eine Abgrenzung von diesen „bösen Randerscheinungen“, für die vermeintlich nur die Nazis stehen. Dass solche ausgrenzenden Denkmuster auch fest in den Köpfen so mancher Nazi-Gegner verankert sind, bleibt dabei erstmal unreflektiert. Der „Kampf gegen die Rechtsextremisten“ wird zum Sinnbild der geläuterten, demokratischen Nation. Antifaschistische Gruppen bauen gewollt oder ungewollt an diesem Bild eines „neuen“ Deutschland mit, wenn ihre radikale Kritik Pragmatismus weicht. (mehr…)

Demonstration 19.06.2010: Nieder mit dem islamischen Regime im Iran!

Für die iranische Freiheitsbewegung, Solidarität mit Israel.

Demonstration in Dresden am 19.06.2010. Treffpunkt: 14:00 Uhr, Bahnhof Neustadt/Schlesischer Platz

Wenn vom islamischen Terrorregime im Iran hoffentlich bald nichts mehr übrig ist, so starben die letzten Lügen, auf denen es gebaut war, in den vergangenen 12 Monaten. Noch am Abend der Präsidentschaftswahl am 12. Juni 2009 hatte der „oberste geistige Führer“ der „Islamischen Republik Iran“, der 70-jährige Ali Khamenei, den von ihm favorisierten Kandidaten Mahmud Ahmedinedschad zum Wahlsieger erklärt – die Auszählung der Stimmen abzuwarten hielt Khamenei dabei für unnötig.

Mit der offensichtlichen Wahlfälschung hatte die Herrschaftsclique um Khamenei und Ahmedinedschad eine Grenze überschritten. Das Hinwegsetzen über eines der letzten Mittel der demokratischen Legitimation zeigte die Bereitschaft des islamische Herrschaftsapparats, die gern getragene Maske des demokratischen Populismus fallen zu lassen, sobald sie ihm unbequem wurde. Waren zur Wahl sowieso nur eine handvoll systemkonformer Kandidaten zugelassen, so wurde den letzten Hoffnungen auf wirtschaftliche und politische Reformen innerhalb des iranischen Systems mit dem Wahlbetrug eine klare Absage erteilt. Dass dies der Auslöser für spontane Massendemonstrationen wurde, in denen Millionen von Iraner_innen in den darauffolgenden Tagen auf die Straße gingen und ihre Rechte einforderten, kam für das Regime wie für alle westlichen Beobachter_innen völlig unerwartet. Ungeachtet aller Repressionen und Drohungen durch das Regime gelang es der „grünen“ Reformbewegung nach den Demonstrationen im Juni, über mehrere Monate an offiziellen Feiertagen spontane Massendemonstrationen zu organisieren[1], bei denen die staatlichen Sicherheitskräfte sich stellenweise zurückziehen mussten[2].

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Gegen das Bündnis der Kriegstreiber von Linkspartei und Hamas!

Solidarität mit Israel!

Kundgebung vor dem Karl-Liebknecht-Haus
Samstag, 12. Juni 2010, 14 Uhr
Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin-Mitte

„Das darf man Israel so nicht durchgehen lassen“, schäumte Gregor Gysi; der Linkspartei-Abgeordnete Wolfgang Neskovic forderte Ermittlungen gegen Israel wegen des „Anfangsverdachts eines Kriegsverbrechens“; Nader El-Saqa von der Palästinensischen Gemeinde Deutschlands e.V. bezeichnete den israelischen Angriff als „Kriegserklärung Israels an alle auf den Schiffen vertretenen Nationen“. Darin sind sich die deutschen Vertreter der humanitären Sache einig mit Tayyip Erdogan, dem türkischen Ministerpräsidenten, der hinzufügte, dass Israel ein „Geschwür“ im Nahen Osten sei. Noch sind Abstufungen in den Formulierungen zu hören – doch zieht sich eine Linie von Gysi zu Erdogan, Hugo Chavez und der iranischen Führung. Und einig sind sich auch die europäischen Regierungen mit Barack Obama: Nicht das Bündnis von Linken und Islamisten sei das Problem, sondern Israel. (mehr…)

Gegen den staatlich verordneten Anti-Extremismus!

Kundgebung zur öffentlichen Kritik an einer LehererInnenfortbildung in Halle, Freitag 19. März 2010; 12.00 Uhr; Gedenkstätte »Roter Ochse«in Halle/Saale

Am Freitag, den 19. März wird in der Gedenkstätte »Roter Ochse« in Halle/Saale eine zweitägige LehrerInnenfortbildung unter dem Titel Diktaturvergleich als Methode der Extremismusforschung – Hingucken: Sowohl nach rechts als auch nach links beginnen. Wie die Titel der Einzelveranstaltungen ahnen lassen, geht es maßgeblich darum den historischen Blick auf Nationalsozialismus und DDR für eine wissenschaftlich erscheinende Legitimation des Extremismusansatzes zu benutzen. Nicht das Erkenntnisinteresse über die Entstehung und Funktionsweise von Nationalsozialismus und Realsozialismus stehen im Mittelpunkt der Veranstaltung, vielmehr soll das pädagogische Publikum von der Funktionalität des Extremismusansatzes überzeugt werden. Mit dessen Hilfe entscheiden staatliche Behörden und selbst ernannte Wärter der Demokratie über die Grenzen des politisch Sagbaren. Was den TeilnehmerInnen der Fortbildung schon durch die Wahl des Tagungsortes als Veranstaltung im Geiste von Demokratie und zivilgesellschaftlichem Engagement angeboten wird, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als eine staatsfixierte Auffassung von politischem Handeln. (mehr…)

The never ending story

Das Ver­bot der am 05. März in Chem­nitz ge­plan­ten Na­zi-​De­mons­tra­ti­on hatte vor Ge­richt kei­nen Be­stand. An­ti­fa­schis­ti­sche De­mons­tra­ti­on am Haupt­bahn­hof fin­det 16 Uhr statt und rich­tet sich nicht nur gegen Nazis, son­dern gegen jede Art von Ge­schichts­re­vi­sio­nis­mus.

Wie be­reits in den letz­ten Jah­ren soll am 05. März an­läss­lich des 65. Jah­res­ta­ges der Bom­bar­die­rung von Chem­nitz eine Na­zi-​De­mons­tra­ti­on statt­fin­den. Der ge­plan­te Auf­marsch war in der ver­gan­ge­nen Woche durch die Be­hör­den ver­bo­ten wor­den. Das Ver­wal­tungs­ge­richt Chem­nitz sah je­doch keine recht­li­che Grund­la­ge in dem Ver­bot.

Zahl­rei­che zi­vil­ge­sell­schaft­li­che In­itia­ti­ven haben an die­sen Tag Kund­ge­bun­gen und Ak­tio­nen an­ge­kün­digt, um sich gegen die Nazis zu stel­len.
An die­sen Tag nur gegen Nazis zu de­mons­trie­ren ist je­doch zu kurz ge­fasst. Ge­sichts­re­vi­sio­nis­ti­sches Ge­dan­ken­gut fin­det sich nicht nur bei den Nazis, son­dern ist auch in Tei­len der Be­völ­ke­rung fest­zu­stel­len.

Aus die­sem Grund de­mons­triert ein Bünd­nis ver­schie­de­ner an­ti­fa­schis­ti­scher Grup­pen gegen jeden Ge­schichts­re­vi­sio­nis­mus durch die In­nen­stadt. Die ge­neh­mig­te Ver­an­stal­tung wird um 16 Uhr am Chem­nit­zer Haupt­bahn­hof star­ten.

Das Tränenmeer trocken legen – Kritik am Chemnitzer Totenkult

Die Bombardierung deutscher Städte durch die alliierten Flugverbände ist jedes Jahr aufs Neue eine dramatische Begebenheit. Vielerorts werden derartige Jubiläen auf unterschiedliche Art und Weise begangen. Auch Chemnitz ist seit vielen Jahren damit beschäftigt die emotionalisierte Erinnerung an den Angriff auf die Stadt im Gewand verschiedener politischer und kultureller Veranstaltungen zu zelebrieren. Im Fokus stehen hier wie auch andernorts vor allem die eigene Betroffenheit und das „unsagbare Leid“1, welches mit dem Angriff scheinbar über die Bevölkerung der Stadt herein brach.
Der daraus erwachsende Anspruch, bezogen auf die Opfer – „würdig“ zu Gedenken – verbindet sich mit dem Wunsch, sich an diesem Tag für den Frieden in der Welt stark zu machen und wird mit allerlei (welt-)anschaulichem Habitus verdeutlicht. Leider glänzen die Akteur/innen dabei nicht unbedingt mit der inhaltlich korrekten Vermittlung historischer Gegebenheiten.
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Chemnitz Hbf|5.3.|16:00| Das Tränenmeer trocken legen – Wider den Chemnitzer Totenkult!

De­mons­tra­ti­on am 05.​03.​2010. Start: 16 Uhr Chem­nit­zer Haupt­bahn­hof. Ein aus­führ­li­cher Text zur Kri­tik am Ge­den­ken folgt in Kürze.

Am 5. März mar­schie­ren viele Chem­nit­zer_in­nen zum kol­lek­ti­ven Trau­ern auf. Ob nun bür­ger­li­cher Frie­dens­tag oder die Na­zi-​De­mons­tra­ti­on unter dem Motto „Die Opfer waren un­se­re Fa­mi­li­en“, es ver­ei­nen sich beide unter dem Deck­man­tel der Trau­er um die Deut­schen Opfer des Bom­ben­an­grif­fes der Al­li­ier­ten auf Chem­nitz.

Fragt sich nur: Wel­che Deut­schen Opfer? Chem­nit­zer Bür­ger_in­nen nah­men aktiv am Na­tio­nal­so­zia­lis­mus teil oder hat­ten nur ein sehr ge­rin­ges Be­dürf­nis, den sel­bi­gen wie­der los­zu­wer­den. So be­schreibt ein Au­gen­zeu­ge, wie ein grö­len­der Men­schen­auf­lauf an den Po­gro­men vom No­vem­ber 1938 teil­nahm. Noch bes­ser be­sucht war 1944 die all­ge­mei­ne Ver­ei­di­gung zum Volks­sturm, dem meh­re­re 10.​000 Men­schen bei­wohn­ten.

Mit einer De­mons­tra­ti­on möch­ten wir un­se­re Kri­tik an einem Ge­den­ken aus­drü­cken, wel­ches die Rolle der bom­bar­dier­ten Chem­nit­zer Be­völ­ke­rung im Na­tio­nal­so­zia­lis­mus auf eine Op­fer­rol­le re­du­ziert. Ge­nau­so wol­len wir uns gegen frie­dens­be­weg­te Grup­pen po­si­tio­nie­ren, die schein­bar nur Frie­den for­dern, weil es mit der deut­schen Welt­herr­schaft nicht ge­klappt hat.
Wer mit der Ge­schich­te ab­schlie­ßen möch­te, kann keine Lehre aus ihr zie­hen und fin­det sich im Schul­ter­schluss zu be­ken­nen­den Ge­schichts­re­vi­sio­nis­t_in­nen wie­der. Die­ses Ver­hal­ten ent­zieht sich auf meh­re­ren Wegen jeder his­to­ri­schen Ver­ant­wor­tung und An­er­ken­nung der deut­schen Schuld am Zwei­ten Welt­krieg und dem Ho­lo­caust.

Gegen Nazis und Ge­schichts­re­vi­sio­nis­t_in­nen.
Deut­sche Tä­ter_in­nen sind keine Opfer!

mehr Infos: Antifa Chemnitz