Archiv der Kategorie 'Der III. Weg'

Kindererziehung beim „III. Weg“

erschienen auf blick nach rechts

Die Neonazi-Partei „Der III. Weg“ verstärkt ihre Bemühungen, Kinder und Jugendliche anzusprechen. In Plauen ist neuerdings sogar ein eigener Jugendtreff im Angebot.

Von Johannes Hartl

Sonntag, 13. Mai 2018. Im sächsischen Plauen öffnete die neonazistische Kleinstpartei „Der III. Weg“ wieder einmal die Türen ihres Parteibüros, um für Kinder einen kostenlosen Selbstverteidigungskurs anzubieten. Auf Bildern, die später im Internet veröffentlicht werden, sind mindestens acht Minderjährige zu erkennen. Sie zeigen die Teilnehmer, wie sie Sportübungen ausführen und Selbstverteidigungstechniken einüben – angeleitet durch Funktionäre, die T-Shirts mit Parteilogos tragen. Nach Abschluss des Trainings erhielten die Kinder dann sogar „wohlverdiente Sporthemden“, heißt es stolz auf der Website der Gruppierung. Als Motiv bilden sie einen martialischen Wolf auf beigem Hintergrund ab, umgeben von einem Lorbeerkranz in der dunkelgrünen Parteifarbe. (mehr…)

Dritter Weg Mittelsachsen/Hammerleubsdorf- ein starkes Stück Erzgebirge. Hier wird Tradition groß geschrieben.

erschienen auf Indymedia

Wir wohnen im Freiberger Umkreis, wir beobachten die Nazis hier und wir berichten über sie

von Die Häsinnen vom Flöhatal

Dieser Text möchte über Aktivitäten der rechtsextremen Partei „Der dritte Weg“ (DW) informieren, speziell über ihren Stützpunkt Mittelsachen.Ein weiterer Fokus wird auf das Fehlverhalten von Behörden und bürgerlicher Kräfte gelegt. Im Gesamten haben wir diesen über eineinhalb Jahre beobachtet. In der Darstellung unserer gesammelten Erkenntnisse über ihre Strukturen, möchten wir auf eine theoriegeleitete, mit Fachbegriffen überlaufende Sprache verzichten, um den Bericht so transparent wie möglich darzustellen und ihn somit für einen breiten Teil der Bevölkerung zugänglich zu machen. Mit diesem Bericht wenden wir uns von einem üblichen Outing einzelner Akteure ab, da es uns vordergründig um Aufklärung über die Aktivitäten dieser Gruppe extremer Rechter geht. Weiter wollen wir den Versuch einer Einordnung wagen, warum es trotz hoher medialer Aufmerksamkeit für die extreme Rechte einfach ist, in Sachsen zu agieren. Auf dieser Basis werden wir lediglich einzelne Akteure beleuchten, deren Aktionen in einen gesellschaftlichen Kontext setzen und damit verbunden die Missstände im Verständnis von Demokratie in der ansässigen Bevölkerung beschreiben. (mehr…)

Rassistische Mobilisierungen in Chemnitz – eine Einordnung

erschienen im Antifaschistischen Infoblatt

Um die 1000 Personen folgten am 26. August 2018 diversen Aufrufen aus den sozialen Netzwerken, sich in der Chemnitzer Innenstadt nahe des Karl-Marx-Monuments zu treffen. Grund dafür war eine Auseinandersetzung auf dem alljährlichen Stadtfest der drittgrößten Stadt Sachsens in der Nacht zuvor, die für einen 35-jährigen Chemnitzer tödlich endete. Schnell wurde sich auf einschlägigen rechten Webseiten auf einen möglichen Migrationshintergrund der Täter geeinigt und, die Tat in den Kontext anhaltender Auseinandersetzungen mit Geflüchteten in der Chemnitzer Innenstadt gesetzt.

Uns als Redaktionskollektiv haben die Vorfälle bestürzt. Nicht nur hinsichtlich des tragischen Todes von Daniel H., einem Familienvater der auch der linken Subkultur nahe stand, sondern auch in Bezug auf die Dynamik der rassistischen Mobilisierung. Die Instrumentalisierung des Todes, die darauf folgenden Hetzjagden auf Migrant_innen und Geflüchtete sowie die Bereitschaft Tausender, mit einer militanten Neonaziszene an Aufmärschen teilzunehmen waren Gründe, uns dem Thema zeitnah anzunehmen – ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

„Stadt der Moderne“

Chemnitz, eine Stadt mit geringem Bevölkerungszuwachs, hat wochentags wie am Wochenende wenig Großstadtflair zu bieten. Der historische Brühl-Boulevard unweit des Hauptbahnhofs wird erst seit ein paar Jahren wieder mit Leben gefüllt, vorrangig von Kreativen. Eine Einkaufsmeile im Zentrum gilt daher als beliebter und belebter. Besonders der Bereich zwischen Stadthallenpark und der Zentralen Umsteigestelle ist ein stark frequentierter Treffpunkt von Jugendlichen unterschiedlicher sozialer und kultureller Herkunft. Die damit verbundenen Konflikte veranlassten die Behörden, diesen Ort als „gefährlich und verrufen“ einzuordnen – Kriminalitätsschwerpunkte, wie sie in jeder anderen Großstadt existieren, wenn viele Menschen aufeinander treffen. Die Gerüchte um die Gefahr an Orten wie der „Zenti“, wo selbst die Busfahrer Angst hätten auszusteigen, sind der Nährboden für Ressentiments, die vor allem gegenüber Geflüchteten bestehen. Schon im August letzten Jahres heizten Vertreter der lokalen AfD die Gerüchteküche an, indem behauptet wurde, dass das Stadtfest vorzeitig beendet werden musste. Grund sei eine Massenschlägerei gewesen, an der sich nach Polizeiangaben 100 Personen beteiligt hätten. In den Auseinandersetzungen hätten sich zum Großteil Geflüchtete befunden und nur vereinzelt Deutsche, wie Augenzeugen später zu berichten wussten. Laut rechter Webseiten wäre die Stimmung aggressiv gewesen, es soll angeblich auch sexuelle Übergriffe gegeben haben. Die Polizei dementierte Letzteres. Gerüchte um eine Messerstecherei konnte sie ebenfalls nicht bestätigen. (mehr…)

Sachsen hat das größte Netzwerk „brauner Häuser“

erschienen in Freie Presse vom 3. Februar 2018

Vor Jahren erhob Sachsens NPD Immobilienerwerb zur Strategie. Jetzt scheint die Ernte aufzugehen. 25 rechtsextreme Stützpunkte gibt es im Freistaat.

Von Jens Eumann

Dresden – In Sachsen haben Rechtsextremisten das im Bundesvergleich dichteste Netzwerk an festen Stützpunkten. Das geht aus Antworten auf eine Anfrage der Linken-Bundestagsabgeordneten Martina Renner hervor. Laut Innenministerium verfügt die rechtsextreme Szene deutschlandweit über 136 Immobilien, die uneingeschränkt für Treffen, Konzerte oder andere Veranstaltungen nutzbar sind. Fast die Hälfte der Gebäude und Liegenschaften befindet sich im Besitz von Rechtsextremisten. (mehr…)

5000 Menschen demonstrieren in Plauen – Teilnehmerzahl verdoppelt

Anmerkung des Antifa Infoportal: Die Neonazipartei „Der III. Weg“, die sich maßgeblich aus ehemaligen Mitgliedern des Freies Netz Süd und der RNJ Vogtland rekrutiert, ist im Zuge der Proteste gegen Asylunterkünfte in der letzten Zeit sehr aktiv. So verteilten u.a. am 25. September ca. 15 Personen aus vier Autos heraus Flugblätter in Freiberg. Dabei kam es auch zu einem gewalttätigen Übergriff auf eine vermeintlich linke Person.

erschienen in Freie Presse vom 4. Oktober 2015

Rund 5000 Personen sind gestern in Plauen einem Aufruf der Gruppe „Wir sind Deutschland“ auf den Altmarkt gefolgt. Freitagabend hatten in der Stadt bereits die rechtsradikale Partei Der dritte Weg sowie der Runde Tisch Veranstaltungen abgehalten.

Von Elsa Middeke und Gunter Niehus

Plauen. Das junge Pärchen lässt den Blick über die Menschenmenge auf dem Plauener Altmarkt schweifen. „Das bringt sicher mehr als so eine NPD-Veranstaltung“, sagt der 27-jährige Plauener. „Ich bin sicher, dass das hier nicht alles Rechte sind.“ Er und seine 25-jährige Freundin zählen sich jedenfalls nicht zu diesem Lager. Die beiden wollten selber hören, was die sechs Redner zu sagen hatten, die gestern zwischen 17 und 18 Uhr auf der dritten Veranstaltung der Gruppe „Wir sind Deutschland“ sprachen.

Die 5000 Teilnehmer – mehr als doppelt so viele wie am vergangenen Sonntag – konnten einer bunten Mischung an Themen lauschen. Es ging um Kritik an dem geplanten Freihandelsabkommen TTIP, den Islam sowie um die Politik von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Doch im Mittelpunkt der Beiträge stand der Zuzug von Asylbewerbern in die Region. Redner Nummer eins, Norman Rauh – nach Angaben der Veranstalter Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma – berichtete von angeblichen Diebstählen und Gewaltdelikten durch Ausländer. Er warf der Polizei vor, bei diesen Verbrechen nicht entschlossen genug zu ermitteln.

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